Reaktion auf US-Äußerungen Außenminister: Russlands Angriffspläne "nicht theoretisch"

Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot sieht in den Befürchtungen vor einem russischen Angriff keine rein "theoretische" Gefahr. Er widerspricht damit Trump-Berater Steve Witkoff.
Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot warnt vor russischen Angriffsplänen. Die Bedrohung durch eine russische Aggression in Europa sei "nicht theoretisch", sagte Barrot auf einer Auslandsreise in Singapur. Er reagierte damit auf Äußerungen des Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff. Dieser hatte die Befürchtungen über russische Angriffspläne zuletzt heruntergespielt. Putin wolle sich nicht "ganz Europa" einverleiben, hatte Witkoff erklärt. "Dies ist eine ganz andere Situation als im Zweiten Weltkrieg – damals gab es keine Nato", sagte er in einem Interview.
Westliche Geheimdienste und Sicherheitsexperten warnen seit Monaten vor möglichen militärischen Expansionsplänen Russlands, die sich ab 2027 oder spätestens bis 2030 konkretisieren könnten. Grundlage bilden unter anderem die Rüstungspläne des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
"Die Aggressivität der letzten drei Jahre ging weit über die Ukraine hinaus", sagte Barrot und warf Russland "Informationsmanipulation" sowie "Sabotageakte und andere Versuche zur Destabilisierung europäischer Länder" vor.
Witkoff war zuletzt zweimal nach Moskau gereist, um persönlich mit Putin unter anderem über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu sprechen. Er halte Putin nicht für einen "schlechten Kerl", hatte Witkoff erklärt. "Das ist eine komplizierte Situation, dieser Krieg, und all die Zutaten, die dazu geführt haben. Wissen Sie, es geht nie nur um eine Person, richtig?"
- Nachrichtenagentur dpa
- lemonde.fr: "Russian threat in Europe 'not theoretical,' says French foreign minister"