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Jeden Tag Fleisch: Wie ungesund ist das?


Schnitzel, Steak, Bratwurst
Jeden Tag Fleisch zu essen, ist völlig unbedenklich – stimmt das?


05.04.2025 - 07:13 UhrLesedauer: 3 Min.
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Würstchen und Steak vom Grill: Bei falscher Zubereitung können krebserregende Stoffe entstehen. (Quelle: GMVozd/getty-images-bilder)
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Fleisch zu essen gilt zunehmend als ungesund. Dennoch greifen viele Deutsche regelmäßig zu Wurst- und Fleischprodukten. Ab wann aber leidet die Gesundheit?

Fleisch ist für viele Menschen in Deutschland weiterhin ein fester Bestandteil der Ernährung. Während einige nicht auf Steak, Schinken oder Salami verzichten wollen, setzen andere bewusst auf eine fleischarme oder vegetarische Ernährung. Doch wie gesund ist es, jeden Tag Fleisch und Wurst zu essen? Lesen Sie im Ratgeber, welche Auswirkungen ein hoher Fleischkonsum auf den Körper hat und welche Menge unbedenklich ist.

Gut zu wissen

Eine Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2023 zeigt, dass jeder Deutsche durchschnittlich rund 52 Kilogramm Fleisch pro Jahr verzehrt. Trotz der zunehmenden Kritik an Fleischkonsum bleibt dieser Wert konstant hoch.

Fleisch ist eine wertvolle Nährstoffquelle

Trotz aller Kritik: Fleisch liefert zahlreiche wichtige Nährstoffe, die für den Körper unerlässlich sind. Dazu zählen hochwertiges Eiweiß, Eisen, Zink sowie Vitamin B12. Besonders rotes Fleisch wie Rind oder Schwein enthält viel Eisen, das vom Körper besser verwertet werden kann als pflanzliches Eisen. Zudem hat Fleisch eine hohe biologische Wertigkeit. Das bedeutet, dass das enthaltene Eiweiß besonders effizient für den Muskelaufbau genutzt werden kann.

Vor allem Heranwachsende und Sportler können von diesen Nährstoffen profitieren. Vitamin B12, das fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt, ist für die Blutbildung und das Nervensystem essenziell. Auch das Spurenelement Zink spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem und die Wundheilung.

Zu viel Fleisch kann krank machen

Doch obwohl Fleisch wichtige Nährstoffe liefert, kann ein übermäßiger Konsum Nachteile für die Gesundheit haben. Mehrere Studien zeigen, dass ein hoher Fleischkonsum das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöhen kann. Dazu zählen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Vor allem rotes Fleisch enthält viele gesättigte Fettsäuren, die sich negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken können.
  • Diabetes Typ 2: Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass ein hoher Fleischkonsum das Risiko für diese Stoffwechselerkrankung steigert. Der Grund hierfür liegt unter anderem in den gesättigten Fettsäuren tierischer Nahrungsmittel, die sich ungünstig auf Blutfettwerte auswirken können.
  • Krebs: Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft verarbeitetes Fleisch wie Wurstwaren als "krebserregend" ein. Rotes Fleisch gilt als "wahrscheinlich krebserregend", insbesondere in Bezug auf Darmkrebs.
  • Demenz: Eine neue Untersuchung von US-Forschern legt zudem nahe, dass ein hoher Konsum von verarbeitetem Fleisch das Gehirn schneller altern lässt. Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Erhöhte Sterblichkeit: Studien zeigen, dass eine fleischreiche Ernährung mit einer kürzeren Lebenserwartung einhergehen kann.

Auch der hohe Gehalt an Purinen in Fleisch kann problematisch sein. Die Zellbausteine stecken in den verschiedensten Nahrungsmitteln und werden von Menschen mit Neigung zu Gicht schlechter vertragen, weil sich durch den Abbau von Purinen im Körper der Harnsäurespiegel erhöhen kann.

Wie viel Fleisch ist unbedenklich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt maximal 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. "Als Teil einer vollwertigen Ernährung kann eine kleine Menge Fleisch die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen erleichtern", heißt es. Außerdem sollte mageres Fleisch und Geflügel statt rotem oder verarbeitetem Fleisch auf dem Teller landen.

Zur Erklärung

Verarbeitetes Fleisch wird oft auf verschiedene Art konserviert, etwa durch Salzen, Fermentieren, Räuchern oder Pökeln. Beispiele sind Salami, Schinken oder Würstchen.

Fleischalternativen: Geht es auch ohne?

Eine gesunde Ernährung ist auch ohne Fleisch möglich. Pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte liefern ebenfalls essenzielle Aminosäuren. Vitamin B12 kann über angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden (mehr dazu erfahren Sie hier).

Statt Fleisch bietet sich auch Fisch als Alternative an. Er enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die das Herz-Kreislauf-System schützen. Wer dennoch nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann den Konsum reduzieren und bewusster genießen – etwa durch den Kauf von hochwertigem, nachhaltig produziertem Fleisch.

Fazit

Wie bei den meisten Lebensmitteln gilt auch hier: Es kommt auf die Menge, Qualität und Häufigkeit an. Fleisch sollte nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Ein hoher Konsum kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen, weshalb die DGE maximal 300 Gramm Fleisch pro Woche empfiehlt. Wer auf eine ausgewogene Ernährung achtet und Fleisch in Maßen genießt, kann dennoch von seinen wertvollen Nährstoffen profitieren.

Verwendete Quellen
Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.

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