Eierkrise am Osterfest In den USA fehlt es an Eiern – aber nicht an Ideen

Das Osterfest steht bevor – und in den USA sorgen hohe Eierpreise und knappe Bestände für kreative Lösungen. Statt bunter Eier, die traditionell versteckt werden, greifen viele Amerikaner in diesem Jahr zu ungewöhnlichen Alternativen.
In den USA wird die Tradition des Eierfärbens zu Ostern dieses Jahr auf ungewöhnliche Weise neu erfunden. Wegen hoher Preise und knapper Vorräte von Eiern greifen zahlreiche Menschen zu alternativen Methoden und färben stattdessen Kartoffeln oder sogar Marshmallows. Dazu sind in den sozialen Medien zahlreiche Videos mit Inspirationen zu finden.
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Die "New York Times" hat mit Menschen in den USA gesprochen, die sich kreative Alternativen für das Osterfest überlegt haben. So auch John Young, Betreiber der vierten Generation von Young’s Jersey Dairy in Yellow Springs, eine Milchfarm im US-Bundesstaat Ohio. Sein Unternehmen bereitet sich jedes Jahr auf ein großes Ostereiersuchen auf dem Hof vor. In der Woche vor dem Feiertag kauft sein Team normalerweise 10.000 Eier ein. Bei dem Event zu Ostern nehmen jedes Jahr um die 2.000 Menschen teil.
Doch dieses Jahr ist alles anders. "Die Lage auf dem Eiermarkt in den USA hat uns dazu gebracht, das Event neu zu überdenken", erklärte Young gegenüber der "New York Times". Zum ersten Mal in der 40-jährigen Geschichte der Veranstaltung werden die Eier aus Plastik sein, gefüllt mit einem Gutschein für eine kostenlose Fahrt auf dem Karussell des Hofes. In den sozialen Medien sei die Resonanz positiv gewesen: "Ich denke, die Leute hatten insgeheim Angst, dass wir das Event wegen der aktuellen Eierpreise absagen würden. Daher sind sie froh, dass es trotzdem stattfindet."
"Es ist immer noch relativ erschwinglich"
Auch Lexi Harrison, Food-Bloggerin bei Crowded Kitchen, hat neue Wege gefunden. Inspiriert von Erdnussbutter-Schokoladen-Eiern aus dem Supermarkt entwickelte sie ein Rezept aus Erdnussbutter, Mandelmehl und Ahornsirup – getaucht in weiße Schokolade und gefärbt mit Spirulina- und Matcha-Pulver. Ihr Video dazu wurde bereits über 64 Millionen Mal angesehen.
"Ich hatte nicht erwartet, dass wir so viel Feedback bekommen", wird Harrison von der "New York Times" zitiert. Die Kommentare reichten von Dankesbekundungen bis zu Kritik von Leuten, die meinten, man solle trotz hoher Preise einfach weiterhin Eier färben.
Für manche bleibt das Färben echter Eier unverzichtbar. Joe Ens, Geschäftsführer von Signature Brands, eine Firma, die unter anderem auch Eierfarben verkauft, erklärte der Zeitung: "Es ist immer noch relativ erschwinglich." Eine Umfrage unter 9.000 Kunden ergab, dass 90 Prozent trotz höherer Kosten weiterhin Ostereier färben wollen.
Ens vergleicht diese Tradition mit dem jährlichen Kauf eines Weihnachtsbaums: "Das Erlebnis erinnert an die freudigen Erfahrungen aus der eigenen Kindheit und viele möchten diese Tradition fortführen."
"Plastikeier können genauso viel Spaß machen"
John Young hofft jedoch darauf, nächstes Jahr wieder echte Eier verwenden zu können. "Plastikeier können genauso viel Spaß machen", sagte er dennoch optimistisch. Der Betrag von rund 3.000 US-Dollar, den seine Farm für Eier ausgegeben hätte, soll dieses Jahr an zwei lokale Tafeln gespendet werden.
In den USA kosten zwölf Eier inzwischen bis zu zehn US-Dollar. Im Vorjahr lag der Preis noch bei 2,35 US-Dollar. Auslöser für den Preisanstieg war eine anhaltende Welle der Vogelgrippe (H5N1), die seit 2022 über 156 Millionen Vögeln in den USA das Leben gekostet hat. Besonders betroffen waren Legehennen. Laut US-Landwirtschaftsministerium sind die Eierpreise 2024 bereits um 65 Prozent gestiegen und könnten 2025 um weitere 41 Prozent zulegen.
- nytimes.com: Easter Eggs Are So Expensive Americans Are Dyeing Potatoes (englisch)
- thehill.com: "Trump administration turned to South Korea, Turkey for egg imports" (englisch)
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