Mehr E-Autos, weniger Euphorie Tesla im freien Fall – dieser Autobauer überholt Musks Firma

Elektroautos verkaufen sich besser – aber nicht für Tesla. Der Absatz des US-Herstellers bricht ein, während ein Konkurrent an die Spitze drängt. Und das ist nicht einmal das größte Problem der Marke.
Der Absatz neuer Elektroautos steigt, aber von Euphorie keine Spur. Im März wurden in Deutschland 42.521 E-Autos neu zugelassen – ein Plus von 35,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen stieg auf 16,8 Prozent.
Ist das der große Durchbruch? Nein, sagt Constantin M. Gall von EY. Das Wachstum sei vor allem eine Folge des schwachen Vorjahres. Ende 2023 sei der Absatz nach dem abrupten Förderstopp eingebrochen – der aktuelle Anstieg sei daher nur eine Erholung auf niedrigem Niveau. Gall warnt: Der Absatz bleibe hinter den Zielen der Politik und den Erwartungen der Industrie zurück.
Preissenkungen? Wohl kaum
Viele Käufer hoffen, dass E-Autos bald billiger werden. Doch Gall dämpft die Erwartungen: Die EU-Kommission könnte die Klimavorgaben für Autohersteller lockern. Dann würde der Druck auf die Hersteller sinken – und damit auch die Chance auf Rabatte. Wer also auf große Preissenkungen hofft, könnte enttäuscht werden.
Tesla: Vom Überflieger zum Krisenfall
Während der Gesamtmarkt leicht schrumpfte – die Pkw-Neuzulassungen gingen im März um 3,9 Prozent auf 253.497 Fahrzeuge zurück –, erlebte Tesla einen regelrechten Absturz. Die Neuzulassungen brachen um 42,5 Prozent auf nur noch 2.229 Fahrzeuge ein.
Und das nicht nur in Deutschland. Weltweit lieferte Tesla im ersten Quartal 13 Prozent weniger Autos aus als im Vorjahr. Auch die Produktion ging um fast 16 Prozent zurück. In China sanken die Verkaufszahlen im März um 11,5 Prozent, in Frankreich sogar um 37 Prozent. In Schweden brach der Absatz um 64 Prozent ein. Noch mehr rote Zahlen finden Sie hier.
Elon Musk: Der Mann, der Tesla ausbremst
Tesla leidet nicht nur unter der wachsenden Konkurrenz aus China und Europa. Steigende Zölle machen dem Unternehmen ebenso zu schaffen wie eine veraltete Modellpalette. Doch das größte Problem sitzt ganz oben: Elon Musk.
Der Tesla-Chef hat sich mit seinen politischen Äußerungen in die Kritik manövriert – und das Image der Marke gleich mit. Seine Unterstützung für Donald Trump und seine Nähe zu rechtsextremen Gruppierungen haben viele Kunden verprellt. Analysten sehen darin einen klaren Grund für den Absatzrückgang. Wer früher Tesla kaufte, sucht heute nach Alternativen.
Ein Gewinner steht schon fest
Während Tesla abstürzt, steigt ein anderer auf: Die chinesische Marke BYD hat Tesla fast über Nacht als weltgrößten E-Autobauer abgelöst – und ihre Aktionäre reich gemacht.
- Nachrichtenagentur dpa
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