Zusammenarbeit alter Rivalen Wegen Trump: China findet plötzlich neue Verbündete
China, Japan und Südkorea rücken zusammen: Erstmals seit Jahren einigen sich die alten Rivalen auf gemeinsame wirtschaftspolitische Schritte gegen US-Zölle.
China, Japan und Südkorea haben sich auf eine gemeinsame Reaktion auf US-Zölle verständigt. Die Einigung ist bei einem Treffen der Handelsminister in Peking zustande gekommen, wie ein mit dem chinesischen Staatsfernsehen verbundener Account in einem Beitrag im chinesischen Social-Media-Netzwerk Sina Weibo mitteilte. Es handelte sich um die erste wirtschaftspolitische Gesprächsrunde der drei Länder seit fünf Jahren.
Laut dem Beitrag suchen Japan und Südkorea derzeit nach Möglichkeiten, Halbleitervorprodukte aus China zu beziehen. Im Gegenzug sei China daran interessiert, Fertigchips aus Japan und Südkorea zu importieren. Alle drei Länder hätten sich auf eine engere Zusammenarbeit bei Lieferketten verständigt. Außerdem sei geplant, den Austausch über Exportkontrollen zu intensivieren.
Freihandelsabkommen steht in Aussicht
Im Anschluss an das Treffen erklärten die beteiligten Minister, man wolle künftig "eng zusammenarbeiten für umfassende und hochrangige" Verhandlungen über ein gemeinsames Freihandelsabkommen zwischen Südkorea, Japan und China. Ziel sei es, den regionalen und globalen Handel zu fördern.
Das Treffen fand nur wenige Tage vor der angekündigten Rede des US-Präsidenten Donald Trump statt, der am Mittwoch neue Strafzölle vorstellen will. Trump hatte diesen Tag im Vorfeld als "Befreiungstag" bezeichnet und damit seine Absicht bekräftigt, bestehende Handelsbeziehungen der USA grundsätzlich umzugestalten.
China, Japan und Südkorea zählen zu den wichtigsten Handelspartnern der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig ist das Verhältnis zwischen den drei asiatischen Staaten historisch belastet. Immer wieder kommt es zu Spannungen, etwa wegen territorialer Streitigkeiten.
- Nachrichtenagentur Reuters