"Geht ans Eingemachte" Sachsens Metallindustrie droht Stellenabbau von bis zu 30.000 Jobs

In Dresden schlägt der Arbeitgeberverband Sachsenmetall Alarm. Die Branche steckt in einer Krise, die mit der Corona-Pandemie und Finanzkrise vergleichbar sei.
Die Metall- und Elektroindustrie in ganz Sachsen steht vor einem massiven Stellenabbau. Wie der Arbeitgeberverband Sachsenmetall mitteilte, wurden seit September 2023 bereits rund 5.700 Arbeitsplätze abgebaut. Damals beschäftigte die Branche noch fast 190.000 Mitarbeiter.
Die aktuellen Konjunkturdaten ließen befürchten, dass sich dieser negative Trend in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Die Auftragseingänge in der Dresdner Metall- und Elektroindustrie sowie im gesamten Freistaat gingen im vergangenen Jahr preisbereinigt um 8 Prozent zurück. Der Umsatz sank um rund 5 Prozent.
"Gemessen am bundesweiten Rückgang der Produktion droht allein für Sachsen ein weiterer Verlust von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen", warnt der Verband. Die Kapazitätsauslastung liege derzeit nur noch bei 76 Prozent. Die gegenwärtige Situation sei mit der Finanz- und Coronakrise vergleichbar.
Aufbauleistung der letzten Jahrzehnte gehe zunichte
Sachsenmetall-Präsident Jörg Brückner findet deutliche Worte: "Dieser Niedergang ist erschütternd. Für Sachsen gilt dies in besonderer Weise, denn längst geht es ans Eingemachte, an Strukturen, an die Substanz." Er warnte, dass vielerorts die mühsame Aufbauleistung der vergangenen Jahrzehnte zunichte zu gehen drohe.
Anders als bei früheren Krisen sei die aktuelle Situation nicht durch einen unvorhersehbaren externen Schock ausgelöst worden, betonte Brückner. Die Unternehmen warteten noch immer auf ein international wettbewerbsfähiges Energiepreisniveau, eine Reform der Sozialversicherungen und eine Zurücknahme immer neuer Regulierungen.
- Nachrichtenagentur dpa
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