Chipindustrie unter Druck Aixtron mit düsterem Ausblick: Aktie stürzt ab
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Die Aixtron-Aktie fällt nach einer enttäuschenden Umsatzprognose für 2025 deutlich. Zusätzlich belasten ein schwieriges Marktumfeld und eine drastische Kürzung der Dividende.
Die Anleger reagieren schockiert: Die Aixtron-Aktie verliert nach der Vorlage der Jahreszahlen zweistellig an Wert. Der Grund: Der Chipanlagenbauer erwartet für 2025 einen deutlichen Umsatzrückgang und kündigt zudem eine drastische Kürzung der Dividende an. Auch die Margen schrumpfen, und die schwache Nachfrage nach Automobil-, PC- und Speicherchips belastet das Geschäft. Gleichzeitig gibt es einen Führungswechsel im Aufsichtsrat – doch ob das dem Unternehmen neuen Schwung verleiht, bleibt fraglich. Steht Aixtron eine längere Durststrecke bevor?
Ursachen des Kurssturzes
Die Aixtron-Aktie fiel am Dienstag um bis zu 10,4 Prozent und war damit der schwächste Wert im MDax. Grund für den deutlichen Kursrutsch ist die mit Enttäuschung aufgenommene Umsatzprognose für 2025. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr Erlöse zwischen 530 und 600 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 633 Millionen Euro im Vorjahr. Auch die Profitabilität leidet: Die EBIT-Marge soll nur noch zwischen 18 und 22 Prozent liegen, nach 21 Prozent im Jahr 2024.
Ein weiterer Belastungsfaktor ist das schwächelnde Marktumfeld. Während die Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz (KI) wächst, können diese Zuwächse die rückläufigen Bestellungen aus den Bereichen Automobil, PC und Speicherchips nicht ausgleichen. Zudem meldete Aixtron einen deutlichen Rückgang beim Auftragseingang. Im Schlussquartal 2024 sank dieser um 23 Prozent – ein klares Zeichen dafür, dass sich Kunden beim Ausbau ihrer Produktionskapazitäten derzeit zurückhalten.
Managementwechsel und Strategie
Neben den enttäuschenden Geschäftszahlen macht auch ein Führungswechsel im Aufsichtsrat Schlagzeilen. Alexander Everke, der frühere CEO von AMS-Osram, soll nach der Hauptversammlung am 15. Mai den langjährigen Aufsichtsratschef Kim Schindelhauer ablösen. Schindelhauer war – mit einer kurzen Unterbrechung – seit 23 Jahren an der Spitze des Gremiums.
Everke bringt mit Ingo Bank einen weiteren Vertrauten aus seiner Zeit bei AMS-Osram mit. Bank, der unter Everke Finanzvorstand bei Osram Licht war und später dieselbe Position beim fusionierten Konzern AMS-Osram übernahm, soll in den Aufsichtsrat von Aixtron einziehen. Seit knapp zwei Jahren ist Bank CFO der City Football Group, die unter anderem den englischen Top-Klub Manchester City besitzt.
Die Personalentscheidungen sind nicht unumstritten. Everke war maßgeblich an der Übernahme von Osram durch AMS beteiligt, hinterließ dabei aber einen hochverschuldeten Konzern. Anleger stellen sich nun die Frage, ob er Aixtron mit einer erfolgreichen Strategie weiterentwickeln kann – oder ob die Personalrochade Unsicherheiten mit sich bringt.
Auswirkungen auf die Aktie
Die Aixtron-Aktie steht unter Druck. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf rund 20 Prozent – und das, obwohl die Aktie 2023 noch stark von der KI-Euphorie profitierte. Ein besonders negatives Signal für Investoren ist die drastische Reduzierung der Dividende. Aixtron senkt die Ausschüttung für 2024 auf 0,15 Euro pro Aktie – nach 0,40 Euro im Vorjahr. Dies dürfte vor allem Dividendenjäger abschrecken.
Analysten bewerten die Lage gemischt. Das Analysehaus Jefferies belässt die Aktie auf "Hold" mit einem Kursziel von 16 Euro. Während der Umsatz im vierten Quartal über den Erwartungen lag, enttäuschte die Bruttomarge. Analystin Olivia Honychurch betont zudem, dass die Prognose für 2025 unter den Erwartungen liege und Unsicherheiten für eine mögliche Erholung im Jahr 2026 bestünden.
Kurzfristig bleibt die Lage herausfordernd. Solange sich der Chipmarkt nicht erholt, wird Aixtron Schwierigkeiten haben, neue Wachstumstreiber zu finden. Der Markt für Künstliche Intelligenz allein reicht nicht aus, um die Schwächen in anderen Bereichen auszugleichen.
- finanzen.net: "AIXTRON-Aktie tiefrot: AIXTRON zahlt weniger Dividende und gibt verhaltenen Ausblick"
- marketscreener.com: "Jefferies belässt Aixtron nach Zahlen auf 'Hold'"
- Mit Material der Nachichtenagentur Reuters
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