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Shein: Qualität der Kleidung im Test


Shein im Blick
"Öko-Test" untersucht Ultra Fast Fashion

Von t-online, jb

Aktualisiert am 26.07.2024Lesedauer: 3 Min.
Shopping: Ultra Fast Fashion wird immer beliebter.Vergrößern des BildesShopping: Ultra Fast Fashion wird immer beliebter. (Quelle: Ridofranz)

"Innerhalb kürzester Zeit Schrott" und voll mit giftigen Chemikalien – so lautet das Urteil von "Öko-Test" über die Produkte einer beliebten Modemarke.

Schnell ein neues, chices Strandkleid für den Urlaub oder ein Paar Sportschuhe für den Abenteuerurlaub kaufen? All das und noch mehr gibt es für wenig Geld bei Shein. Dabei liegt die Betonung auf "noch mehr". Denn "Öko-Test" hat die Produkte des weltweit größten Direktversenders untersucht (Ausgabe 08/2024) und bedenkliche Stoffe darin gefunden.

Schuhe: Gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe und schlechte Qualität

Besonders schlecht im Test schnitten die "Herren Sandalen, schwarz, Gr. 42" von Shein ab. Nicht nur, dass die Sohle nach kurzer Zeit (5.700 Schritten) gebrochen ist. Die Schuhe sind zudem auch mit zahlreichen, bedenklichen Inhaltsstoffen belastet: Darunter mehrere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie Phthalate (deutlich erhöht), die im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen oder fortpflanzungsgefährdend zu sein. PAKs sind in der EU verboten. Phthalate dürfen in Babyartikeln und Spielzeugen nicht vorkommen.

Weiterhin wies das Labor Blei sowie PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen nach. Blei kann sich im Organismus ablagern und bei einem erhöhten Wert den Nieren und dem Herz-Kreislauf-System schaden. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen werden als optische Aufheller eingesetzt. Diese schaden der Umwelt und können bei Sonnenbestrahlung allergische Reaktionen hervorrufen.

Gesamtnote für die Herrensandalen: "ungenügend"

Die von der EU festgelegten Grenzwerte wurden nicht überschritten, erklärt Shein in einer späteren Stellungnahme an Öko-Test". Zudem teilte das Unternehmen mit, dass die Schuhe aus dem Verkauf genommen wurden.

Sind die Damensandelen besser?

Nein. Auch die "Sandalen für Damen Leo mit Fußbett, braun, Gr. 39" von Shein schnitten schlecht ab. Die Tester bemängelten ebenfalls die gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe wie Blei, Cadmium und Phthalate (Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)); Anthracen; Naphthalin; Dimethylformamid sowie die zinnorganischen Verbindungen und optischen Aufheller. Und wie bei den Herrensandalen brach die Sohle des Schuhs nach kurzer Zeit.

Die von der EU festgelegten Grenzwerte wurden nicht überschritten, erklärt Shein in einer späteren Stellungnahme an Öko-Test". Zudem teilte das Unternehmen mit, dass die Schuhe aus dem Verkauf genommen wurden.

Gesamtnote daher: "ungenügend"

Weitere Kritikpunkte

Neben der schlechten Qualität vieler Produkte und den bedenklichen und/oder gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen kritisiert "Öko-Test" die mangelhafte Transparenz. Denn Fragen von "Öko-Test" zu den Lieferketten und den Produktionsbedingungen beantwortete Shein nicht.

Nachdem der Test erschienen war, äußerte sich Shein in einer Stellungnahme an "Öko-Test".

Shein im Test: Gesamtergebnisse

Insgesamt fiel der Test wie folgt aus:

  • 7 Produkte mit der Gesamtnote "ausreichend"
  • 11 Produkte mit der Gesamtnote "mangelhaft"
  • 1 Produkt mit der Gesamtnote "ungenügend"

So lief der Test ab

Für den Test hat "Öko-Test" 21 Kleidungsstücke sowie diverse Schuhe bei dem Fast-Fashion-Anbieter Shein bestellt. Darunter waren Produkte für Frauen, Männer, Teenager und Babys. Ein unabhängiges Labor untersuchte alle Produkte auf gesundheitlich bedenkliche Chemikalien hin. Weiterhin wurde die Qualität der Ware überprüft und die sozialen und ökologischen Bedingungen bei der Herstellung der Mode unter die Lupe genommen.

Stellungnahme Shein

Das Unternehmen hat zu den Testergebnissen wie folgt Stellung genommen:

"Shein legt großen Wert auf die Sicherheit und Gesundheit aller unserer Kunden. Wir verlangen von unseren Lieferanten die Einhaltung strenger Kontrollen und Standards, die an europäischen und globalen Standards wie REACH ausgerichtet sind. Wir arbeiten mit führenden, internationalen externen Prüfagenturen zusammen, um regelmäßige Produkttests durchzuführen und somit sicherzustellen, dass Lieferanten diese Standards einhalten. Im vergangenen Jahr haben wir mit diesen Prüfagenturen insgesamt über 400.000 chemische Sicherheitstests durchgeführt. [...] Wir nehmen die Ergebnisse von "Öko-Test" ernst und nehmen vorsorglich, im Einklang mit unseren eigenen Sicherheitsprozessen und -protokollen, die Produkte aus dem Verkauf, von denen "Öko-Test" sagt, dass sie den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechen würden und führen weitere Untersuchungen durch."

Verwendete Quellen
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