Zölle von bis zu 50 Prozent Diese Staaten straft Trump besonders ab

US-Präsident Donald Trump verhängt drastische Zölle gegen verschiedene Länder, einschließlich einiger Krisennationen. Besonders hohe Abgaben treffen teils sehr kleine Handelspartner.
Die neuen Zölle, die US-Präsident Donald Trump verkündet hat, treffen einige Länder besonders hart. Die höchsten Strafzölle mit je 50 Prozent treffen ein französisches Überseegebiet – die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon – und den afrikanischen Kleinstaat Lesotho, über den Trump kürzlich noch gescherzt hatte, niemand habe von dem je gehört. Es folgen Kambodscha mit 49 Prozent und Laos mit 48 Prozent vor Madagaskar mit 47 Prozent. Vietnam muss 46 Prozent zahlen, für Myanmar und Sri Lanka sind es 44 Prozent. t-online stellt die Länder und ihre Handelsbeziehungen zu den USA kurz vor.
Saint-Pierre und Miquelon
Saint-Pierre und Miquelon ist eine französische Inselgruppe im nordwestlichen Atlantik, nahe der kanadischen Provinz Neufundland. Sie besteht aus den Inseln Saint-Pierre (26 Quadratkilometer), Miquelon-Langlade (205 Quadratkilometer) und weiteren kleinen Inseln. Die Gesamteinwohnerzahl lag 2022 bei knapp unter 6.000.
Die Wirtschaft basiert insbesondere auf Fischfang, Tourismus und Subventionen aus Frankreich. In die USA exportiert die Inselgruppe vor allem Fischprodukte. Währung ist der Euro.
Lesotho
Als Binnenstaat ist das kleine Königreich Lesotho vollständig von Südafrika umgeben. Auf 30.355 Quadratkilometern leben rund 2,3 Millionen Menschen. Fast jeder vierte Mensch zwischen 15 und 49 Jahren ist mit dem HI-Virus infiziert.
Das BIP liegt pro Kopf bei etwas weniger als 1.200 US-Dollar. In die USA werden hauptsächlich Textilien und Diamanten exportiert.
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Kambodscha
In dem südostasiatischen Land Kambodscha leben 13,9 Millionen Menschen. Hauptwirtschaftszweige sind Textilien, Landwirtschaft und Tourismus.
In die USA werden besonders Halbleitergeräte, Textilien und Schuhe exportiert. Die Vereinigten Staaten sind der größte Exportmarkt des Landes – rund 40 Prozent der Ausfuhren gehen in die USA. Im Jahr 2024 belief sich der Wert der US-Exporte auf fast zehn Milliarden Dollar.
Laos
In Laos leben auf 236.800 Quadratkilometern 7,8 Millionen Menschen. Umgeben ist das Land von Thailand, Vietnam, Kambodscha, China und Myanmar. Das Land wird offiziell als eines der am wenigsten entwickelten der Welt geführt, wollte diese Bewertung aber eigentlich bis 2026 hinter sich lassen.
Wirtschaftsfaktoren sind besonders Exporte von Rohstoffen wie Gold und Kupfer. In die USA exportierte Laos 2023 Waren im Wert von 306 Millionen Dollar, insbesondere optische Fasern sowie Leder- und Strickwaren. Seit 2018 sind die Exporte in die Vereinigten Staaten jährlich um rund 15 Prozent angewachsen.
Madagaskar
Die mit 587.041 Quadratkilometern fünftgrößte Insel der Welt liegt im Indischen Ozean 400 Kilometer vor der Küste Ostafrikas und hat 32,4 Millionen Einwohner. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Landwirtschaft, Tourismus und Bergbau. Fast drei Viertel der Bevölkerung leben in Armut.
2024 exportierte Madagaskar Waren im Wert von 733,2 Millionen Dollar in die USA – insbesondere Vanille, Textilien und Mineralien.
Vietnam
Die sozialistische Republik Vietnam liegt in Südostasien und grenzt unter anderem an China. Hier leben auf 331.345 Quadratkilometern rund 102 Millionen Menschen. 2024 exportierte Vietnam Waren im Wert von 142,5 Milliarden Dollar, besonders elektronische Geräte, Maschinen und Möbel, in die USA.
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Myanmar
Myanmar grenzt unter anderem an Thailand, Indien und China. Mehr als jeder dritte der 54 Millionen Einwohner ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zu gewalttätigen innenpolitischen Konflikten kommen auch immer wieder Naturkatastrophen wie das jüngste Erdbeben.
2024 nahm das Land durch Exporte in die USA 13,6 Milliarden Dollar ein. Bemerkenswert ist, dass die USA im selben Jahr ein Handelsplus erwirtschafteten: Myanmar importierte Waren im Wert von 15,6 Milliarden Dollar aus den Vereinigten Staaten. Wichtigster Handelspartner Myanmars ist China.
Sri Lanka
Der Inselstaat (Fläche: 65.610 Quadratkilometer) liegt im Indischen Ozean südwestlich von Indien und hat 23,2 Millionen Einwohner. Die Hauptwirtschaftszweige sind Landwirtschaft, Tourismus und Textilien. Die Textilindustrie ist der größte Exportsektor in die USA. Insgesamt exportierte der Inselstaat 2024 Waren im Wert von 3,2 Milliarden Dollar an die Vereinigten Staaten.
- ibnews.com: "Kambodschas Exporte in die USA werden im Jahr 2024 fast 10 Milliarden Dollar erreichen"
- datareportal.com: "Digital 2025: Laos" (Englisch)
- datareportal.com: "Digital 2025: Madagascar" (Englisch)
- oec.world: "United States and Lao PDR: Trade Data" (Englisch)
- international-partnerships.ec.europa.eu: "Lao People's Democratic Republic" (Englisch)
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- worldometers.info: "Vietnam Demographics" (Englisch)
- civil-protection-humanitarian-aid.ec.europa.eu: "Myanmar/Burma" (Englisch)
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- imf.org: "Sri Lanka: IMF Completes the 3rd Review Under the EFF" (Englisch)
- cnn.com: "Trump tariffs: US to tax imports from uninhabited islands" (Englisch)
- destatis.de: "Afrika – Statistiken zu Staaten und Regionen"
- africa-business-guide.de: "Lesotho – Märkte & Chancen"
- ndr.de: "Ein Stück Frankreich in Nordamerika: Die Inseln Saint-Pierre et Miquelon"
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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