Streit zwischen Lafontaine und Lutze Bericht: Linke im Saarland schmeißt Fraktionsvize raus
Der Machtkampf im Linken-Landesverband Saarland reißt nicht ab. Weil sie der Partei geschadet habe, wird die Landtagsfraktionsvize und Ex-Landeschefin Astrid Schramm nun aus der Partei ausgeschlossen.
Im Saarland hat die Linke ihre Landtagsfraktionsvize und Ex-Landeschefin, Astrid Schramm, aus der Partei geschmissen. Wie das Nachrichtenmedium "Der Spiegel" berichtete, geht diese Entscheidung aus einem Schreiben der saarländischen Landesschiedskommission der Partei hervor.
Darin ist zu lesen, dass die Kommission die "der Antragsgegnerin insgesamt vorgeworfenen Verhaltensweisen als geeignet und ausreichend" für einen Ausschluss ansieht. Allerdings ist der Ausschluss noch nicht wirksam, da Schramm noch vor die Bundesschiedskommission ziehen kann.
Machtkampf innerhalb der Partei
Der Ausschluss von Schramm geht auf den innerparteilichen Streit im Linken-Landesverband Saarland zwischen dem Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaine und dem Landesvorsitzenden Thomas Lutze zurück. Lutze wird nach Angaben des „Spiegel“ vorgeworfen, Parteimitglieder gekauft zu haben, um sich Mehrheiten zu sichern. Dieser wiederum bestreitet die Vorwürfe. Schramm wiederum wird angekreidet, mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen zu sein und damit der Partei geschadet zu haben. Sie hatte auch Anzeige gegen Lutze erstattet.
Zuletzt hatte der Landesvorstand Schramm und Lafontaine nahegelegt, die Partei zu verlassen. Lafontaine wiederum rief dazu auf, die Linke mit der Zweistimme im Saarland nicht zu wählen, da dort Lutze für den Bundestag kandidiert.
- Spiegel-Vorabmeldung vom 25. Juni 2021