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Überlebenschance bei Kehlkopfkrebs: Wovon die Prognose abhängt


Überlebenschance
Diagnose Kehlkopfkrebs: Wovon die Prognose abhängt


02.04.2025 - 09:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Frau mit Problemen im Halsbereich beim Arzt: Wenn Kehlkopfkrebs noch nicht gestreut hat, ist die Prognose oft günstig.Vergrößern des Bildes
Frau mit Problemen im Halsbereich beim Arzt: Wenn Kehlkopfkrebs noch nicht gestreut hat, ist die Prognose oft günstig. (Quelle: shironosov/getty-images-bilder)
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Wie ist die Überlebenschance bei Kehlkopfkrebs? Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Jedoch gibt es Faktoren, die die Prognose stark beeinflussen.

Je früher Krebs entdeckt und behandelt wird, desto besser. Das gilt auch für Kehlkopfkrebs. Doch es ist nicht nur entscheidend, wie sehr sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Auch andere Faktoren wirken sich auf die Prognose aus – etwa die genaue Lage der Geschwulst im Kehlkopf.

Statistisch gesehen leben fünf Jahre nach der Diagnose Kehlkopfkrebs von 100 Frauen noch 65 und von 100 Männern noch 64.

Wie hoch die Überlebenschance einer bestimmten Person mit Kehlkopfkrebs tatsächlich ist, lässt sich nicht zu 100 Prozent vorhersagen. Fest steht: Es gibt Faktoren, die die Prognose verbessern oder verschlechtern. In welchem Ausmaß dies geschieht, bestimmen Fachleute anhand statistischer Wahrscheinlichkeiten. Daraus lässt sich zwar eine Tendenz ableiten – im Einzelfall kann der Krankheitsverlauf jedoch deutlich davon abweichen.

Drei Faktoren besonders wichtig

Welche Prognose eine Person mit Kehlkopfkrebs aus statistischer Sicht hat und wie hoch die Überlebenschance ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere davon,

  • wo genau sich der Tumor befindet,
  • wie groß der Tumor ist und wie sehr sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat und
  • ob nach einer OP noch Krebsgewebe im Körper zu finden ist (R-Status).

Nicht zuletzt ist wichtig, wie früh die Therapie begonnen wird, wie gut die jeweilige Behandlung anschlägt, und wie alt und in welcher körperlichen Verfassung die Person ist.

Tumor im Bereich der Stimmlippen hat bessere Prognose

Kehlkopfkrebs kann sich an verschiedenen Stellen des Kehlkopfs bilden. Die Lage des Tumors spielt bei der Prognose eine Rolle. Fachleute unterscheiden zwischen Kehlkopfkrebs

  • in Höhe der Stimmbänder und -lippen (glottisches Karzinom),
  • oberhalb der Stimmlippen (supraglottisches Karzinom) und
  • unterhalb der Stimmlippen (subglottisches Karzinom).

Die beste Prognose haben Personen mit einem glottischen Karzinom. Die Überlebenschance bei Kehlkopfkrebs oberhalb der Stimmlippen ist im Vergleich schlechter, da der Tumor oft früh in benachbarte Lymphknoten streut.

Kehlkopfkrebs unterhalb der Stimmlippen hat – statistisch gesehen – die schlechteste Prognose. Ein möglicher Grund ist, dass sich ein subglottischer Tumor oft erst bemerkbar macht, wenn er weit fortgeschritten ist, und sich unbemerkt weiter ausbreiten kann. (Welche möglichen Anzeichen bei Kehlkopfkrebs auftreten können, lesen Sie hier.)

Je mehr gestreut, desto schlechter die Überlebenschance

Neben der Lage des Tumors ist für die Prognose auch das Stadium der Erkrankung wichtig, also,

  • wie groß die Geschwulst ist,
  • ob benachbarte Lymphknoten befallen sind und
  • ob sich bereits Absiedelungen (Metastasen) in anderen Körperbereichen gebildet haben.

Um das Stadium zu erfassen, nutzen Fachleute die sogenannte TNM-Klassifikation:

  • T steht für den Ursprungstumor (englisch: tumor)
  • N steht für Lymphknoten (englisch: nodes)
  • M steht für Metastasen (englisch: metastases)

Anhand dieser drei Größen beurteilt der Arzt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, indem er die Buchstaben mit Ziffern ergänzt: Sie zeigen an, wie groß der Tumor ist (T1-T4), wie viele benachbarte Lymphknoten befallen sind (N0-N3) und ob Fernmetastasen gefunden wurden (M0 und M1).

Beispiel

T1 N0 M0 bedeutet, dass eine Person einen relativ kleinen Tumor hat, kein benachbarter Lymphknoten befallen ist und auch keine Fernmetastasen gefunden werden konnten.

Weitere Angaben können die TNM-Klassifikation ergänzen oder spezifizieren. So bedeutet etwa der Zusatz "r", dass ein Tumor nach erfolgreicher Behandlung wiedergekehrt ist (r = Rezidiv). Auch lässt sich beispielsweise hinzufügen, wo genau Lymphknoten befallen sind.

Für die Prognose von Kehlkopfkrebs kann ebenfalls relevant sein, wie sehr die Krebszellen gesunden Zellen ähneln. Je größer der Unterschied und somit der Differenzierungsgrad, desto aggressiver wächst der Kehlkopfkrebs in der Regel.

Nach OP: Verbliebene Krebszellen verschlechtern Prognose

Auch der sogenannte R-Status (R-Klassifikation) spielt Fachleuten zufolge eine Rolle bei der Prognose von Kehlkopfkrebs. Er gibt an, ob nach einer Behandlung (meist eine OP) noch Krebsgewebe im Körper verblieben ist. Wenn ja, verschlechtert dies die Prognose und die Überlebenschancen.

Fazit

Wie hoch die Überlebenschance mit Kehlkopfkrebs ist, ist von Person zu Person sehr verschieden. Faktoren, welche die Prognose beeinflussen, sind unter anderem die Lage und Größe des Tumors und seine Ausbreitung im Körper. Aber: Letztlich lässt sich anhand dieser Größen nur eine grobe Einschätzung geben, die auf Durchschnittswerten basiert. Wie lange eine Person mit Kehlkopfkrebs tatsächlich leben wird und ob sie geheilt werden kann, können Ärzte hingegen nie exakt vorhersagen.

Verwendete Quellen
  • "Rachen-Kehlkopf-Krebs". Online-Informationen der Deutschen Krebshilfe: www.krebshilfe.de (Abrufdatum: 2.4.2025)
Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

Quellen anzeigenSymbolbild nach unten

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