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Kaufland-Skandal: Klappt der Hygiene-Neustart?


Schimmel, Mäuse und Verdorbenes
Kaufland äußert sich nach Ekel-Skandal


04.04.2025 - 18:20 UhrLesedauer: 2 Min.
FleischVergrößern des Bildes
Fleischtheke im Supermarkt: Ist alles so frisch, wie es aussieht? (Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/dpa)
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Schimmeliger Käse, verdorbene Ware, Mäusekot: Nach einer Undercover-Recherche steht Kaufland massiv in der Kritik. Ein Fünf-Punkte-Plan soll es nun richten.

Nach gravierenden Enthüllungen durch RTL und "Stern" will Kaufland verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Die Vorwürfe: In zahlreichen Filialen gab es erhebliche Hygienemängel – darunter verschimmelter Käse, manipulierte Haltbarkeitsdaten und verdreckte Handschuhe. Besonders betroffen: die Märkte in Bad Tölz und Homburg im Saarland.

Kaufland-Vorstand Jochen Kratz nennt die Bilder "schmerzhaft". Die gezeigten Bilder entsprächen in keiner Weise den Standards im Umgang mit Lebensmitteln und Sauberkeit. Nun zieht der Konzern Konsequenzen und kündigt t-online einen Fünf-Punkte-Plan an.

Halbe Milliarde Euro in Kühltechnik

  • Neue Kühlmöbel: Um die Frischekette sicherzustellen, sollen jährlich 500 Millionen Euro in moderne Kühltechnik fließen. "Wenn der Kunde kommt, müssen die Kühlmöbel einwandfrei funktionieren", so Kratz.
  • Grundreinigung: In allen deutschen Märkten soll in den kommenden Wochen eine umfassende Reinigung stattfinden.
  • Externe Qualitätsprüfer: Künftig sollen unabhängige Institute die Hygienestandards in den Märkten überprüfen. Für alle Filialkräfte gebe es bereits Schulungen für Frische und Hygiene. Frischetrainer speziell für den Thekenbereich seien schon jetzt im Einsatz.
  • Grundlegende Sanierung in Homburg: Die betroffene Filiale soll für rund sechs Monate geschlossen und umfassend saniert werden. Die ursprünglich im laufenden Betrieb für Mai geplante Modernisierung starte nun sofort.
  • Neue Führung im Markt in Bad Tölz: Die Filialleitung sei bereits ausgetauscht worden. Der Supermarkt bleibe für eine Woche geschlossen, das Personal werde intensiv im Umgang mit Lebensmitteln geschult.

t-online-Leser haben klare Meinung

Doch haben Kunden auch Vertrauen in die Maßnahmen? Geht es nach den Lesern von t-online, ist die Antwort klar. In einer Online-Umfrage gibt die Mehrheit (43 Prozent) an, künftig auf einen anderen Lebensmittelhändler ausweichen zu wollen. Rund 35 Prozent wollen Kaufland hingegen treu bleiben, weil es nirgendwo perfekt sei. Etwa jeder Fünfte ist noch unentschlossen und sagt, man müsse die Geschehnisse erst einmal verdauen. Abgestimmt hatten bis 17.25 Uhr am Freitag knapp 5.650 Leser.

Kratz: "Wir krempeln die Ärmel hoch"

Kaufland-Vorstand Kratz hat derweil eingeräumt, dass interne Kontrollmechanismen versagt hätten. Der "Bild"-Zeitung sagte er, Man werde nun "die Ärmel hochkrempeln" und den Kunden demonstrieren, "dass wir für sie da sind". Ziel sei es, die internen Vorgaben künftig konsequenter umzusetzen. Lesen Sie hier mehr Details.

Verbraucherschützerin kritisiert Kontrollsystem

Sabrina Göddertz vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) kritisiert im Gespräch mit t-online nicht nur den Händler, sondern auch die Behörden. Ihrer Ansicht nach fehlt es an flächendeckender Kontrolle: "Lebensmittelsicherheit hatte in den letzten Jahren keine politische Priorität." Auch die Kontrollstrukturen seien unzureichend.

Der VZBV fordert, dass Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen öffentlich gemacht werden – etwa durch ein Smiley-System oder Hygienebarometer, wie es sie in Ländern wie Dänemark gebe. So könnten Kunden besser einschätzen, ob sie einem Betrieb vertrauen können.

Verwendete Quellen
  • Schriftliche Anfrage von t-online bei Kaufland
  • Mit Archivmaterial
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