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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Schädliche Gewohnheiten Kehlkopfkrebs: Diese Kombination erhöht das Risiko um ein Vielfaches
Zwei Gewohnheiten lassen das Risiko für Kehlkopfkrebs stark ansteigen – vor allem in Kombination. Die gute Nachricht: Jeder kann aktiv etwas dagegen tun.
Jedes Jahr erhalten über 3.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Kehlkopfkrebs, vor allem Männer. Das persönliche Risiko für Kehlkopfkrebs steigt insbesondere durch zwei Gewohnheiten erheblich.
Tabak und Alkohol erhöhen das Risiko
Hauptrisikofaktor für Kehlkopfkrebs ist chronischer Tabakkonsum. Und auch langjähriger Alkoholkonsum kann diese Krebsart begünstigen. Beide Gewohnheiten gelten im Vergleich zu anderen Faktoren als besonders schädlich.
Auch (meist beruflich bedingter) anhaltender, jahrelanger Kontakt mit bestimmten Stoffen wie Asbest und ionisierenden Strahlen stellt eine Gefahr dar. Erhöht ist die Krebswahrscheinlichkeit zudem, wenn in der Schleimhaut bereits Krebsvorstufen vorliegen.
Fachleute nehmen zudem an, dass eine genetische Veranlagung von Bedeutung ist. Möglicherweise zählen auch der übermäßige Verzehr von Fleisch und Gebratenem sowie eine einseitige Ernährung mit wenig Vitaminen zu Einflüssen, die Krebs im Bereich des Kehlkopfs begünstigen.
Eine Infektion mit humanen Papillomaviren (insbesondere vom sogenannten Hochrisikotyp 16) lässt die Wahrscheinlichkeit für Krebs im Mund-Rachen-Raum ebenfalls steigen. Als Risikofaktor für Kehlkopfkrebs spielt sie jedoch im Vergleich zu Alkohol- und Tabakkonsum eine deutlich geringere Rolle.
Tabak und Alkohol: in Kombination besonders riskant
Wer über Jahre hinweg raucht, hat statistisch gesehen ein sechsmal höheres Risiko für Kehlkopfkrebs als Personen, die nicht rauchen. Dasselbe gilt für langjährigen übermäßigen Alkoholkonsum: Er erhöht das Risiko ebenfalls um das Sechsfache.
Noch mehr steigt die Wahrscheinlichkeit für Kehlkopfkrebs, wenn eine Person sowohl raucht als auch viel trinkt. (Älteren) Studien zufolge könnte das Risiko dann bis zu 30-mal höher sein. (Nicht nur) aus diesem Grund kann es sich lohnen, eigene negative Gewohnheiten zu überdenken.
Krebs kann an unterschiedlichen Stellen des Kehlkopfs entstehen. Fachleute unterscheiden zwischen Kehlkopfkrebs
- in Höhe der Stimmbänder und -lippen (glottisches Karzinom),
- oberhalb der Stimmlippen (supraglottisches Karzinom) und
- unterhalb der Stimmlippen (subglottisches Karzinom).
Alkohol in Kombination mit Tabak ist insbesondere ein Risikofaktor für Krebs oberhalb der Stimmlippen. Krebs in Höhe der Stimmbänder und Lippen scheint Untersuchungen zufolge hingegen vor allem auf Rauchen zurückzuführen sein.
Vorbeugen durch Alkohol- und Rauchstopp
Zu 100 Prozent lässt sich Kehlkopfkrebs nicht vorbeugen. Mit dem Verzicht auf Tabak und Alkohol lassen sich jedoch zwei wesentliche Risikofaktoren ausschalten. Wer auf beide Genussmittel verzichtet, reduziert sein Risiko erheblich. Nach 10 bis 15 Jahren entspricht das Risiko dem einer Person, die nie geraucht oder viel getrunken hat.
- Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
- "Larynxkarzinom". Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 17.9.2024)
- "Wie funktioniert der Kehlkopf?" Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 28.2.2024)
- "Kehlkopfkrebs". Online-Informationen des öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs: www.gesundheit.gv.at (Stand: 23.9.2023)
- Zentrum für Krebsregisterdaten: "Krebs in Deutschland für 2019/2020". Robert Koch-Institut, Berlin 2023
- "Larynxkarzinom". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 5.7.2023)
- "S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Larynxkarzinoms". AWMF-Leitlinienregister Nr. 017/076OL (Stand: November 2019)
- "Symptome bei Tumoren der oberen Luft- und Speisewege und Kehlkopfkrebs". Online-Informationen des ONKO-Internetportals: www.krebsgesellschaft.de (Stand: 12.3.2018)
- Talamini, R., et al.: "Combined effect of tobacco and alcohol on laryngeal cancer risk: a casecontrol study". Cancer Causes Control, Vol. 13, Iss. 10, pp. 957-964 (2002)