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Syrien: Regierung kämpft gegen Assad-Anhänger – viele Exekutionen


Kämpfe gegen Assad-Anhänger
Syrische Truppen sollen Dutzende Zivilisten exekutiert haben

Von dpa
Aktualisiert am 08.03.2025Lesedauer: 3 Min.
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Im Video: Syrische Regierungstruppen und Assad-Anhänger liefern sich Gefechte. (Quelle: reuters)
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In dem früheren Bürgerkriegsland hat es heftige Kämpfe mit vielen Toten gegeben. Dutzende Menschen sollen exekutiert worden sein.

Bei dem schlimmsten Gewaltausbruch in Syrien seit dem Machtwechsel vor rund drei Monaten sind Berichten zufolge Hunderte Menschen getötet oder verletzt worden. Kämpfer aufseiten der neuen Machthaber sollen mehr als 160 Zivilisten hingerichtet haben, darunter Frauen und Kinder, berichtet die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Bei den Opfern soll es sich um Angehörige der alevitischen Minderheit handeln, der auch der gestürzte Diktator Baschar al-Assad angehört. Ausgelöst wurde die Gewalt offenbar durch Anhänger Assads.

Chaos und Exekutionen in Banias

"Es wurden Massaker an der alevitischen Religionsgemeinschaft verübt", sagte der Direktor der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Augenzeuge in der Stadt Banias, wo allein 60 Menschen getötet worden sein sollen, sagte der dpa am Telefon, es herrsche totales Chaos. "Unschuldige Menschen, die unbewaffnet waren, wurden entweder in ihren Häusern oder davor vor den Augen ihrer Familien erschossen", so der Mann, der aus Angst vor Repressalien nicht namentlich genannt werden wollte. Die Stadt Banias liegt im Nordwesten Syriens.

Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa wandte sich am Freitagabend an die Bevölkerung. Überbleibsel der gestürzten Ex-Regierung hätten mit Angriffen versucht, "das neue Syrien zu testen". Al-Scharaa lobte die Reaktion der Sicherheitskräfte und rief die Angreifer auf, ihre Waffen niederzulegen. Jeder, der Übergriffe gegen Zivilisten begehe, werde hart bestraft, kündigte der frühere Rebellenchef zugleich an. Berichte über Massaker erwähnte er nicht.

Neue Kämpfe in Syrien: Schwere Gefechte in Latakia

Die Kämpfe spielten sich vor allem an der Mittelmeerküste ab, die Region gilt als Hochburg der religiösen Gruppe der Aleviten. Vor allem in der Stadt Dschabla etwa 25 Kilometer südlich von Latakia, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, soll es zu schweren Kämpfen gekommen sein. Für Latakia und auch die weiter südlich gelegene Küstenstadt Tartus wurden bis Samstagvormittag Ausgangssperren verhängt.

Der Chef des syrischen Geheimdiensts, Anas Khatab, machte führende Figuren aus dem Militär- und Sicherheitsapparat des gestürzten Ex-Präsidenten Baschar al-Assad für die Angriffe verantwortlich. Diese hätten eine verräterische Operation gestartet, bei der Dutzende Mitglieder von Armee und Polizei getötet worden seien, teilte Khatab per Kurznachrichtendienst X mit. Sie würden dabei aus dem Ausland gesteuert. Einem Bericht der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge waren am Donnerstag bei Angriffen 16 Mitglieder der Sicherheitskräfte der Regierung getötet worden.

Nach Angaben eines Offiziers verlegte die Regierung am Freitag größere Truppenkontingente in die Küstenregion. Dabei soll es zu schweren Gefechten gekommen sein. Seitens der Regierungstruppen seien Artilleriegeschütze, Panzer und Raketenwerfer eingesetzt worden, hieß es.

Demonstrationen in Damaskus

Tausende Menschen versammelten sich in Damaskus und etlichen anderen Städten, um gegen die bewaffneten Anhänger des gestürzten Ex-Präsidenten Assad zu demonstrieren. Viele forderten, die bewaffneten Angriffe zurückzuschlagen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

In der gebirgigen Küstenregion sind teilweise noch bewaffnete Gruppen mit Verbindungen zur im Dezember gestürzten Vorgängerregierung aktiv. Der Sprecher des syrischen Verteidigungsministeriums, Hasan Abdal Gany, teilte mit, wer seine Waffen nicht niederlege, müsse sich einem "unausweichlichen Schicksal" stellen.

Assad hatte Syrien mehr als zwei Jahrzehnte regiert. Nach einer Blitzoffensive unter Führung der Islamistengruppe HTS Ende vergangenen Jahres floh er nach Russland. Die neue Übergangsregierung unter Führung von Präsident Ahmed al-Scharaa versucht seitdem, die Sicherheit im Land wiederherzustellen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die nun ausgebrochenen Kämpfe gelten als die schwersten seit dem Umsturz.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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