Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.
Zum journalistischen Leitbild von t-online.Begriffe erklärt Rabbit Hole – Bedeutung, Erklärung und warum wir uns verlieren

Eigentlich wollten Sie nur kurz etwas googeln – doch plötzlich sind Stunden vergangen. Sie sind im Rabbit Hole verschwunden. Das steckt dahinter.
"Rabbit Hole" – oder auf Deutsch "Kaninchenbau" – klingt zunächst harmlos, fast märchenhaft. Man denkt an verwinkelte Gänge und geheime Welten. Doch im Internet beschreibt der Begriff etwas ganz anderes: den endlosen Strudel aus Klicks, der uns immer tiefer in neue, oft unerwartete Themen zieht. Wir schauen uns an, wie es dazu kommt und wie Sie den Absprung schaffen können.
Rabbit Hole – Bedeutung erklärt
Der Begriff "Rabbit Hole" stammt aus dem Roman "Alice im Wunderland". Darin fällt Alice in ein Loch und entdeckt eine völlig neue, faszinierende Welt. Übertragen auf das Internet beschreibt der Begriff das Phänomen, sich durch ständiges Klicken immer tiefer in unerwartete Themen zu verlieren.
Eine harmlose Suche endet plötzlich bei einem Video über seltene Tiere oder einer hitzigen politischen Debatte. Dabei stellt sich die Frage, wie sehr die Algorithmen des Internets diesen Effekt verstärken – und ob sie möglicherweise sogar zur Radikalisierung der Nutzer beitragen. In der Wissenschaft wird genau darüber intensiv diskutiert.
- Lesen Sie auch: Das macht Smartphone-Verzicht mit dem Körper
- Süchtig oder nicht?: Candy Crush, Farmville und Co.: Ab wann Sie süchtig danach sind
Warum verlieren wir uns im Rabbit Hole?
Der Hauptgrund, warum wir uns so leicht in einem Rabbit Hole verlieren, liegt in der Art und Weise, wie das Internet funktioniert. Suchmaschinen und soziale Netzwerke bieten uns ständig neue, interessante Inhalte, die uns anziehen und unsere Neugier wecken. Diese endlosen Informationsströme führen dazu, dass wir immer weiter klicken – immer auf der Suche nach neuen, aufregenden Entdeckungen.
Ein weiterer Grund ist unsere natürliche Neugier. Neue Informationen aktivieren das Belohnungszentrum in unserem Gehirn, was uns dazu verleitet, immer weiterzusuchen. Im Rabbit Hole fällt es uns schwer, anzuhalten, weil jeder neue, interessante Fakt uns eine kleine Belohnung liefert und uns im Strudel hält. Aber auch die Angst, wir könnten etwas verpassen, spielt dabei eine Rolle.
Wie können Sie dem Rabbit Hole entkommen?
Viele Deutsche möchten eigentlich weniger Zeit am Handy verbringen. Doch wenn Sie sich im Rabbit Hole wiederfinden, kann es schwer sein, herauszukommen. Wir verraten Ihnen einfache Strategien, mit denen Sie das Rabbit Hole umgehen oder ihm entkommen.
- Setzen Sie klare Ziele: Definieren Sie von Anfang an, was Sie herausfinden möchten. Ein konkretes Ziel hilft, nicht in endlosen Informationsströmen zu verlieren.
- Zeitlimit festlegen: Bestimmen Sie, wie lange Sie sich mit einem Thema beschäftigen wollen. Wenn das Limit erreicht ist, wechseln Sie zu etwas anderem. So bleibt der Fokus erhalten.
- Vermeiden Sie Ablenkungen: Minimieren Sie Störungen, wenn Sie wissen, dass Sie schnell abdriften. Schließen Sie unnötige Tabs und schalten Sie Benachrichtigungen aus, um sich voll auf die Aufgabe zu konzentrieren.
Das Rabbit Hole kann inspirierend sein – es eröffnet neue Perspektiven und fördert Kreativität. Doch ohne Grenzen wird Neugier schnell zur Ablenkung. Setzen Sie sich Zeitlimits und hinterfragen Sie, ob die Recherche wirklich nützlich ist. So bleibt das Entdecken bereichernd und vielleicht führt es Sie zu einer ganz neuen Idee.
- Eigene Recherche