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Sarkopenie: Was ist das und was hilft?


Kurz erklärt
Sarkopenie – was ist das?


31.03.2025Lesedauer: 3 Min.
Mann beim Krafttraining: Um übermäßigen Muskelschwund im Alter zu vermeiden, spielt regelmäßiges Krafttraining eine wichtige Rolle.Vergrößern des Bildes
Um übermäßigen Muskelschwund im Alter zu vermeiden, spielt regelmäßiges Krafttraining eine wichtige Rolle. (Quelle: Mladen Zivkovic/getty-images-bilder)
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Verlieren Menschen im Alter an Muskeln, kann das weitreichende Folgen haben und den Alltag beeinträchtigen. Was auf Sarkopenie hindeutet und was hilft.

Unter dem Begriff Sarkopenie verstehen Fachleute den fortschreitenden Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft. Von diesem Prozess, der vor allem im Alter spürbar wird, ist mindestens jeder zweite über 80-Jährige betroffen.

Infolge einer Sarkopenie sind Betroffene weniger körperlich leistungsfähig, neigen eher zu Stürzen und dadurch zu Knochenbrüchen. Auch die kognitiven Fähigkeiten leiden darunter. Somit kann der zunehmende Muskelschwund die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und eine selbstständige Lebensführung gefährden.

Im Vergleich zu gleichaltrigen Menschen ohne altersbedingten Muskelschwund haben Menschen mit Sarkopenie eine niedrigere Lebenserwartung.

Sarkopenie: Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache für Sarkopenie ist der natürliche Alterungsprozess. Ohne ausreichende Gegenmaßnahmen beginnt der Körper bereits etwa ab dem 30. Lebensjahr, Muskeln allmählich in Fettgewebe umzubauen: pro Jahr kommen so etwa 0,3 bis 1,3 Prozent an Muskelverlust zusammen. (Vor allem im mittleren Alter trägt ein vorwiegend sitzender Lebensstil seinen Teil dazu bei.)

Wer nichts dagegen unternimmt, kann auf diese Weise bis zum 80. Lebensjahr rund 30 bis 50 Prozent an Muskelmasse verlieren. Mit zunehmendem Alter macht sich dieser Verlust deutlicher bemerkbar.

Zu den Faktoren, die eine Sarkopenie begünstigen, zählen:

  • mangelnde Bewegung: Zu wenig körperliche Aktivität beschleunigt den Muskelabbau.
  • Fehl- oder Mangelernährung: Eine unzureichende Eiweiß- und Kalorienzufuhr kann den Muskelabbau begünstigen.
  • hormonelle Veränderungen: Mit zunehmendem Alter schüttet der Körper weniger der für den Muskelaufbau verantwortlichen Hormone aus, was den Muskelzuwachs erschweren kann.
  • chronische Erkrankungen: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Sarkopenie einher.

Mögliche Symptome bei Sarkopenie

Eine Sarkopenie kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen, wie zum Beispiel:

  • nachlassende Muskelkraft
  • verminderte Ausdauer
  • Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Aufstehen
  • erhöhtes Sturzrisiko
  • erhöhtes Risiko für Schluckstörungen

Ohne Gegenmaßnahmen kann Sarkopenie auf Dauer die Beweglichkeit erheblich einschränken oder sogar zu Pflegebedürftigkeit führen.

Sarkopenie: Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Um festzustellen, ob eine Sarkopenie vorliegt, wird der Arzt den Betroffenen körperlich untersuchen. Weitere Hinweise geben darüber hinaus verschiedene Tests und bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel die im Folgenden genannten.

Handkrafttest, Stuhl-Aufsteh-Test

Mithilfe eines Greifstärkemessers lässt sich die Stärke des Griffs feststellen. Liegt diese bei über 65-jährigen Frauen unter 16 Kilogramm und bei Männern unter 27 Kilogramm, kann das ein Hinweis auf Sarkopenie sein.

Alternativ kann der sogenannte Stuhl-Aufsteh-Test Aufschluss geben. Bei diesem müssen Betroffene fünfmal aus einer sitzenden Position heraus aufstehen, ohne dabei die Arme zu Hilfe zu nehmen. Dauert dies länger als 15 Sekunden, ist das mehr Zeit, als ansonsten Gesunde dafür benötigen.

Gehtempo

Legen Menschen über 65 Jahren eine Gehstrecke von vier Metern langsamer als 0,8 Meter pro Sekunde zurück, kann das auf eine Sarkopenie hindeuten.

Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA)

Bei diesem speziellen Röntgenverfahren lässt sich auf ähnliche Weise wie bei einer Knochendichtemessung die Muskelmasse feststellen.

Bioimpedanzanalyse (BIA)

Hierbei bekommt der Betroffene im Liegen Elektroden an Händen und Füßen angebracht und ein hochfrequenter Wechselstrom wird angelegt. Der dabei gemessene Widerstand gibt Aufschluss darüber, aus wie viel Muskelmasse und Fettgewebe sich der Körper zusammensetzt.

Sarkopenie: Behandlung und Vorbeugung

Sarkopenie ist behandelbar und bis zu einem gewissen Grad vermeidbar. Die wichtigsten Maßnahmen sind hierbei zum einen ein regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining, um Muskeln aufzubauen und zu erhalten. Zum anderen ist eine ausgewogene Ernährung essenziell, die eiweißreiche Kost und ausreichend Kalorien enthält. Für ältere Menschen ist eine Eiweißzufuhr von 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag zu empfehlen.

Verwendete Quellen
Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

Quellen anzeigenSymbolbild nach unten

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