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Donald Trump will Grönland übernehmen: Regierung erstellt Preis-Schätzung


"Friedliche Übernahme"
Wie viel kostet Grönland? Trump lässt Pläne erstellen

Von t-online, sic

02.04.2025 - 14:41 UhrLesedauer: 3 Min.
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Donald Trump im Oval Office (Archivbild): Der US-Präsident wiederholt immer wieder sein Interesse daran, Grönland zu übernehmen. (Quelle: IMAGO/Daniel Torok/White House/imago)
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Donald Trump will Grönland übernehmen. Aber um jeden Preis? Das Weiße Haus lässt wohl bereits Schätzungen für einen Kaufpreis erstellen.

Donald Trump lässt nicht locker: Die US-Regierung lässt derzeit eine Schätzung über die möglichen Kosten einer Übernahme von Grönland erstellen. Darüber berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf drei Quellen im Weißen Haus. Dabei geht es demnach um eine "friedliche Übernahme" des autonomen Territoriums Dänemarks unter Einsatz finanzieller Mittel und ohne militärische Gewalt. Federführend ist demzufolge Russell Vaught, Chef der Bundesbehörde für Verwaltung und Haushaltswesen.

Eine Option ist dem Bericht zufolge, der grönländischen Regierung einen besseren "Deal" anzubieten, als es derzeit Dänemark tut. Der EU-Staat subventioniert Grönland aktuell mit etwa 550 Millionen Euro jährlich, was mehr als ein Drittel des grönländischen Haushalts ausmacht. Die "Washington Post" berichtet, dass die Trump-Regierung ihrem Konterpart auf der Insel im Nordatlantik einen "weitaus höheren" Betrag anbieten will – in welcher Größenordnung die Summe spielen könnte, ist jedoch nicht bekannt.

Grönlands Regierungschef weist Trump zurück

Trump und seine Administration gehen davon aus, dass die Mitte März neugewählte Regierung Grönlands dem Weißen Haus wohlgesonnener ist als ihre Vorgänger. Neuer Regierungschef ist Jan-Frederik Nielsen. Der Sozialliberale wird eine breit aufgestellte Koalition aus gleich vier der fünf Parlamentsparteien anführen. Seine Partei Demokratiit spricht sich für eine Unabhängigkeit von Dänemark aus.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Nielsen Grönland unter den Schutzschirm der USA stellen möchte. "Lassen Sie mich das klar sagen: Die USA bekommen Grönland nicht. Wir gehören niemandem anderem. Wir bestimmen selbst über unsere Zukunft", schrieb Nielsen am Samstag auf Facebook, nachdem Donald Trump erneut erklärt hatte, dass die USA Grönland "hundertprozentig" bekommen werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wie viel kostet Grönland? Und wie viel ist die Insel wirklich wert?

Die zweite Option der US-Regierung ist demnach, Grönland käuflich zu erwerben. Diesen Plan hatte Trump bereits während seiner ersten Amtszeit zwischen 2017 und 2021 gehegt, daraus wurde jedoch nichts. Wie hoch die Kosten dafür sein könnten, analysiert das Weiße Haus dem Zeitungsbericht zufolge noch – offenbar unter der Prämisse, dass die Grönländer für eine Übernahme stimmen und sie unterstützen würden. Außerdem müsste auch die US-Bevölkerung davon überzeugt werden, dass die Übernahme die wohl hohen Kosten wert wäre.

Im Zentrum der Überlegungen stehen demnach die reichen Rohstoffvorkommen auf der Insel. Die Trump-Regierung geht davon aus, dass der Abbau der Ressourcen die Kosten für eine Übernahme in Zukunft decken könnte. Laut Berechnungen der Mitte-rechts-Denkfabrik American Action Forum beläuft sich der Wert der bekannten Reserven auf 200 Milliarden US-Dollar (rund 185 Milliarden Euro). Bezieht man demnach den strategischen Wert der Insel – also die Verkürzung von Handelswegen sowie militärische Interessen – mit ein, würde der Preis Grönlands auf etwa 2,8 Billionen US-Dollar (rund 2,6 Billionen Euro) ansteigen.

Ob sich eine solche Investition tatsächlich lohnen würde, ist jedoch nicht klar. Die grönländischen Rohstoffvorkommen gelten wegen ihrer abgelegenen Lage und harscher Wetterbedingungen als schwierig erschließbar. Außerdem hatte die dortige Regierung in der Vergangenheit mehrere Pläne zum Abbau von Öl und Gas abgelehnt.

Trump-Vize reiste nach Grönland

Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder betont, die Kontrolle über die größte Insel der Erde übernehmen zu wollen – etwas, das von grönländischer wie von dänischer Seite klar zurückgewiesen wurde. Ähnliche Ansprüche hatte Trump bereits auf Kanada und den Panamakanal angemeldet. Laut der "Washington Post" erachtet die US-Regierung die Übernahme von Grönland als "am einfachsten".

Die Trump-Regierung erhöhte den Druck zuletzt weiter, indem sein Vize J. D. Vance für einige Stunden nach Grönland reiste, allerdings nicht in die Hauptstadt Nuuk, sondern auf den abgeschiedenen US-Militärstützpunkt Pituffik im Norden der Insel. Mehr zu dem umstrittenen Besuch lesen Sie hier.

Video | Vance in Grönland: "Scheißkalt hier"
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Quelle: reuters

Dänemarks Regierungschefin will Zusammenhalt mit Grönland stärken

Nur wenige Tage später reist nun die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ebenfalls nach Grönland. Mit dem dreitägigen Besuch von Mittwoch bis Freitag will die Sozialdemokratin den Zusammenhalt mit der zum dänischen Königreich zählenden Insel stärken, wie es vorab aus ihrer Staatskanzlei in Kopenhagen hieß. Unter anderem will Frederiksen mit dem künftigen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen über die Zusammenarbeit zwischen Grönland und Dänemark sprechen. Ein genauer Zeitplan für die Reise ist nicht bekannt.

Es sei ihr wichtig, Grönland nach der dortigen Regierungsbildung so schnell wie möglich zu besuchen und Nielsen zu treffen, erklärte Frederiksen vor ihrer Reise. Mit Blick auf umstrittene Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump betonte sie, tiefsten Respekt davor zu haben, wie die grönländische Bevölkerung und die dortige Politik mit dem enormen Druck umgingen. Die Situation erfordere respektvolle und gleichberechtigte Zusammenarbeit über Partei- und Ländergrenzen hinweg.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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