Berichte über Musk-Rückzug Tesla-Aktie schießt plötzlich nach oben
Spekulationen rund um Elon Musks Rückzug aus Trumps Beraterteam beflügeln den Aktienkurs von Tesla. Die Börse reagiert mit Euphorie.
Ein Medienbericht über den mutmaßlich bevorstehenden Rückzug des Technologieunternehmers Elon Musk von seiner Rolle in der Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den Börsenkurs der Tesla-Aktie erheblich steigen lassen.
Der Kurs von Musks Elektroautounternehmen Tesla zog am Mittwoch an der Wall Street deutlich an. Die Plattform "Politico" hatte berichtet, Musk werde seine Arbeit für Trump bald niederlegen oder deutlich reduzieren.
Auch die Aktienkurse anderer regierungsnaher Dienstleister stiegen infolge der Medienberichte. Die Titel der IT- und Technologieunternehmen CACI International, Booz Allen Hamilton, Leidos und Science Applications International gewannen zwischen knapp vier und gut neun Prozent.
Musk stand zuletzt schwer in der Kritik. Trump zeigte sich allerdings zufrieden mit ihm. Musk möchte sich angeblich künftig wieder verstärkt seinen Firmen widmen.
Tesla-Auslieferungen gehen zurück
Zuvor war ebenfalls öffentlich geworden, dass die Auslieferungen von Tesla im vergangenen Quartal nach einem Modellwechsel und Kontroversen um Firmenchef Elon Musk im Jahresvergleich um rund 13 Prozent gefallen sind. Der von Musk geführte Elektroauto-Hersteller brachte zwischen Januar und Ende März 336.681 Fahrzeuge zu den Kunden. Die Zahlen fielen deutlich schlechter aus als von Analysten erwartet.
Die schwachen Auslieferungen hatten sich bereits abgezeichnet. So fielen die Tesla-Neuzulassungen in der Europäischen Union in den ersten beiden Monaten 2025 im Jahresvergleich um 49 Prozent auf gut 19.000 Wagen. In Deutschland waren die Neuzulassungen im Februar auf nur noch 1429 von 6038 Fahrzeugen ein Jahr zuvor gefallen. In China gab es im März nach vorläufigen Zahlen ein Minus von mehr als elf Prozent. Tesla selbst macht keine Angaben zu Ergebnissen in einzelnen Regionen. Mehr dazu lesen Sie hier.
In den vergangenen Monaten wurde die Kritik an der politischen Rolle und den Ansichten von Musk immer lauter. Es gab Boykottaufrufe und erst am vergangenen Wochenende Protestaktionen an Tesla-Standorten in verschiedenen Ländern.
Politische Spaltung trifft Marke
Der Tech-Milliardär wurde im vergangenen Jahr zu einem engen Verbündeten von Donald Trump, dem er mehr als 250 Millionen Dollar für den Wahlkampf ums Weiße Haus spendete.
In seiner Rolle als Präsidentenberater löste Musk zahlreiche Kontroversen aus. Kritiker werfen ihm rücksichtslose Kürzungen vor. Er prahlte etwa damit, die Entwicklungshilfe-Behörde USAID "in den Holzhäcksler" zu werfen – und spricht ständig von angeblich entdeckten Milliardenbetrügereien, ohne dafür Belege zu liefern.
Auch Musks politische Ansichten schrecken zumindest einige potenzielle Tesla-Käufer ab. In Deutschland machte sich der Tech-Milliardär vor der Bundestagswahl für die AfD stark und mischte sich eine Zeit lang auch in die britische Politik ein.
Er beklagt angeblichen Rassismus gegen Weiße und behauptet, die US-Demokraten schleusten Ausländer ins Land, um Wahlen zu ihren Gunsten zu drehen. Bei einer Veranstaltung zur Amtseinführung von Trump schockierte Musk Zuschauer mit einer Hitlergruß-ähnlichen Geste. Kritik daran tat er als "schmutzige Tricks" seiner Gegner ab.
- Nachrichtenagenturen AFP, dpa und Reuters
- Eigene Recherche