Mehr als 40 Einrichtungen bundesweit Deutsche Pflegeheimgruppe ist insolvent – tausende Mitarbeiter betroffen
Die Argentum Pflegegruppe mit über 40 Einrichtungen ist insolvent. Ein umfassendes Sanierungsverfahren soll den Fortbestand der Versorgung sichern.
Die Argentum Pflegegruppe hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Nach Angaben des Unternehmens hat das Amtsgericht Bad Homburg diesem Schritt am 1. April zugestimmt und eine vorläufige Eigenverwaltung angeordnet, wie das Portal "Care vor 9" berichtet.
Pflegeheimgruppe meldet Insolvenz an – Tausende Mitarbeiter betroffen
Die Argentum Pflegegruppe zählt mit rund 2.800 Beschäftigten und über 40 Einrichtungen bundesweit zu den größeren Anbietern im Bereich der stationären und ambulanten Seniorenpflege. Etwa 3.100 Menschen werden dort aktuell betreut.
Das Sanierungsverfahren betrifft alle vier Holdinggesellschaften des Konzerns. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb neu zu strukturieren. Dieser soll zunächst uneingeschränkt fortgeführt werden. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Sanierungsanwalt Lucas Flöther bestellt. Ihm obliegt die Aufgabe, die Geschäftsführung während der Sanierung zu überwachen und die Interessen der Gläubiger zu sichern.
Argentum insolvent: Sanierungsteam übernimmt operative Leitung
Zur Umsetzung der Neuausrichtung hat Argentum mehrere Experten der Wirtschaftskanzlei K&L Gates in die Geschäftsführung geholt. Die Partner Georg Bernsau und Nadja Raiß sowie der Restrukturierungsexperte Ansgar Schröder wurden zu Sanierungsgeschäftsführern ernannt. Bernsau kündigte an, "in den kommenden Wochen Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten" zu führen, um darauf aufbauend ein Konzept zur Zukunft des Unternehmens zu erarbeiten.
Vor der Insolvenz wurde das Unternehmen von drei Geschäftsführern geleitet: Jens Brettschneider, zuständig für das operative Geschäft, Michael Dillmann als Finanzchef sowie Volker Robert Hippler.
Ursachen und Auswirkungen der Insolvenz von Argentum
Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage verweist Argentum auf strukturelle Probleme der gesamten Pflegebranche. Genannt werden unter anderem der Fachkräftemangel, hohe Betriebskosten, bürokratische Belastungen sowie eine unzureichende Finanzierung.
Nicht alle Unternehmensteile können im Schutzschirmverfahren fortgeführt werden. Für einige Tochtergesellschaften – darunter die Einrichtungen in Erbach und Bad König – sei ein reguläres Insolvenzverfahren notwendig, da die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Eigenverwaltung nicht gegeben seien. Andere operative Gesellschaften sollen weiterhin außerhalb eines Verfahrens bestehen bleiben.
- carevor9.de: "Pflegegruppe Argentum geht in die Insolvenz"
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