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Prostatakrebs: Kein Abtasten mehr bei der Früherkennung empfohlen


Früherkennung beim Urologen
Prostatakrebs: Abtasten soll abgeschafft werden


Aktualisiert am 04.04.2025 - 10:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Untersuchung beim Urologen: Das Abtasten der Prostata ist eine wichtige Vorsorge. Die Angst, die viele Männer davor haben, ist unbegründet.Vergrößern des Bildes
Rektale Tastuntersuchung: Schon länger steht sie in der Kritik. (Quelle: Kateryna Kukota/getty-images-bilder)
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Viele Männer verlassen sich bei der Prostatakrebsvorsorge auf den "Tasttest". Doch Experten sagen nun klar: Diese Methode bringt kaum Nutzen.

Bei Männern ab 45 Jahren zahlt die gesetzliche Krankenkasse bislang einmal im Jahr eine rektale Tastuntersuchung der Prostata. Vom Enddarm her tastet der Arzt die Prostata ab. Dadurch sollen Krebsvorstufen frühzeitig erkannt werden. Doch die Methode ist nicht besonders genau: Tatsächlich wird so nur etwa ein Drittel aller Prostatakarzinome entdeckt.

Gut zu wissen

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 65.000 Männer an Prostatakrebs. Damit ist das Prostatakarzinom die häufigste Tumorerkrankung des Mannes – und nach Lungenkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache.

Prostatakrebs-Früherkennung: das Ende der Tastuntersuchung

Fachleute äußerten schon länger Kritik an dieser gängigen Praxis – nun wird offiziell empfohlen, die rektale Untersuchung nicht mehr durchzuführen. Das geht aus der aktualisierten Prostatakrebs-Leitlinie hervor. Insgesamt 22 Fachgesellschaften haben an deren Überarbeitung mitgewirkt. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) stellt darin klar: Die Tastuntersuchung hat nur eine geringe Aussagekraft und eignet sich daher nicht zur zuverlässigen Früherkennung von Prostatakrebs.

Stattdessen soll bei Männern ab 45 Jahren der PSA-Wert im Blut ermittelt werden, um eine mögliche Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen. Studien belegen, dass die Erkennungsrate von Prostatakrebs bei einem PSA-Test etwa viermal höher ausfällt als beim Abtasten.

PSA-Test

Der sogenannte PSA-Test ist ein Bluttest, der das "prostataspezifische Antigen" misst. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das nur die Prostata bildet. Ein erhöhter Wert kann ein Hinweis auf eine Veränderung der Prostata sein. Manchmal steckt hinter einem erhöhten Wert aber auch eine Entzündung oder eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse.

Die Leitlinie spricht sich allerdings nicht pauschal für oder gegen den PSA-Test aus, sondern fordert eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Männer sollten gemeinsam mit ihrem Arzt besprechen, ob der Test für sie sinnvoll ist – abhängig vom Alter, der familiären Vorbelastung und dem allgemeinen Gesundheitszustand.

Laut DGU-Präsident Bernd Wullich und DGU-Generalsekretär Maximilian Burger ist die angepasste Empfehlung "ein entscheidender Schritt" in der Prostatakrebs-Früherkennung. Der PSA-Test solle nun als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland aufgenommen werden, sagten sie dem "Ärzteblatt". Doch das Thema Vergütung ist bisher nicht abschließend geklärt. Zunächst muss der Gemeinsame Bundesausschuss darüber entscheiden. Die Kosten für einen PSA-Test liegen derzeit bei etwa 20 bis 35 Euro.

Verwendete Quellen
Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

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