t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon



HomePolitikUkraine

Ukraine-Krieg: Russland will mit Netzen vor Drohnenangriffen schützen


Ukrainer verspotten Maßnahme
Russland setzt auf kuriose Methode zum Schutz gegen Drohnen

Von t-online, KON

04.04.2025 - 10:47 UhrLesedauer: 2 Min.
imago images 0581355509Vergrößern des Bildes
Zerstörtes Wohnhaus in Schebekino (Archivbild): Russland will Häuser in der Grenzstadt jetzt mit Metallnetzen schützen. (Quelle: IMAGO/Pavel Kolyadin/imago)
News folgen

Drohnen spielen im Ukraine-Krieg auf beiden Seiten eine zentrale Rolle. Russland setzt jetzt auf eine neue Technik, um Wohnhäuser vor Angriffen zu schützen.

In der russischen Grenzstadt Schebekino wird eine neue Methode ausprobiert, um Wohnhäuser vor Drohnenangriffen zu schützen: Wie unter anderem Bilder auf Telegram zeigen, werden ganze Häuserblocks mit einem Metallnetz bedeckt. Wie russische Offizielle erklären, kommt es hier immer wieder zu Drohnenangriffen. Ukrainische Truppen sind bereits vor knapp zwei Wochen über die Grenze in die russische Region Belgorod vorgedrungen.

Laut Medienberichten sollen schon mehr als 40 Wohngebäude mit den Metallnetzen bedeckt sein. Wie russische Medien schreiben, wurden die Netze getestet und sollen dazu in der Lage sein, Drohnen abzufangen und den Zusammenprall mit den Gebäuden zu verhindern. Auch falls die Drohnen in den Netzen explodieren, sollen die Häuser nur leicht beschädigt werden.

Russland setzt Netze auch an der Front ein

Schon im Februar gab es Berichte, dass das russische Militär einen zwei Kilometer langen Tunnel aus dem Metall-Netz gebaut hatte, um Waffen und Geräte vor ukrainischen Angriffen zu schützen. Bereits 2023 soll Russland begonnen haben, mit Schutz-Netzen zu experimentieren. Die Idee: Die schlechten Kameras der Drohnen können das Netz nicht erkennen und verheddern sich deswegen.

Vor allem die etwa drei Kilogramm schweren First-Person-View-Drohnen der Ukraine sollen durch die Netze gestoppt werden. Dabei handelt es sich meist um marktübliche Drohnen, die mit Sprengsätzen ausgestattet sind. Gegen Raketen oder die deutlich schwereren Shahed-Drohnen, die Russland verwendet, wäre dieser Schutz, wie die "Kyiv Post" schreibt, aber aller Wahrscheinlichkeit nach unwirksam.

Wjatscheslaw Gladkow, der Gouverneur der Region, hatte die Aktion schon im vergangenen November angekündigt. Er erklärte: "Wir haben so etwas noch nie probiert. Wir merken, dass die Situation angespannt ist und versuchen neue Wege zu finden, um Menschen und ihr Eigentum zu beschützen." Die Netze sollen dabei mehr ein Experiment sein und nur temporären Schutz liefern. Etwa im Winter, bei Schneefall, wären sie nicht mehr nützlich.

Ukrainer verspotten die Aktion

Auch wenn die Materialkosten für den Drohnenschutz nicht hoch sind, ist die Installation der Netze arbeitsintensiv. Ein Arbeiter erklärte gegenüber der russischen Zeitung "Belgorodskie Izvestia", dass das Anbringen der Netze unter idealen Wetterbedingungen zwischen fünf und sechs Tagen in Anspruch nimmt.

Wie die Zeitung schreibt, würden die Anwohner die Aktion begrüßen und sich unter den Netzen sicherer fühlen. Auf ukrainischer Seite reagierte man auf die Aktion derweil mit Spott – und zweifelte die Wirksamkeit der Aktion an. Es war von "Moskitonetzen" die Rede.

Gleichzeitig schreibt die "Kyiv Post" unter Berufung auf Angehörige des ukrainischen Militärs, dass auch die Ukraine an der Front mit Netzen arbeitet. Die Netze könnten demnach auch Sprengkörper abfangen – und so Explosionen verhindern.

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...



Telekom