Telefonat mit Scholz Putin: Ukraine unterbreitet unrealistische Vorschläge

Kanzler Scholz fordert vom Kremlchef, die Waffen umgehend niederzulegen – doch Putin sucht die Schuld weiter bei der Ukraine. Ein weiteres Telefonat zwischen den beiden Politikern brachte keine Lösung.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin nach Angaben eines Regierungssprechers zu einem möglichst schnellen Waffenstillstand in der Ukraine aufgefordert. In einem knapp einstündigen Gespräch habe Scholz am Freitag zudem darauf bestanden, dass die humanitäre Lage verbessert werden müsse und man sich um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemühen solle.
Putin sagte, dass auf russischer Seite alles getan werde, um zivile Opfer zu vermeiden, teilte der Kreml mit. So sollten etwa Menschen über humanitäre Korridore aus den umkämpften Zonen gebracht werden. Allein am Donnerstag hätten 43.000 Personen die ukrainische Hafenstadt Mariupol verlassen können, hieß es.
Putin: "Unrealistische Vorschläge"
Putin habe Scholz auch über die Verhandlungen zwischen der ukrainischen und der russischen Seite zur Lösung des Konflikts informiert. Dabei beklagte der Kremlchef den Angaben zufolge, dass "die ukrainische Seite den Prozess durch immer neue unrealistische Vorschläge" hinauszögere.
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Russland sei unter den bisher genannten Bedingungen an einer Lösung interessiert, sagte Putin. So soll die Ukraine etwa künftig ihre Neutralität als Land erklären und die abtrünnigen Gebiete Luhansk und Donezk in der Ostukraine als unabhängig sowie die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil Russlands anerkennen.
Die Krim hatte Russland vor genau acht Jahren, am 18. März 2014, völkerrechtswidrig annektiert. International ist das nicht anerkannt. Putin wollte noch am Freitag eine Rede zum Jahrestag halten, wie das Staatsfernsehen ankündigte.
- Nachrichtenagenturen Reuters und AFP