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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Thüringen nach der Wahl Mehrheit der Deutschen will keine Koalition von CDU und AfD

Die Regierungsbildung wird schwer in Thüringen. Eine bedeutende Rolle kommt der CDU zu, die mit Linker und AfD koalieren könnte. Die Deutschen sind sich im letzteren Fall einig.
Rot-Rot-Grün hieß es in den vergangenen fünf Jahren in Thüringen. Doch damit dürfte es jetzt vorbei sein. Zwar hat Ministerpräsident Bodo Ramelow ein Rekordergebnis für seine Linke eingefahren, doch SPD und Grüne konnten bei den 1,7 Millionen Wahlberechtigten kaum punkten. Nun blickt Politik-Deutschland auf die CDU. Sie könnte als drittstärkste Kraft in ihrem einstigen Stammland das Zünglein an der Waage sein. Bisher hieß es von den Christdemokraten: keine Koalition mit Linksaußen und Rechtsaußen. Ob sie dabei bleiben, ist derzeit unklar.
Die Deutschen sind gespalten in der Frage "Sollte die CDU in Thüringen Ihrer Meinung nach eine Koalition mit der Linkspartei auch nach der Landtagswahl in jedem Fall ausschließen?". Das ergibt eine exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de. 38,9 Prozent finden, dass die CDU weiterhin eine Koalition mit der Linkspartei ausschließen sollte. 30,1 Prozent fanden sogar, dass die Partei das auf jeden Fall tun sollte. 50,4 Prozent finden, dass die CDU sich offen für eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei zeigen sollte. 28,3 Prozent gaben an, sie sollte eine Koalition auf keinen Fall ausschließen. Die Umfrage wurde vor Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses am 27. Oktober 2019 geschlossen.
Die CDU schließt außerdem eine Koalition mit der AfD aus. Das halten zwei Drittel der Deutschen für den richtigen Standpunkt. 59,5 Prozent gaben auf die Frage "Sollte die CDU in Thüringen Ihrer Meinung nach eine Koalition mit der AfD auch nach der Landtagswahl in jedem Fall ausschließen?" an, dass sie das "auf jeden Fall" tun sollte. Ein Drittel der Befragten findet, dass das nicht die richtige Herangehensweise sei. 21,9 Prozent gaben an, dass die CDU eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl in Thüringen "auf keinen Fall" ausschließen sollte.
Die größten Unterschiede im Antwortverhalten der Befragten zeigten sich mit Blick auf die Wahlabsicht für die nächste Bundestagswahl. Jene, die angaben, dass sie ihre Stimme der AfD geben wollen, fanden deutlich seltener, dass die CDU eine Koalition mit der Rechtsaußen-Partei ablehnen sollte, als die Wähler der anderen Parteien. Auch die Anhänger der CDU sehen eine Koalition mit der AfD kritisch, auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei lehnt die große Mehrheit ab.
Diverser gestaltet es sich bei der Frage nach einer möglichen Koalition mit der Linkspartei. Wähler, die ihre Stimme der CDU/CSU, FDP und AfD geben wollen, stimmten klar oder eher für eine Ablehnung einer Koalition von CDU mit der Linken. Potenzielle Wähler der Sozialdemokraten, der Grünen und der Linken selbst finden die absolute Ablehnung einer Zusammenarbeit eher oder klar falsch.
Während sich die Befragten aus Ost und West bei der Frage nach einer Zusammenarbeit von CDU und Linkspartei weitestgehend einig waren, zeigen sich bei der Frage nach einer Zusammenarbeit mit der AfD durchaus Unterschiede nach Herkunft.
53,9 Prozent der Ostdeutschen sind klar für die Ablehnung der CDU, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Im Westen sind es 61 Prozent. Nicht ausschließen wollen eine derartige Koalition 27,8 Prozent der Ostdeutschen, aber nur 20,3 Prozent der Westdeutschen.
Würde die CDU von ihrer Grundsatzentscheidung gegen eine Koalition mit diesen beiden Parteien abrücken, könnte Thüringen ein Beispiel für andere Länder oder gar die Bundesebene werden.
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Zur Methodik:
In die Umfrage flossen die Antworten von 6.840 beziehungsweise 6.570 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 26. und dem 27. Oktober 2019 online gefragt wurden: "Sollte die CDU in Thüringen Ihrer Meinung nach eine Koalition mit der Linkspartei auch nach der Landtagswahl in jedem Fall ausschließen?" beziehungsweise "Sollte die CDU in Thüringen Ihrer Meinung nach eine Koalition mit der AfD auch nach der Landtagswahl in jedem Fall ausschließen?". Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent; für Teilgruppen kann er davon abweichen.