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US-Börsen erleben schlechtesten Tag seit Jahren: Trump reagiert knapp


Rezessionsangst
US-Börsen auf Talfahrt – Trump äußert sich nur knapp

Von t-online, wan

Aktualisiert am 05.04.2025 - 12:10 UhrLesedauer: 3 Min.
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Donald Trump in Miami (Archivbild): Er hat sich ins Wochenende verabschiedet. (Quelle: IMAGO/Miami Herald/TNS/ABACA/imago)
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Die US-Börsen erleben die schlechtesten Tage seit der Covid-Pandemie. US-Präsident Donald Trump reist zu einem Gala-Dinner, für das Teilnehmer eine Million Dollar zahlen müssen.

Die US-Börsen sind auch zwei Tage nach der Ankündigung von weltweiten Zöllen auf Talfahrt. Als am Freitagabend an der Wall Street die Glocke zum Börsenschluss geschlagen wurde, waren die meisten Indizes kräftig im Minus.

Der Dow Jones stürzte um 2.231 Punkte ab – ein Minus von 5,5 Prozent – und schloss damit mehr als zehn Prozent unter seinem Hoch vom Dezember. Der S&P 500 verlor 5,97 Prozent, wobei die Verluste nahezu alle Sektoren erfassten. Auch die Technologiebörse Nasdaq geriet stark unter Druck und büßte 5,82 Prozent ein. Sie liegt nun mehr als 20 Prozent unter ihrem jüngsten Höchststand.

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"Wir sehen nun die unvermeidlichen Vergeltungsmaßnahmen der globalen Handelspartner der USA. Es besteht die Gefahr, dass sich die Rezessionsangst in eine ausgewachsene Rezession ausweitet", sagte Ben Laidler, Leiter der Aktienstrategie bei Bradesco BBI, gegenüber NBC News.

Aktien großer US-Firmen verlieren stark

Die Aktien von Tesla und Apple – die zu den Unternehmen mit dem größten Umsatz in China gehören – fielen am Freitag um 10,5 und 7,3 Prozent. Lesen Sie hier mehr über den Kurseinbruch der Teslaaktie. Beide Unternehmen produzieren zwar in den USA, aber Zölle auf in die USA importierte Teile könnten die Gewinnspannen drücken und Preiserhöhungen erzwingen. Der Chiphersteller Nvidia verlor 7,4 Prozent, der amerikanische Baufahrzeughersteller Caterpillar 5,4 Prozent.

Die Aktien von US-Schuh- und Modeunternehmen drehten hingegen ins Plus, nachdem Trump erklärte, Vietnam habe eine Senkung der Zölle auf US-Importe angeboten. Nike etwa, das einen Großteil seiner Bekleidung und Schuhe in Vietnam fertigen lässt, machte seine anfänglichen Kursverluste wett und schloss drei Prozent im Plus. Auch Kambodscha, ebenfalls großer Textilexporteur in die USA, kündigte an, Zölle auf US-Importe von 35 auf fünf Prozent zu senken. Das südostasiatische Land war von Trump mit 49 Prozent Zoll belegt worden.

Der US-Börsenhändler Peter Tuchman sprach vom schlechtesten Tag und schlechtesten Monat seit März 2020. "US-Aktien haben innerhalb von zwei Tagen 6,6 Billionen US-Dollar an Marktwert verloren, der schlimmste 2-Tages-Zeitraum in der Geschichte", schrieb er auf X.

Trump äußert sich nur kurz – und reist zu Gala-Dinner

US-Präsident Donald Trump hielt sich am Freitag mit Äußerungen zu den Börsenentwicklungen weitgehend zurück. Auf seinem Netzwerk Truth Social schrieb er lediglich kurz und knapp: "Only the weak will fail" (Nur die Schwachen werden scheitern). Erst später meldete sich Trump erneut in seinem Netzwerk zu Wort: "Große Unternehmen machen sich keine Sorgen über Zölle, weil sie wissen, dass sie bleiben werden." Das steht allerdings im Widerspruch zu den Kursverlusten, die viele US-Firmen erlitten haben. Außerdem besteht die Befürchtung, dass durch die Zölle Preise steigen, was wiederum geringere Umsätze mit sich führen kann.

Statt weiterer Stellungnahmen reiste Trump zu einem Galadinner in seinem Wohnsitz Mar-a-Lago in Florida. Dort hatte eine seiner MAGA-Unterstützergruppen zum exklusiven Abendessen geladen.

Teilnehmer mussten eine Million US-Dollar (rund 913.000 Euro) zahlen, so der Sender CBS. Das Geld geht nicht direkt an Trump, sondern, um die US-Wahlgesetze zu beachten, an den Super-PAC Maga Inc. Wie CBS berichtet, ist Trump als Gastredner angekündigt – wohl auch wegen der Wahlgesetze. Offiziell dürfen Super-PAC Kandidaten unterstützen, diese dürfen sich aber nicht mit ihnen koordinieren.

Bericht: Bei Unternehmen herrscht Angst

Nach Recherchen des US-Portals Politico herrscht aber Angst bei den Unternehmen. Ein Vertreter der Energiewirtschaft bestätigte dies. "Ich höre Angst und Frustration von allen Seiten", sagte der Beamte per SMS, "aber niemand will der Erste sein, der etwas Negatives über Trumps Entscheidungen sagt."

Das US-Unternehmen Howmet Aerospace räumt sich selbst die Möglichkeit eines Lieferstopps für von Zöllen betroffene Flugzeugbauteile ein. Das Unternehmen stellt unter anderem Komponenten für Airbus und Boeing her. Howmet erklärte in einem Schreiben an seine Kunden, das Reuters vorliegt, dass es einen Fall von höherer Gewalt erklärt habe.

Verwendete Quellen

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