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Ostsee: Kreuzfahrtschiff friert in zwei Meter dicker Eisdecke fest


Eingeschlossen im Eis
Kreuzfahrtschiff friert in Ostsee fest – Eisbrecher erreicht Limit

Von t-online, lea

Aktualisiert am 04.04.2025 - 06:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Eisbrecher "Polaris" zieht Kreuzfahrtschiff: Die Rettung in der zugefrorenen Ostsee wird für die rund 200 Passagiere zum Abenteuer.Vergrößern des Bildes
Eisbrecher "Polaris" zieht Kreuzfahrtschiff: Die Rettung in der zugefrorenen Ostsee wird für die rund 200 Passagiere zum Abenteuer. (Quelle: Facebook/Hapag-Lloyd Cruisess)
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Mitten in der zugefrorenen Ostsee kommt die "Hanseatic Spirit" nicht mehr weiter. Jetzt muss ein starker Eisbrecher ran – doch selbst der stößt an seine Grenzen.

Mitten in der zugefrorenen Ostsee ist am Wochenende ein Kreuzfahrtschiff der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd stecken geblieben: Die "Hanseatic Spirit" hatte bereits beim Ablegen im finnischen Hafen Kemi Schwierigkeiten – wenige Seemeilen später war endgültig Schluss. Umringt von bis zu drei Meter dickem Eis, musste das Expeditionsschiff nun die Hilfe eines Eisbrechers abwarten.

"Wir warten jetzt auf die 'Kontio'", informierte Kapitän Claas Fischer seine Passagiere. Der Eisbrecher mit 20.000 PS Leistung sollte das Schiff mithilfe eines Stahlseils durch die vereiste Bottenwiek ziehen – den nördlichsten Teil der Ostsee zwischen Schweden und Finnland.

Es sind harte Bedingungen: Die Temperaturen auf See liegen bei rund minus fünf Grad, die Eisdecke ist zwei Meter dick – und reicht bis zum Horizont.

Spektakuläres Manöver

Das 138 Meter lange Kreuzfahrtschiff ist zwar für arktische Bedingungen gebaut – mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe (PC 6) kommt es durch 60 bis 70 Zentimeter dicke Eisdecken. Doch gegen den nordischen Winter vor Kemi kommt auch die modernste Technik nicht mehr allein an. In solchen Fällen springen finnische oder schwedische Eisbrecher ein.

Für die Crew des Kreuzfahrtschiffes ist es jedes Mal eine Herausforderung – für die Passagiere ein Erlebnis. Am Sonntag schleppte die "Kontio" das Expeditionsschiff so weit wie möglich durch das Eis. Doch irgendwann ging auch für sie nichts mehr.

Dann kam die "Polaris": Der modernste und stärkste finnische Eisbrecher übernahm die Rettungsaktion. Mit 25.800 PS und 110 Metern Länge brach er den Weg frei. Die "Hanseatic Spirit" konnte mit geringer Geschwindigkeit, aber unter voller Kraft weiterfahren.

Eisbrecher-Flotte in Finnland

Finnland verfügt über eine der weltweit stärksten Eisbrecherflotten. Acht spezialisierte Schiffe stehen bereit, um im Winter wichtige Schifffahrtsrouten offen zu halten – und festgefrorene Frachter oder Passagierschiffe zu befreien. Neben der "Polaris" und der "Kontio" gibt es die "Fennica", die "Nordica", die "Otso", die "Urho", die "Sisu" und die "Voima". Ihre Einsätze sind in der Regel genau geplant und Teil des maritimen Vorsorgesystems im Winter.

Seit Montag ist das Kreuzfahrtschiff wieder unterwegs. Kurs: Rauma an der finnischen Westküste. Am Freitag fährt es dann durch den Nord-Ostsee-Kanal, bevor die zweiwöchige Lappland-Kreuzfahrt am Samstagabend in Hamburg endet.

Für die Crew der "Hanseatic Spirit" bedeutet die Eisfahrt durch die gefrorene Ostsee auch jede Menge Arbeit: Beim Durchqueren des festen Packeises wird regelmäßig Farbe vom Rumpf des Schiffs abgeschabt – eine Begleiterscheinung, die Reparaturen nach sich zieht. In den kommenden Wochen sollen die Lackschäden während einer Hafenliegezeit ausgebessert werden.

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