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Was Meinungen von Nachrichten unterscheidet.Gut für Fans und Kritiker Das macht der Münster-"Tatort" jetzt anders

Boerne und Thiel laufen in ihrem neuen "Tatort"-Fall zu Höchstform auf. Warum sich das Einschalten dieses Mal ganz besonders lohnt.
Kriminalhauptkommissar Frank Thiel (gespielt von Axel Prahl) und Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) ermitteln in "Fiderallala" im Umfeld der Universität, an der auch Boerne als Dozent lehrt. Ein Student wurde umgebracht, Verdächtige gibt es viele. Richtig interessant wird es, als ein Geständnis und eine weitere Leiche dazukommen.
"Wenn Drogen, nie Alkohol", mahnt noch Thiels Vater. Doch da ist es schon zu spät. Boerne, der "Doppeldoktor", wie Thiel seinen Kollegen nennt, ist komplett betrunken und high. Auf einer Uniparty der Medizinstudenten torkelt er singend durch die Gegend – herrliche Szenen für das TV-Publikum. Doch wer jetzt denkt: Och, nö, schon wieder so ein Klamauk-"Tatort", der irrt. "Fiderallala" hört sich zwar gaga an, behandelt aber einen Fall, der fesselt und begeistert.

Bester Dialog
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm: "Gut, dass sie so ein Kenner dieser proletarischen Ballsportart sind."
Thiel: "Sie klingen ja schon fast wie Boerne."
Klemm: "Färbt auf uns alle ab, da können wir gar nichts machen."
Nach Boernes Partynacht wird er vom klingelnden Handy geweckt. Die Nachricht: Ein Student ist tot. Auch er war auf der Feier und in seinen letzten Momenten offenbar nicht allein. Das Problem: Nicht nur Boerne hat Erinnerungslücken, was den Abend angeht, auch die Mitstudentinnen und WG-Mitbewohner des Toten. Dann finden die Ermittler heraus, dass das Motiv etwas mit der Suche nach bezahlbarem Wohnraum zu tun haben könnte. Schließlich geschieht ein weiterer Mord – und Boerne und seine Mitarbeiterin Silke Haller (ChrisTine Urspruch) überlegen sich ein Experiment ...
Großartige Besetzung
Der Krimi folgt einem spannenden Drehbuch. Die Besetzung ist großartig. Hier ist zum Beispiel Adina Vetter als übergriffige Mutter Solveig Menke der Studentin Fraya (ebenfalls grandios: Meira Durand) zu nennen. Dieser Film lässt schmunzeln, rätseln und gespannt auf das Ende hinfiebern. So geht "Tatort": Das Einschalten lohnt sich.
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Normalerweise polarisiert der Münster-"Tatort". Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Dieser Fall könnte aber die beiden Lager miteinander versöhnen. Denn dieses Mal ist weniger Klamauk mehr. Zwar ist "Fiderellala" noch immer ulkig, es gelingt aber auch, in den richtigen Momenten Spannung aufzubauen.
Am Ende schafft der Film, der am 6. April ab 20.15 Uhr in der ARD gezeigt wird, das, was er soll: Er entführt die Zuschauer für 90 Minuten in einen spannenden Fall mit überraschenden Wendungen. Obendrauf gibt es noch einen Ohrwurm dazu: "Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalallalalalaalalaaaa!" Bitte schön.
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- Vorabsichtung: "Tatort: Fiderallala" vom 6. April 2025