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Arminia Bielefeld: Artur Wichniarek glaubt an Sieg im DFB-Pokal-Finale


Ex-Star über Pokalsensation
"Das ist schon grandios"

InterviewVon William Laing

02.04.2025 - 14:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Artur Wichniarek (vorne): Der ehemalige Stürmer ist in Bielefeld eine Klublegende.Vergrößern des Bildes
Artur Wichniarek (vorne): Der ehemalige Stürmer ist in Bielefeld eine Klublegende. (Quelle: imago)
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Drittligist Arminia Bielefeld hat sensationell das Endspiel des DFB-Pokals erreicht. Ex-Star Artur Wichniarek glaubt nun an den ganz großen Coup, wie er t-online verrät.

Die unglaubliche Pokalreise von Arminia Bielefeld hat am Dienstagabend ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. Der Drittligist konnte den amtierenden Titelträger Bayer Leverkusen im Halbfinale mit 2:1 besiegen und steht nun völlig überraschend im Endspiel des Wettbewerbs.

Auch Artur Wichniarek hat die Pokalsensation mitverfolgt. Der 48-Jährige lief zwischen 1999 und 2003 sowie 2006 und 2009 im Arminia-Trikot auf, ist mit 45 Treffern nach wie vor Rekordtorschütze des Klubs in der Bundesliga. "König Artur" blickt im Gespräch mit t-online nun auf die Gründe für das Bielefelder Wunder – und erklärt, warum er den Pokalsieg für möglich hält.

t-online: Herr Wichniarek, Arminia Bielefeld hat sensationell den Einzug ins Pokalfinale perfekt gemacht. Wie und wo haben Sie das Spiel gestern verfolgt?

Artur Wichniarek: Ich habe die Partie zu Hause mit meiner Familie im TV geschaut. Vor dem Spiel hat man kaum geglaubt, dass Bielefeld eine Chance gegen Leverkusen haben könnte. Das ist immer noch die Mannschaft der Stunde in Deutschland, technisch brillant.

Trotzdem hat Bielefeld es geschafft. Wie ist das möglich?

Die Arminia hat es Leverkusen sehr schwer gemacht, war sehr mutig. Es war ein richtiger Pokalfight. Bielefeld hat auf so ein Spiel gehofft – und Leverkusen hat das mitgemacht. Und dann kann so was überraschenderweise auch funktionieren.

Inwiefern hat auch die Atmosphäre in der SchücoArena, allgemein auch Bielefelder Alm genannt, eine Rolle gespielt?

Schon zu meinen Zeiten haben wir zu Hause immer wieder überraschend gegen starke Gegner gewonnen – das ein oder andere Mal auch gegen Bayern München. Hätten die Pokalspiele in dieser Saison also auswärts stattgefunden, wäre es für Bielefeld viel schwieriger gewesen. Aber mit diesem Stadion und diesen Fans im Rücken fühlt man sich als Arminia-Spieler einfach wohler, das ist der Vorteil. Als kleine Mannschaft hofft man zudem immer darauf, dass man unterschätzt wird. Diese Elemente haben den Erfolg gebracht. Aber man darf auch eines nicht vergessen.

Und das wäre?

Arminia hat gestern gut gespielt, auch mit dem Ball, hat tolles Gegenpressing gezeigt. Man hat über das Spiel hinweg zwischen Bielefeld und Leverkusen keinen Zwei-Klassen-Unterschied gesehen.

Nach dem Spiel brachen alle Dämme. Wie haben Sie die Emotionen mit dem Abpfiff wahrgenommen?

Das war eine Gefühlsexplosion bei Spielern und Fans. Vor dem Spiel haben wahrscheinlich viele Bielefeld-Anhänger auf das Finale gehofft, aber nicht so richtig geglaubt, dass es möglich ist. Am Wochenende hat dieses Team noch in der 3. Liga 2:2 gegen die Zweitvertretung von Hannover 96 gespielt und ein paar Tage später schlägt es den amtierenden Pokalsieger Bayer Leverkusen. Das ist schon grandios. Solche Geschichten kann nur der Fußball schreiben. Das Fußballmärchen ist dieses Mal in Bielefeld.

Sie selbst hätten das Pokalendspiel mit Bielefeld auch einmal fast erreicht.

Das war in der Saison 2005/2006. Wir haben im Halbfinale mit 0:1 gegen Eintracht Frankfurt verloren. Man ist dem Finale an so einem Abend so nah und gleichzeitig so fern.

Jetzt geht es für die Arminia tatsächlich nach Berlin. Ist es ein Nachteil, dieses Mal nicht auf der Alm zu spielen?

Nein, das ist es nicht. Für dieses eine Spiel braucht man nicht die Alm im Rücken zu haben. Die unglaubliche Atmosphäre eines Pokalfinales ist schon Motivation genug. Ob es am Ende gegen Stuttgart oder Leipzig geht, ist auch egal: Dieser Tag wird in die Geschichte von Arminia Bielefeld eingehen.

Kann Bielefeld den Pokal am Ende tatsächlich gewinnen?

Arminia hat einen Zweitligisten und vier Bundesligisten rausgeschmissen: Sie haben sich den Finaleinzug verdient. Mit diesem Engagement und der Position als Underdog ist alles möglich. Die Chancen auf einen Pokalsieg stehen meiner Meinung nach 50:50. Man hat es doch letztes Jahr im Finale zwischen Leverkusen und Kaiserslautern gesehen: Der FCK hat es nicht schlecht gemacht, hatte seine Chancen. Arminia wird im Finale auch seine Möglichkeiten bekommen. Ich bin zuversichtlich.

Sie wohnen in Berlin. Das Pokalfinale lassen Sie sich als Zuschauer deshalb sicherlich nicht nehmen, oder?

Ich werde dabei sein, aber als TV-Experte für das polnische Fernsehen. Ich werde also das Spiel von so nah wie möglich erleben – nicht auf dem Platz, aber direkt daneben. Und darauf freue ich mich.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Artur Wichniarek
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