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Müsli-Test: Seitenbacher enttäuscht bei "Öko-Test": Pestizide


"Öko-Test" kritisiert Inhaltsstoffe
Früchtemüsli im Test: Seitenbacher fällt durch

Von t-online, jb

27.03.2025Lesedauer: 3 Min.
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Müsli mit Früchten und Honig: "Öko-Test" enthüllt ungesunde Inhaltsstoffe im Frühstück. (Quelle: Dusan Zidar/imago)
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Im aktuellen "Öko-Test" bemängeln Experten die Inhaltsstoffe vieler Früchtemüslis. Besonders das Produkt von Seitenbacher schnitt schlecht ab.

Müsli war lange Zeit der Inbegriff für ein gesundes Frühstück – besonders, wenn es mit Früchten garniert wird. Viele Hersteller haben sich den Ruf und die Bequemlichkeit vieler Verbraucher zunutze gemacht und Früchtemüsli auf den Markt gebracht. Dass diese jedoch nur noch wenig mit einem gesunden Frühstück zu tun haben, zeigt eine aktuelle Untersuchung von "Öko-Test" (Ausgabe 04/2025).

Früchtemüsli: Hohe Pestizidbelastung

Testverlierer: Seitenbacher schneidet schlecht ab

Auf den hinteren, wenngleich nicht letzten Plätzen, landet "Seitenbacher Verwöhner Mischung" von Seitenbacher. Bei diesem Produkt war die Pestizidbelastung sehr hoch: Sechs Pestizide in Spuren, darunter ein Wachstumsregulator, wies das Labor nach – unter den Pestiziden waren auch die besonders bedenklichen Pestizide Glyphosat, Cyprodinil und Fluopicolid.

Weiterhin liegt der Fruchtanteil des Müslis bei 20 Prozent – im Vergleich zu den anderen Produkten ist das ein eher geringer Wert. Dennoch müssen Verbraucher mit 3,86 Euro für 500 Gramm deutlich mehr als bei der Konkurrenz zahlen. Mit 14 Gramm Zucker pro 100 Gramm liegt Seitenbacher hingegen im Mittelfeld.

Gesamtnote für "Seitenbacher Verwöhner Mischung" von Seitenbacher: "mangelhaft".

Glyphosat: Mehrere Studien belegen, dass das Pestizid Glyphosat das Nervensystem schädigen und das Mikrobiom im Darm beeinflussen kann. Von der WHO wird es als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.
Cyprodinil: Das Breitband-Fungizid wird häufig in der Landwirtschaft eingesetzt. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) kann Cyprodinil das körpereigene Hormonsystem stören, wodurch es zu schädlichen Gesundheitswirkungen kommen kann.
Fluopicolid: Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Fluopicolid werden in der Landwirtschaft unter anderem gegen Pilzkrankheiten wie Falscher Mehltau eingesetzt. Zwar ist es für den Menschen gering toxisch, dennoch kritisiert "Öko-Test" dessen Einsatz.
Fenvalerat: Der Wirkstoff wird unter anderem zur Insektenbekämpfung auf Nahrungspflanzen eingesetzt. Wird die Chemikalie oral aufgenommen, kann es zu Reizhusten und Atemnot kommen.
Captan-Metabolit: In Mäusestudien wurde ein erhöhter Zusammenhang mit Darmtumoren nachgewiesen und es daher als wahrscheinliches Karzinogen für den Menschen der Kategorie B2 eingestuft.

Testverlierer: viel Zucker

Noch schlechter bewertete "Öko-Test" das "Dr. Oetker Vitalis Früchte Müsli" von Dr. Oetker. Bei Laboruntersuchungen wurden zehn Pestizide in Spuren, darunter ein Wachstumsregulator, nachgewiesen. Bei den Pestiziden handelte es sich um Captan-Metabolit, Fludioxonil und Cyprodinil. "Öko-Test" stuft diese als "bedenklich" ein.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der hohe Zuckeranteil: 27 Gramm pro 100 Gramm. Die Süße stammt jedoch überwiegend aus Saccharose – eine billige Zutat, die "zwar den ökonomischen Interessen der Hersteller, weniger aber dem Geschmack ihrer Müslis zugute kam", merkt "Öko-Test" an. Der Fruchtanteil ist mit 43 Prozent im Vergleich zu anderen Produkten weit oben. Für 500 Gramm zahlen Kunden 3,99 Euro – damit liegt das Früchtemüsli im Mittelfeld.

Gesamtnote für das "Dr. Oetker Vitalis Früchte Müsli" von Dr. Oetker: "ungenügend".

Auf den tatsächlichen Zuckergehalt achten

Die Verbraucherschützer von "Öko-Test" warnen Verbraucher davor, auf die Auslobung "ohne Zuckerzusatz" hereinzufallen. Denn diese Kennzeichnung bedeutet nicht, dass in dem Produkt wenig oder kein Zucker enthalten ist. Häufig liefern Rosinen, Datteln und andere getrocknete oder geschwefelte Früchte "jede Menge Zucker", sodass ein Zuckerzusatz meist auch gar nicht mehr nötig ist.

Die besten Früchtemüslis im Test

Früchtemüsli aus dem Supermarkt

Der Test zeigt, dass es auch "sehr gutes" Früchtemüsli gibt. Darunter das "Edeka Bio Beeren Müsli" von Edeka. Das Labor konnte hier weder Pestizide noch Mineralölbestandteile oder weitere bedenkliche und/oder umstrittene Inhaltsstoffe nachweisen.

Der Fruchtanteil liegt bei 24 Prozent, der Zuckergehalt bei 15,8 Gramm/100 Gramm. Pro 500 Gramm zahlen Kunden 2,66 Euro.

Gesamtnote für das "Edeka Bio Beeren Müsli" von Edeka: "sehr gut"

Günstiges Bio-Müsli

Wer es etwas fruchtiger mag, kann laut "Öko-Test" zu dem "EnerBio Früchte Müsli" von Rossmann greifen. Auch hier wurden keine Pestizide oder weitere bedenkliche und/oder umstrittene Inhaltsstoffe nachgewiesen. Lediglich Mineralölbestandteile in Spuren gab es.

Mit 38 Prozent ist der Fruchtanteil bei dem Müsli sehr hoch – das schlägt sich wiederum auf den Zuckergehalt nieder, der mit 23 Gramm/100 Gramm ebenfalls sehr hoch ist. Mit 2,00 Euro pro 500 Gramm zählt das Rossmann-Produkt hingegen zu den günstigsten im Test.

Gesamtnote für das "EnerBio Früchte Müsli" von Rossmann: "sehr gut".

Günstig & fruchtig

Noch mehr Früchte zu einem noch niedrigeren Preis gibt es bei dem "Crownfield Früchte Hafer-Müsli" von Lidl (Hersteller: (H. & J. Brüggen). Hier liegt der Fruchtanteil bei 39 Prozent und der Verkaufspreis bei 1,66 Euro/500 Gramm. Der Zuckergehalt pro 100 Gramm ist mit 24,7 Gramm entsprechend hoch. Zwei weitere kleine Kritikpunkte bei dem Produkt: Das Labor hat einen Wachstumsregulator in Spuren sowie Mineralölbestandteile in Spuren nachweisen können.

Gesamtnote für das "Crownfield Früchte Hafer-Müsli" von Lidl: "sehr gut".

Früchtemüsli: Gesamtergebnisse

Insgesamt fiel der Test wie folgt aus:

  • 19 x Früchtemüsli mit der Gesamtnote "sehr gut", darunter 17 x Bio-Früchtemüsli
  • 5 x Früchtemüsli mit der Gesamtnote "gut", darunter 5 x Bio-Früchtemüsli
  • 6 x Früchtemüsli mit der Gesamtnote "befriedigend", darunter 1 x Bio-Früchtemüsli
  • 2 x Früchtemüsli mit der Gesamtnote "ausreichend"
  • 2 x Früchtemüsli mit der Gesamtnote "mangelhaft"
  • 5 x Früchtemüsli mit der Gesamtnote "ungenügend", darunter 1 x Bio-Früchtemüsli

So lief der Test ab

Ein unabhängiges Labor untersuchte die 40 Früchtemüslis auf Pestizide, Schwermetalle (Blei, Cadmium), Mineralöl und Schimmelpilzgifte. Ebenfalls kontrolliert wurde eine mögliche Belastung durch E.coli-Bakterien, Salmonellen und Schimmelpilze. Und auch der Zuckergehalt spielte bei der Beurteilung von "Öko-Test" eine wichtige Rolle.

Weiterhin interessierte "Öko-Test" die Kennzeichnung der Produkte und ob die Hersteller ihre Klima- und Umweltauslobungen einhalten.

Transparenzhinweis

t-online darf gemäß den mit "Öko-Test" getroffenen Vereinbarungen ein Viertel – maximal fünf – der getesteten Produkte namentlich erwähnen. Bei der Auswahl der zu nennenden Produkte orientiert sich t-online an der Markenbekanntheit, besonderen Merkmalen und/oder dem Preis. Es erfolgt keine Bezahlung für die Nennung der Hersteller und Marken.

Verwendete Quellen
  • oekotest.de "Testergebnisse: Früchtemüsli" (Ausgabe (04/2025)
  • bmel.de "FAQ Glyphosat"
  • bund.de "Glyphosat"
  • topagrar.com "EFSA hält Cyprodinil für gefährlich – Fällt der nächste Wirkstoff weg?"
  • epa.gov "Captan-Metabolit"

Quellen anzeigenSymbolbild nach unten

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