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Bayer Leverkusen: Wie viel Schuld trägt Xabi Alonso am Pokal-Aus?


Leverkusens größte Blamage
Wie viel Schuld trägt Xabi Alonso?


02.04.2025 - 09:54 UhrLesedauer: 3 Min.
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Xabi Alonso: Er stand nach dem Pokalaus im Rampenlicht. (Quelle: IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer/imago)
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Im DFB-Pokal sollte für Bayer Leverkusen der vierte Titel in der Amtszeit von Xabi Alonso herausspringen. Stattdessen erlitt die "Werkself" eine ungewohnte Bruchlandung gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld.

Nach dem Abpfiff auf der Bielefelder Alm versuchte Xabi Alonso eine sachliche Analyse zu formulieren, ohne sein Team allzu sehr zu kritisieren. "Wir haben es nicht gut gemacht, hatten keine Kontrolle als Team und individuell. Es hat heute nichts funktioniert. Es war eine wichtige Nacht für uns, um wieder ins Finale zu kommen, aber wir haben nicht unser volles Niveau gezeigt", sagte der 43-jährige Baske.

Natürlich muss man von hochgepriesenen Spielern wie Granit Xhaka, Patrik Schick und Alejandro Grimaldo mehr erwarten als die gezeigte Leistung gegen den Vierten der 3. Liga. Es hat über die Jahre immer wieder große Sensationen im DFB-Pokal gegeben. Jedoch passierten diese meist, wenn ein Favorit seine Chancen nicht nutzte und vom Außenseiter ausgekontert wurde. Oder krumme Tore fielen. Am Dienstagabend war Leverkusen schlichtweg nicht die bessere Mannschaft, und das trotz des signifikanten Qualitätsunterschieds auf dem Papier.

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Doch es wirkte fast so, als hätte die "Werkself" mit Absicht nicht die volle Kontrolle über die Partie übernommen. Statt des oftmals praktizierten Kurzpass-Aufbauspiels, angeleitet von Abwehrchef Jonathan Tah, spielte Leverkusen vergleichsweise viele lange Bälle über die erste Pressinglinie von Bielefeld hinweg. Solch eine Herangehensweise haben wir von Alonsos Team in dieser Saison bereits gesehen, allerdings geschah das etwa gegen Bayern München in der Bundesliga-Hinrunde oder Liverpool in der Champions-League-Vorrunde. Gegen die Besten Europas, nicht gegen Bielefeld, bei allem Respekt vor U20-Nationalspieler Marius Wörl und seinen Mitstreitern.

Zur Veranschaulichung: Über die 90 Minuten hinweg spielte Leverkusen lediglich 22 Pässe mehr als Bielefeld. Der Ballbesitz war fast 50:50 verteilt, selbst die Passquote war mit 64 zu 63 Prozent nahezu identisch. Leverkusen war in der Luft stärker und konnte die physische Präsenz ein Stück weit mit langen Bällen nutzen. Aber: Durch den Einsatz vieler hoher Anspiele wurde bewusst oder unbewusst der qualitative Unterschied zwischen beiden Teams auf ein Minimalmaß reduziert. Bundesliga-Teams, erst recht solche, die um die Meisterschaft mitspielen, sind nun einmal am Boden und in puncto Tempo Drittligateams überlegen. So wurde die Angelegenheit für Bielefeld zu jener Art von Kampf um Rebounds, die man aus dem Liga-Alltag kennt.

Nicht ohne Grund begehrt

Ein Erklärungsansatz könnte sein, dass Leverkusen um jeden Preis frühe Ballverluste vermeiden und somit Bielefeld keine Umschaltangriffe erlauben wollte. Zugleich war der Rasen in der SchücoArena nicht unbedingt für schnelles Kurzpassspiel gemacht. Alonso hat in dieser Saison schon einige Male die taktischen Abläufe und Schwerpunktlegung im Ballbesitz für eine Partie angepasst – und damit auch oftmals Erfolg gehabt. Nicht ohne Grund steht er auf dem Zettel vieler europäischer Top-Klubs. Aber durch diese Anpassungen kann er sich auch gelegentlich vercoachen oder sein Team ein Stück weit schwächen.

Zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass Leverkusen ohne Florian Wirtz, welcher aktuell aufgrund einer Innenbandverletzung ausfällt, gerade im Spielaufbau erheblich geschwächt ist. So sehr der Double-Gewinn der Vorsaison ein Mannschaftserfolg war, Wirtz ist besonders im Übergang von der ersten Phase des Spielaufbaus in den Angriff in der gegnerischen Hälfte der entscheidende Spieler. Er bewegt sich zwischen den Linien, gewinnt immer wieder Zweikämpfe und diktiert ein Stück weit den Angriffsrhythmus des gesamten Teams. Ohne Wirtz und einen adäquaten Ersatz muss Alonso schon seit Wochen improvisieren. Grimaldo etwa soll von der linken Seite aus einrücken und in Teilen wie Wirtz agieren.

Doch das genügt als Entschuldigung nicht. Parallel zur Partie in Bielefeld spielte Frankreichs Meister Paris Saint-Germain auswärts im Pokal beim Zweitligisten Dunkerque. Nach einer halben Stunde lag das Team aus der Hauptstadt 0:2 zurück, gewann jedoch am Ende aufgrund einer dominanten Vorstellung in Halbzeit zwei mit 4:2. So sollte es im Pokal eigentlich laufen.

Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
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