t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon



HomeLebenWissenschaft

Wien: Massengrab mit 150 Skeletten römischer Soldaten entdeckt


In Wien
Massengrab mit 150 Skeletten römischer Soldaten entdeckt

Von dpa, dom

Aktualisiert am 03.04.2025 - 13:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Grabung in Wien-Simmering: Archäologen fanden bei der Sanierung eines Sportplatzes Skelette aus dem 1. Jahrhundert nach Christus.Vergrößern des Bildes
Grabung in Wien-Simmering: Archäologen fanden bei der Sanierung eines Sportplatzes Skelette aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. (Quelle: Foto: A. Slonek / Novetus)
News folgen

Sie wurden brutal getötet. Darauf weisen die Skelette von 150 jungen römischen Soldaten hin. In einem der Toten steckte noch eine Lanzenspitze.

Archäologen haben am Rande von Wien ein Massengrab mit rund 150 jungen Soldaten aus der Römerzeit entdeckt. Der "Sensationsfund" aus dem Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus weise nicht nur auf einen brutalen Kampf an der Grenze des Römischen Reiches hin, betonte das Forschungsteam. Die Kriegsopfer stünden wohl auch mit der Entstehung Wiens in Zusammenhang, hieß es.

Die chaotisch übereinanderliegenden Skelette kamen bei Arbeiten an einem Sportplatz am Rande der österreichischen Hauptstadt zum Vorschein. Untersuchungen ergaben, dass es sich um fast durchwegs gesunde und ungewöhnlich große Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren handelt. Ausrüstungsteile wiesen auf die Römerzeit hin.

Soldaten wurden "abgeschlachtet"

"Die unzeremonielle Beerdigung deutet dabei auf ein katastrophales Ereignis", heißt es in einer Pressemitteilung der Wiener Stadtarchäologen um Michaela Kronberger. Die Gliedmaßen seien "mit denen anderer Individuen verschränkt" gewesen. Das deute auf eine hastige Bedeckung der Toten mit Erde hin.

Bei den Skeletten handle es sich um die Überreste von jungen Menschen, "die auf grausamste Weise abgeschlachtet wurden". Jedes der bislang untersuchten Skelette weist zumindest eine Verletzung auf, die kurz vor dem Tod zugefügt wurde. Bei einem der Soldaten steckte noch eine Lanzenspitze im Beckenknochen.

Bei dem Massengrab handelt es sich den Angaben nach um eine ovale Grube von etwa 5 mal 4,5 Metern. Ob die Grube absichtlich angelegt wurde oder einfach eine vorhandene Senke genutzt wurde, ist unklar.

Leichen wurden gefleddert

Die Archäologen legten neben den Knochen kaum andere Fundstücke frei. Sie gehen deshalb davon aus, dass "die Toten ihrer Waffen sowie Ausrüstungen beraubt wurden". Die wenigen Fundstücke, die geborgen werden konnten, seien allerdings beachtlich – darunter ein Dolch mit römischen Verzierungen, Lanzenspitzen, Schuppen einer Panzerung und die Wangenklappen eines Helms.

Der Wiener Stadtarchäologe Martin Mosser wies darauf hin, dass germanische Stämme im Jahr 92 in der Nähe des heutigen Wien eine römische Legion vernichtend geschlagen hatten. Die Donau bildete damals die Nordgrenze des römischen Reiches. Wenige Jahre später gründeten die Römer in Vindobona ein größeres Militärlager, aus dem die Stadt Wien entstand. Dieser Schritt könnte eine Reaktion auf die vorangegangene Niederlage gewesen sein, sagte Mosser.

Verwendete Quellen
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel



Telekom