Wahl in Russland 2024 Inhaftierter russischer Nationalist will wohl Putin herausfordern
Der Ex-Geheimdienstagent Igor Girkin will bei der anstehenden Präsidentschaftswahl offenbar gegen Wladimir Putin kandidieren. Doch dessen Sieg gilt als sicher.
Der inhaftierte russische Nationalist Igor Girkin will einem Bericht zufolge bei der russischen Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr Amtsinhaber Wladimir Putin herausfordern. Das russische Online-Medium Sota veröffentlichte am Samstag ein Video, in dem ein als Gefolgsmann Girkins bezeichneter Mann dessen Kandidatur ankündigte.
Girkin, der auch unter dem Pseudonym Strelkow bekannt ist, zählt in Russland zu den schärfsten und prominentesten Kritikern Putins. Er hat den Präsidenten als zu nachgiebig bezeichnet und ihm Fehler im Krieg gegen die Ukraine vorgeworfen. Russische Behörden nahmen ihn im Juli unter dem Vorwurf des Extremismus in Untersuchungshaft. Noch aus dem Gefängnis heraus rief er zum Putsch gegen Putin auf.
Girkin-Anhänger sollen Hauptquartier einrichten
Der frühere Geheimdienstmann Girkin hatte bei der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und der Erlangung der Kontrolle ostukrainischer Gebiete führende Positionen inne. Für seine mutmaßliche Rolle beim Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 über der Ostukraine im Jahr 2014 mit 298 Toten wurde Girkin in den Niederlanden in Abwesenheit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Sota berichtete, bei dem Mann, der in dem Video in Girkins Namen die Erklärung verlas, handle es sich um Oleg Nelsin, den Vizevorsitzenden einer Gruppe namens "Bewegung für Strelkow". In der Erklärung hieß es, Girkins Anhänger würden aufgefordert, zur Vorbereitung der Kandidatur ein Hauptquartier einzurichten und die erforderlichen Unterschriften zu sammeln.
Putins Sieg gilt als sicher
Putin wird bei der Präsidentenwahl im März kommenden Jahres Insidern zufolge erneut antreten. Selbst hat sich der 71-Jährige noch nicht erklärt. Im Falle seiner Kandidatur gilt ihm der Wahlsieg als sicher. Umfragen zufolge liegen die Zustimmungswerte für Putin in Russland bei rund 80 Prozent. Die Wahlen gelten in Russland jedoch nicht als frei. Auch die Ergebnisse von Umfragen gelten als unsicher.
Experten geben zu bedenken, dass viele Russinnen und Russen ihre Meinung aus Sorge vor Repressionen in Umfragen nicht mehr frei äußern würden. Der Kreml hatte seinen Kurs gegen Kritiker seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine stetig verschärft.
- Nachrichtenagentur Reuters