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Krywyj Rih: Russland tötet mit Rakete und Streubombe Zivilisten und Kinder


Mehrere Kinder unter den Toten
Russland setzt Streubombe gegen Selenskyjs Heimatstadt ein

Von t-online
Aktualisiert am 05.04.2025 - 20:15 UhrLesedauer: 3 Min.
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Im Video: Eine Rakete schlägt vor einem Spielplatz ein. (Quelle: t-online)
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Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe greift Russland weiter ukrainisches Hinterland an. Ein Raketenangriff auf die Stadt Krywyj Rih hat verheerende Folgen.

Russland hat die südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih angegriffen. Nach offiziellen ukrainischen Angaben sind bei dem Angriff am Freitag mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen, darunter neun Kinder. Die Rakete habe ein Wohngebiet getroffen, in dessen Nähe sich ein Spielplatz und ein Restaurant befanden, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X. Laut Gouverneur Serhij Lysak wurden mindestens 72 Menschen verletzt, darunter 12 Kinder. Der Angriff traf Selenskyjs Heimatstadt in der Region Dnipropetrowsk.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf ukrainische Militärangaben, dass neben einer ballistischen Rakete auch eine Streubombe zum Einsatz gekommen sei.

Ein Spielplatz und ein Restaurant getroffen

Präsident Selenskyj nannte in seinem Statement die Namen mehrerer getöteter Kinder: Tymofij (3), Arina (7) und Herman (9). Er schrieb: "Es war eine gewöhnliche Straße, mit einem Spielplatz, einem Restaurant, Geschäften." Die Zahl der Todesopfer könnte demnach noch steigen, da einige Verletzte in Lebensgefahr seien.

Der Chef der Militärverwaltung von Krywyj Rih, Oleksandr Wilkul, sprach von einem "Massenmord an Zivilisten". Er verurteilte den Angriff scharf und kündigte drei Tage Trauer für die Opfer an. Auf von ukrainischer Seite veröffentlichten Bildern waren Trümmer, zerstörte Fahrzeuge und Leichen zu sehen. Eine Leiche lag laut Berichten nahe einer Schaukel. "Das ist die Art von Schmerz, die man nicht einmal seinem ärgsten Feind wünschen würde", schrieb Gouverneur Lysak.

Kritik an US-Botschaft

Selenskyj dankte einer Reihe westlicher Partner für ihre Beileidsbekundungen, zeigte sich aber enttäuscht von der Reaktion der US-Botschaft. Diese habe sich zwar betroffen gezeigt, dabei aber nicht explizit Russland als Angreifer benannt. "Sie haben sogar Angst davor, das Wort "russisch" zu benutzen, wenn sie über die Rakete sprechen, die die Kinder getötet hat", schrieb Selenskyj. Die US-Botschafterin in Kiew, Bridget Brink, hatte auf X erklärt, eine ballistische Rakete sei "in der Nähe eines Spielplatzes und eines Restaurants" eingeschlagen.

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Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Angriff, sprach aber von einem "Präzisionsschlag" gegen ein Restaurant, in dem sich "Kommandeure und westliche Ausbilder" aufgehalten hätten. Ukrainische Stellen wiesen dies zurück und erklärten, es habe sich um ein ziviles Ziel gehandelt.

Ukraine meldet weitere Angriffe

Bei einem separaten Drohnenangriff auf Krywyj Rih sei zudem eine 56-jährige Frau getötet worden, erklärte Gouverneur Lysak. Insgesamt habe Russland in der Nacht zum Samstag 92 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, teilte das ukrainische Verteidigungsministerium mit. 51 davon seien abgefangen worden. Die russische Seite meldete wiederum die Abwehr von 49 ukrainischen Drohnen.

Krywyj Rih liegt rund 60 Kilometer nordwestlich der Frontlinie. Die Stadt zählte vor dem russischen Angriffskrieg mehr als 600.000 Einwohner und ist seit Beginn der Invasion wiederholt Ziel russischer Angriffe.

Verhandlungen über internationale Sicherheitsgarantien

Selenskyj erklärte in Kiew, der Angriff zeige erneut, dass Russland keine Waffenruhe wolle. Nur internationaler Druck und eine Stärkung der ukrainischen Luftabwehr könnten den Krieg beenden. Während Russland eine von den USA und der Ukraine vorgeschlagene Waffenruhe ohne Vorbedingungen ablehnt, treiben Frankreich und Großbritannien Gespräche über langfristige Sicherheitsgarantien für die Ukraine voran.

Der französische Generalstabschef Thierry Burkhard und sein britischer Kollege Tony Radakin sprachen mit Selenskyj in Kiew über den möglichen Einsatz internationaler "Rückversicherungstruppen". Details nannte Selenskyj nicht, sprach aber von "konkreten Fortschritten".

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, afp und reuters
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