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Umfrage: Ein Drittel der Deutschen bezeichnet sich als psychisch erkrankt


Aktuelle Befragung
Ein Drittel der Deutschen ist psychisch erkrankt


02.04.2025 - 09:30 UhrLesedauer: 3 Min.
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Eine Frau sitzt am Laptop: Die Anzahl der Deutschen, die sich selbst als mental erkrankt bezeichnen, steigt. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Dmitrii Marchenko/imago)
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Immer mehr Menschen leiden an Depressionen, Angststörungen und anderen Erkrankungen. Das liegt auch an der schlechten wirtschaftlichen Situation des Landes.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist angespannt und das hat teils dramatische Auswirkungen: Stress und Angst vor Jobverlust belasten viele Menschen bis zur seelischen Störung. Mehr als ein Drittel der Deutschen bezeichnet sich aktuell als psychisch erkrankt. Das geht aus dem Mental Health Report des Versicherers Axa hervor, der t-online vorab vorlag.

Demnach gaben 34 Prozent der Befragten an, aktuell unter Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Zwangsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen zu leiden. Unter den Berufstätigen insgesamt waren es 32 Prozent, also etwas weniger als im Gesamtdurchschnitt, aber dennoch drei Prozentpunkte mehr als in der Vorjahresbefragung.

Unter Vollzeitbeschäftigten bezeichneten sich in der Befragung 31 Prozent als psychisch erkrankt, bei Selbstständigen waren es 33 Prozent und bei Teilzeit-Beschäftigten 35 Prozent.

Zur Studie

Für den Axa Mental Health Report hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Oktober und November 2024 eine repräsentative Umfrage in Deutschland und 15 weiteren Ländern durchgeführt. Dabei wurden in Deutschland 2.000 Personen über 18 Jahren befragt.

Rezession und Stellenabbau als Gründe

Für ihre angeschlagene Psyche gaben die Befragten mehrere Gründe an. 45 Prozent der Berufstätigen schrieben Arbeitsstress Einfluss auf ihre mentale Gesundheit zu. Bei 37 Prozent hat dieser Stress in der Vergangenheit schon einmal Auswirkungen auf ihren Schlaf. 33 Prozent hatten dadurch schon Symptome wie Kopfschmerzen. 32 Prozent der Berufstätigen stellten aufgrund beruflichen Stresses auch eine erhöhte Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen fest.

Doch auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland belastet die Menschen. Die andauernde Rezession und der damit verbundene Stellenabbau bei vielen großen Firmen machen den Menschen Angst. 39 Prozent der Berufstätigen nannten dies als Belastung. Unter den Unternehmern und Selbstständigen waren es sogar fast die Hälfte (48 Prozent).

Mehr als ein Viertel krankgeschrieben

Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen. Mit 26 Prozent gab mehr als ein Viertel der Befragten an, im vergangenen Jahr wegen mentaler Probleme krankgeschrieben gewesen zu sein. Im Vorjahr waren es 21 Prozent gewesen.

Axa-Vorständin Sirka Laudon sagt: "Deutschland steckt in einer ernsten wirtschaftlichen Krise. Die Folgen sind für viele Menschen dramatisch." Dabei dürfe allerdings nicht vergessen werden, dass für die nötige Kraftanstrengung die Mitarbeitenden gebraucht würden. Doch deren Resilienz nehme derzeit eher ab.

Vor diesem Hintergrund bekommt die Aussage von 66 Prozent der Befragten, dass ihre Unternehmen keinerlei Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens anbieten, zusätzliche Brisanz. 41 Prozent erwarten genau das von ihrem Arbeitgeber. 14 Prozent der Befragten gaben an, sogar einen Arbeitgeberwechsel in Betracht zu ziehen, um Stress zu reduzieren.

Arbeitsumfeld ist aussagekräftig

Der Arbeitgeber hat für viele Beschäftigte einen großen Einfluss auf ihr Wohlbefinden. Wer ein gutes Verhältnis zu seinen Kollegen und Vorgesetzten pflegt, gab in der Befragung deutlich seltener an, mental erkrankt zu sein. In dieser Gruppe waren es nur 14 Prozent im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt der Beschäftigten mit 32 Prozent.

Auch wer sein Arbeitsumfeld als neutral oder gut wahrnimmt, etwa was Lärm betrifft, gab zu einem deutlich niedrigeren Anteil an, mental erkrankt zu sein (14 Prozent). Ähnliches gilt für eine gute Unternehmenskultur und zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz. Befragte, die dies an ihrer Arbeitsstätte lobten, gaben jeweils nur zu 16 und 17 Prozent an, mental erkrankt zu sein.

"Der Arbeitsplatz und die Kolleginnen und Kollegen können Sicherheit, Zugehörigkeit, Halt und Perspektive geben. Wer als Arbeitgeber auf Teamzusammenhalt achtet und ein gutes, unterstützendes Umfeld schafft, kann die Resilienz der Mitarbeitenden erfolgreich stärken", ordnet Axa-Vorständin Laudon die Ergebnisse ein. Die Befragung kann allerdings keine kausalen Zusammenhänge aufzeigen. So ist etwa denkbar, dass Personen, die an psychischen Erkrankungen leiden, seltener in Vollzeit arbeiten können und somit die Anzahl der Betroffenen unter Teilzeit-Arbeitnehmern größer ist.

Verwendete Quellen
  • Axa Mental Health Report
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