Probetraining für Interessierte Kurios: 1. FC Düren wirbt mit Influencer um Spieler

Wer schon immer einmal die Chance haben wollte, in der Regionalliga zu spielen, kann sich am kommenden Dienstag beim 1. FC Düren beweisen. Der Verein lädt zum Probetraining ein – zusammen mit einem Influencer.
Der finanziell angeschlagene Fußball-Regionalligist 1. FC Düren hat auf den Rückzug seiner gesamten Mannschaft mit einer ungewöhnlichen Maßnahme reagiert: Am kommenden Dienstag (8. April) sollen vereinslose Spieler bei einem öffentlichen Probetraining vorspielen. Das teilte der Verein mit.
Demnach richtet sich das Angebot gezielt an Akteure, die seit mindestens sechs Monaten nicht im Spielbetrieb aktiv waren. Ziel sei es, "den Sprung auf die große Bühne" zu ermöglichen, heißt es im Aufruf. Der frühere Profifußballer und heutige Influencer Bilal Kamarieh soll das Training leiten und eine Auswahl für den Rest der Saison treffen.
Fünf bis zehn Spieler wolle man verpflichten, um die laufende Spielzeit zu Ende zu bringen. Das erste Spiel nach dem Training ist gleich eine Herausforderung: Am Freitag (11. April) geht es gegen den Regionalliga-Tabellenführer MSV Duisburg.
Alle Spieler kündigten nach Insolvenzantrag
Hintergrund der ungewöhnlichen Maßnahme ist ein massiver Personalengpass: Seit Anfang der Woche steht der 1. FC Düren ohne Regionalliga-Team da. Laut "Reviersport" hatten alle 26 Spieler sowie der Cheftrainer ihre Verträge zum Jahresende gekündigt. Grund sei der zuvor gestellte Insolvenzantrag des Vereins. Der langjährige Kapitän Adam Matuszczyk sagte, die Kündigungen dienten dazu, rückwirkend Insolvenzgeld beantragen und so finanzielle Schäden abwenden zu können.
Der Club belegt aktuell Rang neun in der Tabelle. Wegen der Insolvenz droht jedoch ein Abzug von neun Punkten, der Düren auf Platz zwölf zurückwerfen könnte. Trotz der angespannten Lage will der Verein den Spielbetrieb fortsetzen. Wie Vizepräsident Karsten Schümann der "Aachener Zeitung" mitteilte, werde die zweite Mannschaft am Samstag beim Wuppertaler SV antreten.
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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