Zollhammer und Opec+ Anleger besorgt: Ölpreise geben plötzlich stark nach
Die US-Handelspolitik und die Opec+ treiben die Ölpreise in die Tiefe. Der Markt reagiert auf Zollpakete und erweiterte Fördermengen nervös.
Die Ölpreise haben am Donnerstag mit einem deutlichen Rückgang auf das umfassende Zollpaket der US-Regierung sowie die Erhöhung der Fördermenge des Ölverbunds Opec+ reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 69,89 US-Dollar. Das waren 5,05 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai fiel um 5,24 Dollar auf 66,47 Dollar.
Am Ölmarkt sorgen sich Anleger um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, die nach dem Zollpaket der US-Regierung an Schwung verlieren könnte – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Öl-Nachfrage. Die Ankündigung vom Vorabend ist der bislang aggressivste und folgenreichste Schritt in der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump. Ein Handelskrieg mit der EU und anderen Staaten scheint nun unausweichlich.
Förderländer wollen Beschränkung auslaufen lassen
Zudem sorgte eine Mitteilung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) für weiteren Druck auf die Ölpreise. Die im Ölverbund Opec+ zusammengeschlossenen Förderstaaten haben mit der angekündigten schrittweisen Ausweitung der Fördermenge begonnen. Demnach will die Gruppe, in der auch die führenden Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland vertreten sind, die Produktion bis zum Ende des kommenden Monats um durchschnittlich 411.000 Barrel pro Tag erhöhen. Dies sei der erste Schritt zur Umsetzung eines Beschlusses von Anfang März.
Die acht in der Opec+ organisierten Förderländer wollen eine seit 2023 geltende Beschränkung der Fördermenge auslaufen lassen. Damals hatten die Länder des Ölverbunds ihre Produktion im Umfang von täglich 2,2 Millionen Barrel gekürzt, um die Ölpreise zu stützen. Vereinbart wurde, die Fördermenge ab April wieder schrittweise anzuheben.
- Nachrichtenagentur dpa