"Die Weltwirtschaft wird massiv leiden" Zollstreit – Von der Leyen droht mit Vergeltung

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle scharf kritisiert – und entsprechende Reaktionen angekündigt
Ursula von der Leyen hat sich bei einer Pressekonferenz am frühen Donnerstagmorgen zu dem neuen Zollpaket der US-Regierung geäußert. "Die Weltwirtschaft wird massiv leiden", sagte die EU-Kommissionspräsidentin bei einem Besuch in der usbekischen Stadt Samarkand. Die Zölle seien das "Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen".
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Sie kündigte an, dass die EU-Mitglieder bereits an einem "neuen Paket" von Gegenmaßnahmen arbeiteten, aber auch zu weiteren Verhandlungen bereit seien. "Wir bereiten uns jetzt auf weitere Gegenmaßnahmen vor, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern." Sie bedauere die Entscheidung "zutiefst" und fügte hinzu, es sei "noch nicht zu spät" für Verhandlungen. Die Europäer seien aber "bereit zu reagieren".
"Es gibt keinen klaren Weg durch das Chaos"
"Millionen von Menschen werden mit höheren Lebensmittelrechnungen konfrontiert sein. Medikamente werden teurer, ebenso der Transport. Die Inflation wird ansteigen. Und dies schadet vor allem den wirtschaftlich schwächsten Bürgern", erklärte sei.
Zudem würden auch große wie kleine Unternehmen vom ersten Tag an unter dieser Entscheidung leiden – unter anderem durch größere Unsicherheit, unterbrochene Lieferketten und aufwendige Bürokratie. Hinzu komme, dass es in dieser Unordnung, keine Ordnung zu geben scheine, sagte von der Leyen. "Es gibt keinen klaren Weg durch die Komplexität und das Chaos, das geschaffen wird, da alle Handelspartner der Vereinigten Staaten betroffen sind."
Die Bürgerinnen und Bürgern in der EU rief sie dennoch auf, nicht die Zuversicht zu verlieren. Sie wisse, dass viele Menschen von dem ältesten Verbündeten enttäuscht seien, sagte sie. Europa habe aber alles, was es brauche, um diesen Sturm zu überstehen. Man werde zusammenhalten und sich füreinander einsetzen. Mit dem besonders von den Zöllen betroffenen Automobil- und Pharmasektor kündigte sie schnelle Gespräche über mögliche Unterstützung an.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch neue Zölle für Handelspartner weltweit angekündigt. Importe aus der Europäischen Union werden demnach mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, solche aus China sogar mit einem Zoll von 34 Prozent. Als "Mindestsatz" für andere Länder nannte der US-Präsident zehn Prozent.
- Eigene Beobachtung
- Mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und dpa