Frag t-online Sparen in ETFs: Mit dieser Checkliste geht es einfach

Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute: Was brauche ich für einen ETF? Ihre persönliche Checkliste für den Einstieg.
Viele Menschen möchten ihr Geld sinnvoll anlegen, aber der Einstieg in die Welt der ETFs wirkt oft kompliziert. Depot, Sparplan, Kennnummer – was genau braucht man eigentlich, um loszulegen? Diese Checkliste zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie den Einstieg in den ETF-Handel vorbereiten.
Warum braucht man ein Depot – und was genau ist ein ETF-Sparplan?
ETFs, also Exchange Traded Funds, sind eine einfache Möglichkeit, breit gestreut in den Aktienmarkt zu investieren. Wer nicht auf einzelne Unternehmen setzen möchte, sondern lieber das Risiko verteilen will, findet in ETFs ein passendes Instrument: Diese Fonds bilden die Entwicklung ganzer Indizes ab – etwa des Dax oder des Weltaktienindex MSCI World.
Doch bevor Sie investieren können, brauchen Sie ein sogenanntes Depot. Ein Depot ist wie ein Konto für Wertpapiere: Hier werden Ihre ETFs verwahrt, Käufe und Verkäufe abgewickelt und Sparpläne verwaltet. Die meisten Menschen entscheiden sich für ein Onlinedepot, das sie über eine App oder Webseite nutzen können.
Ein ETF-Sparplan funktioniert ähnlich wie ein Dauerauftrag auf dem Girokonto: Sie wählen einen ETF aus, bestimmen die Sparrate (zum Beispiel 50 Euro im Monat) und Ihr Anbieter investiert diesen Betrag regelmäßig in den gewünschten Fonds. Der Vorteil: Sie müssen sich um nichts weiter kümmern. Und durch den sogenannten Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt) glätten sich Kursschwankungen über die Zeit.
- Passives Investieren: Wie viel Rendite werfen ETFs ab?
- Frag t-online: Wie viel bleibt von 8 Prozent Rendite übrig?
Auch für Einsteiger mit wenig Kapital sind ETFs geeignet. Sie brauchen weder viel Startkapital noch Vorkenntnisse, um langfristig Vermögen aufzubauen. Und: ETFs gelten als Sondervermögen. Selbst wenn Ihr Broker insolvent wird, bleibt Ihr Geld geschützt. Lesen Sie hier mehr dazu.
Mit einer Checkliste Schritt für Schritt zum ETF-Handel
Wenn Sie mit ETFs investieren möchten, brauchen Sie kein Finanzprofi zu sein – aber ein paar Vorbereitungen sind notwendig. Damit Sie den Überblick behalten, hilft eine einfache Checkliste. Sie zeigt, was Sie brauchen, wo Sie es beantragen und wie Sie Ihre Geldanlage einrichten.
Die wichtigsten Schritte auf einen Blick:
- Informieren Sie sich über ETFs: Verschaffen Sie sich einen Überblick, wie ETFs funktionieren und worin sie sich von klassischen Fonds oder Einzelaktien unterscheiden. So können Sie bewusst entscheiden, welcher ETF zu Ihnen passt. Erfahren Sie hier mehr darüber, welcher MSCI-World-ETF zu empfehlen ist.
- Depot auswählen und online beantragen: Wenn Sie Ihr Geld nicht länger auf dem Sparbuch liegen lassen möchten, sondern in ETFs investieren wollen, brauchen Sie ein Wertpapierdepot. Dieses eröffnen Sie bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker – zum Beispiel bei der DKB, ING, Consorsbank oder Comdirect. Den Antrag füllen Sie direkt auf der Webseite des Anbieters aus. Dabei beantworten Sie zunächst einige allgemeine Fragen, etwa, ob Sie bereits Kunde der Bank sind. Aber auch Filialbanken wie die Sparkasse, Targobank oder Volks- und Raiffeisenbanken bieten Depots an, die meistens keine zusätzlichen Gebühren verursachen. Mehr erfahren: Das sind die besten Depots für Anfänger.
- Persönliche Daten angeben und Erfahrungen einordnen: Anschließend geben Sie Ihre persönlichen Daten ein – etwa Name, Anschrift, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Die Bank fragt außerdem, ob Sie bereits Erfahrung mit Wertpapieren haben und wie risikobereit Sie sind. Diese Angaben sind gesetzlich vorgeschrieben, um Sie vor ungeeigneten Produkten zu schützen.
- Antrag digital abschließen: Bevor Sie das Depot beantragen, erhalten Sie rechtliche Hinweise, zum Beispiel zur Einlagensicherung und zum Datenschutz. Wenn Sie alle Angaben gemacht und die Hinweise bestätigt haben, klicken Sie auf "Depot eröffnen". Damit ist der erste Schritt geschafft.
- Identität bestätigen – mit Post-Ident oder online: Bevor das Depot freigeschaltet wird, müssen Sie sich legitimieren. Das geht zum Beispiel mit dem Post-Ident-Verfahren: Sie drucken den Antrag aus, unterschreiben ihn und zeigen Ihren Personalausweis oder Reisepass in einer Postfiliale. Die Mitarbeiter dort bestätigen Ihre Identität.
- Alternativen zur Identifizierung nutzen: Einige Banken bieten auch digitale Verfahren an. Beim Video-Ident halten Sie Ihren Ausweis in die Kamera und bestätigen Ihre Identität im Videochat. Für das E-Ident-Verfahren benötigen Sie ein Smartphone mit NFC-Funktion und Ihren Ausweis mit PIN. Beide Varianten sind bequem und lassen sich komplett von zu Hause erledigen.
- Auf Zugangsdaten warten: Nach erfolgreicher Identifizierung erhalten Sie in der Regel innerhalb weniger Tage Ihre Zugangsdaten per E-Mail oder Post. Ab dann können Sie Ihr Depot nutzen, ETF-Sparpläne einrichten und mit dem Investieren beginnen.
- ETF auswählen: Entscheiden Sie, in welchen ETF Sie investieren möchten. Beliebt sind weltweite Indexfonds wie der MSCI World oder ETFs auf den Dax. Dabei helfen Suchfunktionen im Broker-Portal. Wichtig ist die sogenannte Wertpapierkennnummer (WKN) oder die ISIN (International Securities Identification Number), mit der Sie den ETF später im Sparplan auswählen.
- Sparplan einrichten und Sparrate festlegen: Geben Sie im Online-Banking Ihres Brokers die WKN oder ISIN des gewünschten ETFs ein, legen Sie Sparrate und Häufigkeit fest – fertig. Der Betrag wird künftig automatisch abgebucht und investiert. Ob monatlich, vierteljährlich oder flexibel – Sie legen fest, wie viel Geld regelmäßig investiert wird. Schon ab 25 Euro im Monat ist ein ETF-Sparplan möglich.
- Sparplan anpassen oder pausieren: Ihr ETF-Sparplan ist jederzeit flexibel. Sie können die Höhe der Sparrate verändern, pausieren oder das Geld auszahlen lassen – ohne feste Laufzeiten oder Kündigungsfristen.
Tipps für Einsteiger
Auch wenn der Einstieg technisch schnell erledigt ist: Beim Investieren kommt es nicht nur auf die richtigen Schritte an, sondern auch auf das richtige Verhalten. Gerade für Einsteiger ist es wichtig, ein paar Grundregeln im Hinterkopf zu behalten, um typische Anfängerfehler zu vermeiden und das volle Potenzial eines ETF-Sparplans auszuschöpfen.
- Langfristig denken: Je länger Ihr Anlagehorizont, desto geringer das Risiko. Historische Daten zeigen: Wer über mindestens zehn bis fünfzehn Jahre investiert, hat sehr gute Chancen auf eine positive Rendite – auch dank des Zinseszinseffektes. Wie sich langfristiges Sparen auf die Rendite auswirkt, lesen Sie in diesem spannenden Artikel.
- Nicht nervös werden: Börsenkurse schwanken – das ist normal. Gerade bei Sparplänen hilft es, in Krisenzeiten nicht zu verkaufen, sondern einfach weiter zu investieren.
- Einfach anfangen: Viele Menschen zögern zu lange. Dabei ist der Einstieg unkomplizierter als gedacht. Schon mit kleinen Beträgen bauen Sie Schritt für Schritt Vermögen auf.
Fazit
Der Einstieg in den ETF-Handel ist einfacher, als viele denken – vorausgesetzt, Sie wissen, welche Schritte notwendig sind. Ein Depot bei einem Online-Broker bildet die Grundlage. Danach wählen Sie einen passenden ETF, richten einen Sparplan ein und legen eine feste Sparrate fest. Das Ganze funktioniert bequem online, ist flexibel anpassbar und schon mit kleinen Beträgen möglich.
Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie breit gestreut, kostengünstig und langfristig – und machen damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr finanzieller Unabhängigkeit. Die Checkliste hilft Ihnen dabei, nichts zu vergessen und sicher in den Handel mit ETFs zu starten.
- justetf.com: "ETF für Anfänger"
- sparkasse.de: "ETF-Sparplan"