Journalistenverband veröffentlicht Brief Friedrich Merz äußert sich zum Pressefreiheit-Eklat

"Wir brauchen die nicht mehr", sagte Friedrich Merz bei einer Veranstaltung. Gemeint waren wohl Journalisten. Nun reagiert er auf anhaltende Kritik.
Der CDU-Politiker Friedrich Merz hatte sich vor wenigen Tagen zur Berichterstattung in deutschen Medien geäußert. Über die eigenen Internetseiten, wie etwa auch die Social-Media-Kanäle, könnten Politiker ihre eigenen Interessen wahrnehmen und "ihre eigene Deutungshoheit auch behalten", hatte Merz gesagt. "Wir brauchen die nicht mehr", sagte er über Journalisten. Das sei eine gute Folge der Digitalisierung.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) schrieb daraufhin einen offenen Brief an Merz und fragte den CDU-Politiker, ob er wirklich denke, Journalisten seien eine überflüssig gewordene Berufsgruppe. Weiter schreibt der Vorsitzende des DJV, Frank Überall: "Sollte das tatsächlich Ihre Absicht sein, sage ich Ihnen den erbitterten Widerstand des DJV gegen diese Art der Informationspolitik voraus." Der DJV kritisierte außerdem die Aussage von Merz, Journalisten und Medien als vierte Säule des Staates aushebeln zu wollen.
Nun äußerte sich Friedrich Merz ebenfalls in einem offenen Brief: Der von ihm gesagte Satz, "Wir brauchen die nicht mehr", habe ausschließlich und erkennbar im Zusammenhang mit der Verbreitung von Nachrichten über die Social-Media-Kanäle gestanden. Er betone bei fast jeder seiner Reden die Bedeutung und Notwendigkeit der Pressefreiheit, die er "durch ganz andere Entwicklungen erheblich gefährdet" sehe. Wer ihn kenne, wisse, dass die Pressefreiheit für ihn eine Grundvoraussetzung einer offenen und freien Gesellschaft sei. "Es gibt also keinerlei Notwendigkeit, den Widerstand des DJV zu organisieren."
Der DJV kommentiert die Worte des Politikers mit den Worten: "Jetzt müssen auch Taten folgen."
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