"Geht schneller" Atomabkommen: Trump für "direkte Verhandlungen" mit Iran

Noch am vergangenen Wochenende hatte der US-Präsident mit Bombardierungen gedroht. Jetzt spricht er sich für Verhandlungen aus.
Nach seinen Drohungen gegen Teheran hat US-Präsident Donald Trump für "direkte Verhandlungen" mit dem Iran über ein neues Atomabkommen plädiert. "Das geht schneller und man versteht die andere Seite viel besser, als wenn über Vermittler verhandelt wird", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten.
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Noch am Sonntag hatte Trump Teheran mit "Bombardierungen" gedroht, sollte es keine Einigung im Streit um das Atomabkommen geben. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, antwortete daraufhin, es werde "definitiv einen starken Gegenangriff" geben, sollten die USA ihre Drohungen in die Tat umsetzen.
Kreml für "absolute Zurückhaltung"
Der Iran hatte kürzlich deutlich gemacht, dass er lediglich zu indirekten Verhandlungen bereit sei, solange die USA ihre "Herangehensweise" nicht änderten. "Ich denke, dass sie besorgt sind, dass sie sich verletzlich fühlen", sagte Trump daraufhin am Donnerstag. "Sie wollen direkte Verhandlungen", fügte er hinzu, ohne weitere Details zu nennen.
Der Kreml mahnte, eine Eskalation zu vermeiden. "Alle Parteien müssen absolute Zurückhaltung üben", sagte Kremlsprecher Dimitri Peskow in Moskau. "Das Problem der iranischen Atomfrage muss ausschließlich mit politischen und diplomatischen Mitteln diskutiert und gelöst werden", forderte Peskow. Der Iran ist ein wichtiger Partner Russlands und unterstützt das Land mit Waffenlieferungen im Ukraine-Krieg.
Die westlichen Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, den Bau von Atomwaffen anzustreben. Teheran bestreitet dies. 2015 hatte der Iran mit dem Westen ein Abkommen unterzeichnet, das die Lockerung von Sanktionen im Gegenzug für eine Einschränkung des iranischen Atomprogramms vorsah. Während der ersten Präsidentschaft Trumps zogen sich die USA 2018 einseitig aus dem Abkommen zurück. Bemühungen um eine Wiederbelebung des Atomabkommens scheiterten seitdem.
- Nachrichtenagentur AFP