Empörung über USA Habeck: "Das ist Verrat und Imperialismus"

Kurz vor der Bundestagswahl gehen die Kandidaten in die letzte Offensive. Grünen-Kanzlerkandidat Habeck nutzt seinen TV-Auftritt, um die US-Strategie im Ukraine-Krieg scharf anzugreifen.
In weniger als 48 Stunden öffnen in Deutschland die Wahllokale zur Bundestagswahl 2025. Die Kanzlerkandidaten und Spitzenkandidaten der Parteien befinden sich in den letzten Zügen des Wahlkampfs und versuchen mit Nachdruck, auch noch die unentschlossenen Wähler für sich zu gewinnen. Am Freitagmorgen, kurz vor der Wahl, treten sie nacheinander in der ZDF-"Morgenmagazin Wahlarena" auf und stellen sich den Fragen der Moderatoren Dunja Hayali und Andreas Wunn.
Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck ist als Vierter an der Reihe. Zunächst sprechen ihn die Moderatoren auf die aktuellen Umfragewerte seiner Partei an. Laut dem neuesten ZDF-Politbarometer stehen die Grünen derzeit bei 14 Prozent. Habeck bezeichnet das als "beachtlich" – angesichts der starken Fokussierung auf Migrations- und Asylpolitik hätte die Partei auch bei nur 8 Prozent landen können, so der Grünen-Politiker.
Mit Blick auf die anderen ehemaligen Ampelparteien, die im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 deutlich schlechter abschneiden, betont Habeck, dass sich seine Partei nach dem Bruch der Koalition im November zurückgekämpft habe. Bis Sonntag wolle man noch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von einer Stimme für die Grünen überzeugen.
Habecks Kritik an Trumps Ukraine-Strategie
Ein weiteres drängendes Thema für die Wählerinnen und Wähler ist die deutsche Außenpolitik, insbesondere in Bezug auf Frieden und Sicherheit in Europa. Habeck zeigt sich empört über die USA, die gemeinsam mit Russland über ein Kriegsende in der Ukraine verhandeln – ohne die Ukraine selbst derzeit einzubeziehen. Die Ukraine-Strategie von Donald Trump bezeichnet er als "Verrat und Imperialismus".
Die USA und Russland würden das Land unter sich aufteilen, "so wie Frankreich und Großbritannien vor 100 Jahren den arabischen Raum", kritisiert Habeck. Er fordert, dass Deutschland und die Europäische Union dringend eine eigene Strategie entwickeln – in enger Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – und diese entschlossen verfolgen.