Kurzfristige Hilfe Seehofer kündigt großes Finanzpaket für Flutopfer an
Viele Menschen in Westdeutschland verlieren ihr Hab und Gut: Die Fluten stellen ganze Orte unter Wasser, nun kündigt Innenminister Horst Seehofer große Hilfen an. Bei vergangenen Flutkatastrophen stellte der Bund Milliardensummen.
Die Bundesregierung will innerhalb weniger Tage umfangreiche Finanzhilfen für die Hochwasser-Geschädigten vorbereiten. Wegen Starkregens sind an Rhein, Mosel und kleineren Flüssen im Westen Deutschlands die Pegelstände gestiegen. Straßen sind überflutet, Häuser eingestürzt, Dämme drohen zu brechen. Es gibt Dutzende Tote. Viele Menschen werden vermisst.
"Das Konzept dafür entwickelt mein Haus gerade noch mit der Bundeskanzlerin und Bundesfinanzminister Olaf Scholz", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). "Es soll möglichst schon am Mittwoch ins Kabinett." Details wolle er nicht nennen, bevor es ein klares Bild vom Ausmaß der Schäden gebe. "Aber Sie können davon ausgehen, dass es ein großes Paket sein wird", so Seehofer.
Mit welcher Schadenshöhe die deutschen Versicherer in den Flutgebieten rechnen, können Sie hier nachlesen. Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser von Elbe und Donau, das 2013 acht Bundesländer betraf, hatte die Bundesregierung einen Fluthilfefonds über acht Milliarden Euro aufgelegt.
Eigentümerverband: "Ganze Familien stehen vor dem Nichts"
Mit seinem angekündigten Hilfspaket kommt Seehofer ersten Forderungen aus der Wirtschaft zuvor. Der Eigentümerverband Haus & Grund hat angesichts der Flutschäden am Freitag die schnelle Einrichtung eines staatlichen Hilfsfonds gefordert. "Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren. Ganze Familien stehen vor dem Nichts. Ihnen muss schnell und unbürokratisch vom Staat geholfen werden", erklärte Verbandspräsident Kai Warnecke.
Erst wenn das Wasser zurückgegangen ist, werde sich das ganze Ausmaß der Schäden zeigen. Dann müssten Häuser von Schlamm befreit, getrocknet, auf ihre Standsicherheit geprüft und teilweise oder komplett neu errichtet werden. "Dies alles wird viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen. Geld das viele private Eigentümer nicht haben", erklärte Warnecke. Die Menschen dürften mit diesen Problemen auch langfristig nicht alleine gelassen werden.
- Nachrichtenagenturen Reuters und AFP