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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Entscheidung könnte am Mittwoch fallen Gibt der Stadtrat grünes Licht für den Stadionausbau?
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Bekommt Essen bald ein größeres Stadion? Seit langer Zeit wird über den Ausbau der Spielstätte diskutiert. Am Mittwoch könnte endlich eine Entscheidung getroffen werden.
Wird das Stadion an der Hafenstraße ausgebaut, oder nicht? Seit Längerem wird in Essen über die Vergrößerung der Zuschauerkapazität in der Spielstätte von Rot-Weiss Essen (RWE) und der SGS diskutiert. Aktuell verfügt das Fußballstadion über 20.650 Plätze. Zukünftig könnte es Platz für bis zu 26.000 Zuschauer bieten. Und: Am Mittwoch (26. Februar) könnte nun endlich eine Entscheidung getroffen werden.
Gleich vier Parteien haben eine Resolution zu dem Thema in die Ratssitzung eingebracht. In den entsprechenden Anträgen wird sich klar für die bauliche Vergrößerung des Stadions ausgesprochen. Es könnte allerdings noch zu Problemen kommen.
Denn: SPD, CDU und Grüne haben den Ausbau in ihrem Antrag vom 11. Februar vor allem an die Austragung der Frauen-EM geknüpft. So heißt es in der vorliegenden Resolution etwa: "Durch Ausrichtung der WEURO 2029 soll die Sportstadt Essen ein Ort der Begegnung und des Miteinanders werden."
EM-Absage bringt Pläne ins Wanken
Die Stadt hatte sich darum bemüht, Spiele des Turniers austragen zu dürfen, war aber eine von drei Spielstätten gewesen, die bereits im ersten Auswahlprozess vom DFB aus der Liste möglicher Austragungsorte gestrichen worden war. Seitdem ist die Zukunft des Bauprojekts unsicherer denn je.
SPD, CDU und Grüne jedenfalls scheinen auch nach der Absage des DFB an den Plänen festzuhalten. Ingo Vogel, Vorsitzender der SPD-Fraktion, äußerte sich nach dem Aus als EM-Austragungsort zudem wie folgt: "Das Stadion an der Hafenstraße steht für besondere Momente. Deshalb unterstützt die SPD-Ratsfraktion Essen den Ausbau des Stadions – unabhängig von der WEURO 2029." Dass der gemeinsame Antrag zum Ausbau des Stadions nicht zurückgezogen wurde, deutet zudem darauf hin, dass CDU und Grüne ebenfalls weiter positiv gestimmt sind.
Andere Parteien haben sich ebenfalls bereits vor Absage der EM-Austragung klar pro Stadionausbau positioniert. So hat auch die AfD einen Antrag zum Thema in die Ratssitzung eingebracht. Darin heißt es unter anderem: "In der Sitzung des Rates der Stadt Essen am 09.04.2025 werden die dieser Resolution zustimmenden Fraktionen, vorbehaltlich des bis dann vorliegenden Finanzierungskonzeptes, unabhängig von der Auswahl des Stadions an der Hafenstraße als Austragungsort seitens des DFB, auch den konkreten Beschluss zum Bau und Baubeginn der Stadionecken zustimmend unterstützen."
Nur eine Partei positioniert sich deutlich gegen den Ausbau
Die FDP hatte ebenfalls im Vorfeld bekräftigt, das Bauprojekt durchsetzen zu wollen. "Wir unterstützen diesen Ausbau unabhängig davon, ob Essen als Gastgeberstadt der Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2029 ausgewählt wird", heißt es dazu in einer Pressemitteilung.
Einzig die Linke hatte sich zuvor kritisch zu den Plänen geäußert, seien die Kosten doch mit rund 27 Millionen Euro sehr hoch, ein Ansteigen der Summe wird zudem befürchtet. "Angesichts der schwierigen Haushaltslage ist das nicht verantwortbar, zumal Rot-Weiss-Essen derzeit nicht die sportliche Perspektive erahnen lässt, die einen Eckenausbau vielleicht noch zustimmungsfähig machen könnte", heißt es dazu in einer Pressemitteilung.
Zudem sieht die Partei, die daraus resultierenden Vorteile zu sehr auf Rot-Weiss Essen zentriert. "Die Frage der notwendigen Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs durch entsprechende Förderung der Trainingsstätten im Stadtgebiet scheint noch nicht im Fokus zu stehen", kritisiert die Linke.
Stadionausbau: Entscheidung rückt näher
Ob diese Begründungen jedoch ausreichen, um den Ausbau zu verhindern, bleibt abzuwarten. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) jedenfalls hatte sich Ende Januar bereits mit Marc-Nicolai Pfeifer, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiss Essen, zu einem konstruktiven Austausch im Rathaus getroffen. Auch dabei stand laut dem Drittligisten die Weiterentwicklung des Stadions im Mittelpunkt. Allerdings fand auch dieser Termin vor der Absage des DFB zur Frauen-EM statt.
Ob die Pläne damit hinfällig sind, bleibt allerdings ebenfalls unklar. Klar ist, dass allmählich Bewegung in die Thematik kommen dürfte und eine Entscheidung immer näher rückt.
- Unterlagen zur Ratssitzung der Stadt Essen am 26. Februar 2025
- Eigene Berichterstattung zum Thema auf t-online.de
- Pressemitteilung Ratsfraktionen von CDU, SPD und Grünen zur Bewerbung der Stadt Essen für die UEFA Women's Euro 2029 vom 13. Februar 2025 (per E-Mail)
- Pressemitteilung der FDP-Ratsfraktion zum Thema "Ausbau Stadion an der Hafenstraße" vom 12. Februar 2025 (per E-Mail)
- Pressemitteilung, Die Linke im Rat, Stadionecken-Ausbau, Frauen EM vom 10. Februar 2025 (per E-Mail)