Folgen der Corona-Pandemie Flughafen Frankfurt-Hahn ist insolvent
In der Corona-Pandemie ist der Flugverkehr eingebrochen. Das hat die Reisebranche vor große Probleme gestellt. Der Flughafen Frankfurt-Hahn musste nun Insolvenz anmelden.
Der Flughafen Frankfurt-Hahn im Bundesland Rheinland-Pfalz ist insolvent. Das zuständige Amtsgericht Bad Kreuznach teilte dies am Dienstag mit. Zunächst hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet.
Laut Amtsgericht wurde der Restrukturierungsexperte Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Wie eine Sprecherin des Amtsgerichts t-online auf Anfrage sagte, hätten insgesamt fünf Gesellschaften, die zum Flughafen Frankfurt-Hahn gehören, Insolvenz angemeldet.
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Bereits im Sommer hatte ein Gläubiger des Unternehmens einen Insolvenzantrag gegen den Airport gestellt, ihn aber einige Tage später zurückgerufen. Zu den genauen Gründen des Antrags und des Rückzugs wurde damals nichts bekannt.
"Ich werde mir jetzt zusammen mit meinem Team vor Ort einen Überblick über die aktuelle Lage des Flughafens Frankfurt-Hahn verschaffen und die Möglichkeiten für die Sanierung des Unternehmens ausloten", sagte Plathner laut Mitteilung. Der Flugbetrieb läuft indes in vollem Umfang weiter, so Plathner.
Chinesische Muttergesellschaft hat Finanzprobleme
Der Flughafen war vor der Pandemie noch der zehntgrößte deutsche Passagierflughafen. 2019 fertigte er 1,5 Millionen Fluggäste ab. Vor allem die irische Billigfluggesellschaft Ryanair startet mit ihren Maschinen in Hahn. Zudem wurden 170.000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen.
Hauptanteilseigner an der Flughafengesellschaft ist mit 82,5 Prozent die chinesische HNA Airport Group GmbH. 2017 hatte sie die Anteile des Landes Rheinland-Pfalz übernommen. Rheinland-Pfalz wiederum hatte die Anteile 2009 vom Unternehmen Fraport übernommen.
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Die HNA musste selbst Anfang des Jahres Insolvenz anmelden. Es ist wahrscheinlich, dass dies auch den Airport Hahn getroffen hat. Der Flughafen sei auf gutem Kurs, hieß es indes Anfang Oktober. Das Bundesland Hessen hält 17,5 Prozent an dem Flughafen.
Trotz seiner namentlichen Nähe zur hessischen Metropole Frankfurt liegt der Flughafen im rheinland-pfälzischen Hunsrück. Einst vom US-Militär genutzt wurde er 1993 für die zivile Luftfahrt umgewandelt. Doch aufgrund der militärischen Vergangenheit gibt es keine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Aus den umliegenden Städten fahren allerdings Fernbuslinien.
- Eigene Recherche
- Gespräch mit Amtsgerichts-Sprecherin
- Mitteilung von Plathner
- Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und dpa
- Wirtschaftswoche: "Flughafen Frankfurt-Hahn ist insolvent"