Protestwelle in den USA Hunderttausende demonstrieren gegen Trump und Musk

Donald Trump und Elon Musk verändern die USA seit Anfang des Jahres. Gegen ihr Vorgehen haben nun viele Menschen demonstriert – auch in Deutschland.
In mehr als tausend US-Städten und auch in Europa haben am Samstag Demonstrationen gegen US-Präsident Donald Trump und seinen Berater Elon Musk stattgefunden. Dazu hatten sich im Vorhinein mehr als 500.000 Menschen angekündigt. In der US-Hauptstadt Washington versammelten sich Tausende Menschen auf der National Mall, um unter dem Motto "Finger weg!" gegen die Regierungspolitik von Donald Trump zu protestieren. Der Protest war von einem losen Bündnis linker Gruppen organisiert worden, das landesweit zu Kundgebungen aufgerufen hatte. Die Demonstrierenden trugen Schilder mit Aufschriften wie "Nicht mein Präsident!", "Finger weg vom Rechtsstaat" und "Hört auf, Amerika zu zerstören". Die Veranstalter sprachen von "Millionen" Teilnehmern bei insgesamt mehr als 1.300 Versammlungen. Offizielle Zahlen oder Schätzungen gab es nicht.
Seit seiner erneuten Amtsübernahme am 20. Januar 2025 verfolgt Trump eine umfassende politische Neuausrichtung. Dazu gehören unter anderem Massenentlassungen von Bundesbediensteten, die Einstellung von Hilfsprogrammen sowie eine aggressive Zollpolitik. Gerichte kamen zu dem Schluss, dass Trump dabei mehrfach seine verfassungsmäßigen Kompetenzen überschritten habe. Im Zentrum der Kritik stand neben Trump auch dessen Berater Elon Musk. Der Tesla-Chef kürzt im Auftrag des Präsidenten staatliche Behörden und Programme radikal zusammen.
Widerstand gegen Trump-Regierung
Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurden am Samstag insgesamt 1.200 Demonstrationen in allen 50 Bundesstaaten abgehalten. Ezra Levin, Mitbegründer der Organisation Indivisible, sagte: "Dies ist eine enorme Demonstration, die eine sehr klare Botschaft an Musk und Trump sendet: Wir wollen nicht, dass sie unsere Demokratie, unsere Gemeinden, unsere Schulen, unsere Freunde und unsere Nachbarn in die Hände bekommen."
Größere Kundgebungen wurden auch in anderen US-Städten wie New York, Chicago und Los Angeles gemeldet. Beobachter erwarteten die größten Proteste gegen Trump seit dessen Amtsantritt. Zwar war mit weniger Teilnehmern gerechnet worden als beim "Women's March" 2017, als allein in Washington eine halbe Million Menschen demonstrierten. Dennoch galt der Aktionstag als ein deutliches Signal des Widerstands gegen die neue Regierung.
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"Wir werden uns nicht setzen, wir werden nicht schweigen, und wir werden nicht weggehen", sagte der Bürgerrechtsaktivist Graylan Hagler laut AFP. Und eine 66-jährige Demonstrantin namens Jane Ellen Saums erklärte: "Es ist äußerst besorgniserregend zu sehen, was mit unserer Regierung passiert, und dass die Gewaltenteilung vollkommen überrannt wird."
Auch in Berlin Proteste gegen Tesla
Auch außerhalb der Vereinigten Staaten gab es Proteste gegen Trump und Musk. In Berlin versammelten sich etwa 250 Menschen vor einem Tesla-Ausstellungsraum. Die Veranstalter sprachen von mehreren Hundert Teilnehmern. Aufgerufen hatten unter anderem die Organisationen Campact, Fridays for Future und das Bündnis "Tesla den Hahn abdrehen".
Ziel sei es, die Protestbewegung gegen den Regierungsberater Musk auch in Deutschland zu stärken. "Elon Musk darf nicht weiter ungehindert demokratische Strukturen untergraben", sagte Caro Weber von der Initiative "Tesla den Hahn abdrehen". Die Polizei verzeichnete einen Zwischenfall: Eine Person zeigte ein Transparent, das Elon Musk mit einer Hitlergruß-ähnlichen Geste abbildete. Ob das strafrechtlich relevant sei, werde geprüft, teilte ein Sprecher mit.
Demonstrationen fanden auch in anderen europäischen Hauptstädten statt, darunter in London, Rom und Paris. In Frankfurt am Main protestierten Menschen ebenfalls vor einem Tesla-Standort. Zudem gab es Kundgebungen in Kanada, Mexiko und Großbritannien.
- Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, afp und reuters