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Masern-Impfung in den USA: RFK Jr. soll Fake-Daten von Forschern verlangen


Dann zwang der Politiker ihn zum Rücktritt
Impf-Forscher macht umstrittenem US-Minister schwere Vorwürfe

Von t-online, jse

Aktualisiert am 04.04.2025 - 21:49 UhrLesedauer: 2 Min.
RFK Jr.: Er ist Donald Trumps Gesundheitsminister.Vergrößern des Bildes
RFK Jr.: Er ist Donald Trumps Gesundheitsminister. (Quelle: Leah Millis)
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Peter Marks, Chef der Impfstoffzulassung in den USA, trat nach Druck von RFK Jr.'s Team zurück. Der Minister habe unbelegte Daten zur Masernimpfung verlangt – Marks weigerte sich.

Der bisherige Chef der Impfstoffzulassung in den USA, Peter Marks, hat seinen Rücktritt erklärt – die Behörde verlassen wird er am Samstag. Das Team von Trumps Gesundheitsminister Robert F.Kennedy Jr. (RFK) habe ihm nahegelegt, zu gehen und gedroht, ihn andernfalls zu feuern.

Der Grund: Das Team von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. habe ihn aufgefordert, wissenschaftlich nicht belegbare Daten zur Gefährlichkeit der Masernimpfung für sie zu erstellen. Marks habe sich geweigert, erklärte er in einem Interview mit dem "Wall Street Journal".

Laut Marks habe Kennedys Team konkret Daten zu Fällen von Hirnschwellungen und Todesfällen durch die Masernimpfung angefordert. Marks sagte, solche Daten existierten schlicht und einfach nicht, weil es in den USA keine bestätigten Fälle gebe. In seinen Worten: "Ich kann nur zu einem Schluss kommen: Es gab kein Verständnis für jemanden, der sich streng an die Wissenschaft hält."

Kritik an wissenschaftsfeindlicher Agenda

Marks war eigenen Angaben zufolge bereit gewesen, mit dem neuen Ministerium zusammenzuarbeiten. Doch der Kurswechsel unter Kennedy habe seine Behörde erheblich geschwächt. Der bisherige FDA-Direktor erklärte, er könne seine Loyalität nur der Wissenschaft gegenüber wahren – nicht aber gegenüber Verschwörungstheorien.

Kennedys Personalentscheidungen und Umstrukturierungen im Gesundheitswesen stoßen auf breite Kritik. Zuletzt hatte er unter anderem einen Forscher eingestellt, der in impfkritischen Kreisen als Galionsfigur gilt. Dieser soll nun zu Zusammenhängen zwischen Impfungen und Fällen von Autismus forschen – die nach überwältigender Studienlage nicht existieren.

Zudem setze sich Kennedys Team für eine Lockerung der Regulierung von bislang unbewiesenen Stammzelltherapien ein – mit Risiken für Patientinnen und Patienten. "Was sie versuchen, ist potenziell gefährlich", sagte Marks. Fehlerhaft hergestellte Stammzellen könnten demnach Menschen ernsthaft schaden.

Politischer Einfluss und interne Konflikte

Marks war während der Corona-Pandemie maßgeblich an der Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe beteiligt gewesen. Seine wissenschaftlich geprägte Amtsführung stieß seinen Aussagen zufolge jedoch zunehmend auf Widerstand aus dem Umfeld von Kennedy und Trump. Einzelne Berater hätten Marks gar vorgeworfen, die Zulassung des ersten Covid-Impfstoffs verzögert zu haben – ein Vorwurf, den Marks zurückwies und stattdessen auf den Schutz der öffentlichen Gesundheit verwies.

Auch der neue FDA-Kommissar Marty Makary hatte sich zuletzt gegen Marks gestellt. Er kritisierte öffentlich dessen Haltung, Covid-19-Auffrischungsimpfungen einer breiten Bevölkerungsgruppe zugänglich zu machen. Kurz nach Marks' Rücktritt ließ Makary die Frist für eine Impfstoffzulassung verstreichen, die die Forscher der Behörde bereits bewilligt hatten.

Marks sieht durch diese Entwicklungen nicht nur die Glaubwürdigkeit der FDA gefährdet, sondern auch die Innovationskraft der US-Gesundheitsforschung insgesamt. In seinen Worten: "Sie haben etwas kaputt gemacht, ohne zu wissen, wie man es wieder zusammenbaut."

Verwendete Quellen
  • wsj.com: "Ousted Vaccine Chief Says RFK Jr.’s Team Sought Data to Justify Anti-Science Stance" (Englisch, kostenpflichtig)
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