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Anna Prokofjewa: Putin-Kriegsreporterin stirbt an der Front


Anna Prokofjewa
Putin-Kriegsreporterin stirbt an der Front

Von t-online, cc

Aktualisiert am 28.03.2025Lesedauer: 2 Min.
An der Front in der Ukraine gehen die Kämpfe trotz der Friedensgespräche unvermindert weiter.Vergrößern des Bildes
An der Front in der Ukraine gehen die Kämpfe trotz der Friedensgespräche unvermindert weiter. (Quelle: Ivan Antypenko/Reuters)
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Nahe der ukrainischen Grenze ist die russische Kriegsreporterin Anna Prokofjewa ums Leben gekommen. Der Kreml schlachtet ihren Tod propagandistisch aus.

Anna Prokofjewa galt als eine der glühendsten Befürworterinnen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und eine von Putins eifrigsten Propagandistinnen. Nun ist die Journalistin des russischen Staatsfernsehens Kanal eins in der russischen Oblast Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine durch eine Landmine getötet worden. Sie soll mit ihrem Team in einem Auto unterwegs gewesen sein, als die Mine explodierte.

Ihr Kameramann Dmitri Wolkow sei bei der Explosion schwer verletzt worden, berichtet das staatliche Fernsehen. Wie der ebenfalls putintreue Fernsehsender Perwy Kanal berichtet, soll die Mine vom ukrainischen Militär gelegt worden sein. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bislang nicht. Die 35-jährige Prokofjewa sei "bei der Ausübung ihrer beruflichen Pflicht gestorben", hieß es von Seiten ihres Senders.

Das südrussische Belgorod ist häufig Drohnen- und Artillerieangriffen der Ukraine ausgesetzt. Es gibt unbestätigte Berichte über Bodenkämpfe.

Seit der groß angelegten Invasion Russlands der Ukraine im Februar 2022 wurden nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten fast 20 Medienschaffende getötet.

Reporterin trug stets das "Z" zur Schau

Prokofjewa war seit Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion in der Ukraine immer wieder zu Reportereinsätzen an die Front gefahren, um von dort die Narrative des Kreml zu verbreiten. Dafür sah sie sich auch heftiger Kritik ausgesetzt. Doch das störte die ultranationalistische Journalistin nicht. "Heute möchte ich sagen: Egal, was passiert, ich werde immer für unsere Jungs da sein. Ihr könnt beleidigen, hassen, euch abmelden, fluchen. Das ist mir egal!!! Ich bin Russin, ich bin Patriotin, ich liebe mein Land und ich habe unsere Streitkräfte immer unterstützt", schrieb sie bei Instagram.

Auf dem sozialen Netzwerk postete sie auch mit Vorliebe Fotos von sich, die sie mit der russischen Flagge zeigen, in Militäruniformen oder mit einem Kampfmesser in der Hand. Stets trägt sie dabei auch das "Z" zur Schau, entweder als Halskette oder auf ihre Kleidung gestickt. Das "Z" wird seit dem Beginn des Ukrainekriegs von vielen Befürwortern des russischen Angriffskriegs getragen, als Zeichen der Verbundenheit mit den russischen Soldaten und mit Diktator Wladimir Putin. Es prangt unter anderem auch auf Militärgerät wie russischen Panzern oder Bombern, die in der Ukraine im Einsatz sind.

Kurz vor ihrem Tod veröffentlichte Prokofjewa noch ein Bild von sich, das sie vor einem zerstörten Militärfahrzeug zeigt. Dazu schrieb die 35-Jährige: "Irgendwo an der Grenze zum Land 404". Der Code "404" (der im Internetjargon eine nicht gefundene Webseite bezeichnet) steht in dem Kontext für die Ukraine und verweist darauf, dass die russische Propaganda dem Nachbarland die Existenz abspricht.

Kreml-Sprecherin Maria Sacharowa warf der Ukraine gezielt vor, russische Journalisten anzugreifen. "Sie werden gejagt", sagte sie in einer Erklärung laut "Daily Mail". "Das sind unsere Journalisten, das sind Kriegsberichterstatter... Und die Tatsache, dass sie Westen mit 'Presse'-Kennzeichen trugen, zeigt einmal mehr, dass sie natürlich zur Zielscheibe geworden sind." Belege für diese Behauptung gibt es bislang nicht.

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