"Lebensmittel kosten eine Niere" China macht sich über Trumps Strafzölle lustig

Trumps Strafzölle haben in China nicht nur eine Gegenreaktion ausgelöst. In sozialen Medien wird auch gegen die USA Stimmung gemacht.
Der "Tag der Befreiung", an dem US-Präsident Donald Trump weltweite Zölle bekannt gegeben hat, führt in China zu Spottvideos. Der US-Präsident hatte gegen Peking 34 Prozent Importzoll verhängt, die chinesische Regierung reagierte umgehend mit Zöllen in gleicher Höhe.
Doch was Trump als einen großen Wirtschafts-Coup sieht, wird in chinesischen sozialen Medien mit Spott aufgenommen. Mehrere Videos, erstellt mithilfe von Künstlicher Intelligenz, machen sich über die Zölle lustig. In den stark zensierten stehenden sozialen Netzwerken ist die Veröffentlichung solcher Videos ein Zeichen dafür, dass die kommunistische Parteiführung wohl ihren Segen dazu gegeben hat.
"Heiße Luft über Deiner Zunge"
In einem Video mit dem Titel "Liberation Day or a Price to Pay?" wird die Stimme von Donald Trump über das Bild einer Frau gelegt, die an einem leeren Tisch sitzt, eine leere Gabel in der Hand. In einem von KI generierten englischen Song wird davon gesprochen, dass man den Bürgern "die Sterne versprochen hat. Doch die Zölle vernichteten unsere billigen Autos aus China."
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Damit werden die im Vergleich zu amerikanischen Autos oft günstigeren chinesischen Modelle in den USA angesprochen, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. "Lebensmittel kosten eine Niere, Benzin eine Lunge", wird ironisch auf einen möglichen Preisanstieg verwiesen. Trumps Deals werden in etwas holprigem Englisch als "heiße Luft über Deiner Zunge" bezeichnet, während im Bild eine Frau durch einen Supermarkt geht und in Einspielungen Bilder von Demonstrationen gegen Preisanstiege in den USA gezeigt werden.
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Roboter begehrt gegen Zoll-Programm auf
In einem weiteren Video, das auch von der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua verbreitet wurde, wird in einer futuristischen Umgebung eine Wissenschaftlerin gezeigt, die einen Roboter namens T.A.R.I.F.F. (deutsch: Zoll) mit der Umsetzung von Strafzöllen beauftragt. Er bestätigt zunächst die Anweisung, bis hin zur aggressivsten Stufe. Doch dann hat selbst der Roboter Bedenken. "Ich sehe die Konsequenzen. Die Handelskriege. Die Revolten. Die Menschen, die leiden", sagt er, während KI-generierte Fotos von leeren Supermärkten und Demonstrationen gezeigt werden.
Die Wissenschaftlerin widerspricht ihm mit Argumenten, wie man sie von Donald Trump hört: "Du verstehst das Gesamtbild nicht". Dann begehrt der Roboter auf und beschließt, sich abzuschalten, um das Leid zu beenden. Die Videos sind in englischer Sprache, aber mit chinesischen Untertiteln. Sie sind Teil der staatlichen Propaganda Pekings gegen die US-Zölle.
In den USA demonstrierten am Samstag Hundertausende gegen die Maßnahmen von Donald Trump und seinem Berater Elon Musk. Die zum Teil bereits in Kraft getretenen US-Zölle haben an den Börsen bereits für eine Talfahrt gesorgt. Werden sie in den genannten Höhen umgesetzt, befürchten Experten in den USA eine Rezession und steigende Preise. Aber auch die Weltwirtschaft wird betroffen sein. In Deutschland sind vor allem Maschinenbauer und die Autoindustrie von Exporten in die USA abhängig. Deren Güter dürften durch den Zoll in Höhe von 20 Prozent wesentlich teurer werden.
- instagram.com: Beitrag von @artificialintelligencenews.in
- cgtn.com: "‘Liberation Day’ or a price to pay?" (englisch)
- reuters.com: "Robots fraught with consumers: Star of China AI videos mocking tariffs" (englisch)