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Frauen hören besser als Männer: Das sind die Gründe


Neue Forschung bestätigt
Darum hören Frauen besser als Männer


04.04.2025 - 12:30 UhrLesedauer: 2 Min.
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Wissenschaftlich bewiesen: Zwischen Männern und Frauen gibt es viele Unterschiede. Einer davon bezieht sich auf das Hören. (Quelle: LordHenriVoton/getty-images-bilder)
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Es klingt wie ein Klischee, ist aber wahr: Frauen hören besser als Männer. Dieses Phänomen ist messbar – und stärker ausgeprägt als bisher angenommen.

Der Hörsinn verändert sich mit dem Alter – das ist bekannt. Doch nicht das Alter, sondern vor allem Geschlecht und Umgebung bestimmen, wie gut wir hören. Das zeigt eine internationale Studie, an der Menschen aus fünf Ländern teilnahmen. Frauen schnitten dabei deutlich besser ab – über alle Altersgruppen hinweg.

Eine Fähigkeit, die Frauen überall gemeinsam haben

Das Forscherteam um Dr. Patricia Balaresque vom französischen Zentrum für Biodiversitäts- und Umweltforschung untersuchte 448 gesunde Menschen aus 13 Bevölkerungsgruppen in Ecuador, England, Gabun, Südafrika und Usbekistan. All diese Menschen lebten in sehr unterschiedlichen Umgebungen – vom tropischen Regenwald bis zur Stadt auf 3.000 Metern Höhe.

Die Ergebnisse überraschten: Frauen hatten durchweg ein empfindlicheres Gehör als Männer, im Durchschnitt um zwei Dezibel. In einzelnen Fällen betrug der Unterschied sogar bis zu sechs Dezibel. Der Effekt zeigte sich bei allen getesteten Frequenzen – nicht nur in bestimmten Bereichen, wie frühere Studien vermuten ließen.

Was hinter dem besseren Gehör steckt

Die Forscher vermuten mehrere Ursachen. Eine Theorie: Während der Entwicklung im Mutterleib sind Jungen und Mädchen unterschiedlichen Hormonen ausgesetzt. Diese unterschiedliche Hormonbelastung könnte die Ausbildung des Gehörs beeinflussen.

Zudem gibt es kleine anatomische Unterschiede in der Cochlea, also der Gehörschnecke im Innenohr. Sie wandelt Schallwellen in Nervenimpulse um und ist zentral für das Hören. Diese Unterschiede reichen offenbar aus, um die höhere Empfindlichkeit bei Frauen zu erklären.

Doch das ist nicht alles: Frauen zeigten nicht nur ein empfindlicheres Gehör, sondern schnitten auch bei weiteren Hörtests besser ab – etwa bei der Sprachwahrnehmung. Die Forscher vermuten daher, dass auch die Verarbeitung im Gehirn eine Rolle spielen könnte. Frauen scheinen Hörreize schneller oder genauer interpretieren zu können.

Auch die Umwelt beeinflusst unser Hören

Neben dem Geschlecht war die Umgebung ein entscheidender Faktor. Besonders auffällig: Menschen, die in Wäldern lebten, hatten eine um fünf bis sieben Dezibel höhere Hörempfindlichkeit als Menschen aus Hochlagen. Die Studienautoren sehen darin eine mögliche Anpassung an die jeweilige Umwelt: Wer im dichten Wald lebt, muss auf Geräusche sensibel reagieren – etwa auf raschelnde Blätter oder Tierlaute. In Höhenlagen hingegen könnte der niedrigere Luftdruck oder Sauerstoffmangel das Gehör beeinträchtigen.

Auch der Wohnort in der Stadt machte einen Unterschied: Stadtbewohner hörten höhere Frequenzen besser als Menschen auf dem Land. Die Forscher vermuten, dass dies eine Reaktion auf den niederfrequenten Lärmpegel der Stadt ist – etwa durch Verkehr. Das Gehör lernt, sich auf die wichtigen, höheren Töne zu konzentrieren.

Ein weiteres interessantes Detail der Studie: Menschen hörten generell mit dem rechten Ohr etwas besser als mit dem linken – unabhängig von Alter, Herkunft oder Sprache. Dieser Effekt war in allen untersuchten Gruppen gleich stark ausgeprägt.

Was die neuen Erkenntnisse bedeuten

Die Studie macht deutlich: Frauen zeigen überall ein besseres Gehör als Männer – ob im Regenwald oder in der Großstadt. Gleichzeitig verändert die Umgebung die Wahrnehmung von Frequenzen – etwa, ob wir hohe oder tiefe Töne besser hören. Das liegt offenbar nicht nur an den Ohren selbst, sondern auch an der Verarbeitung im Gehirn.

Verwendete Quellen
Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

Quellen anzeigenSymbolbild nach unten

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