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Ukraine: Einigung mit USA über seltene Rohstoffressourcen


Deal mit Selenskyj
Auf diese seltenen Rohstoffe hat Trump es abgesehen

Von reuters, t-online
Aktualisiert am 26.02.2025 - 13:46 UhrLesedauer: 2 Min.
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Titanium-Förderung in der Ukraine (Archivbild): Im Gegenzug zur Unterstützung im russischen Angriffskrieg fordern die USA eine Beteiligung an Rohstoff-Einnahmen. (Quelle: Efrem Lukatsky/ap)
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Die USA fordern Anteile an den Rohstoffeinnahmen der Ukraine – nun gibt es offenbar eine Einigung. Um diese seltenen Ressourcen geht es.

Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Freitag in Washington erwartet, um mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump über eine mögliche Zusammenarbeit im Rohstoffsektor zu sprechen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll ein entsprechendes Abkommen in greifbare Nähe rücken. Mehr über die Einzelheiten des bevorstehenden Abkommens lesen Sie hier.

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Die Ukraine verfügt nach eigenen Angaben über 22 der 34 von der Europäischen Union als kritisch eingestufte Mineralien. Dazu zählen Industrie- und Baumaterialien, Eisenlegierungen sowie Edel- und Nichteisenmetalle. Besonders hervorzuheben sind die Vorkommen seltener Erden wie Lanthan und Cer, die unter anderem in Fernsehern und Beleuchtungssystemen zum Einsatz kommen.

Laut dem ukrainischen Institut für Geologie verfügt das Land außerdem über Neodym, das in Windturbinen und Elektrofahrzeugbatterien verwendet wird, sowie über Erbium und Yttrium, die in der Kernkraft und Lasertechnologie eingesetzt werden. Forschungsergebnisse, die mit EU-Finanzierung erstellt wurden, deuten zudem auf Scandiumreserven hin, deren genaue Daten jedoch derzeit geheim gehalten werden.

Das Weltwirtschaftsforum sieht die Ukraine zudem als potenziellen Lieferanten von Lithium, Beryllium, Mangan, Gallium, Zirkonium, Graphit, Apatit, Fluorit und Nickel. Die Lithiumreserven des Landes, die für Batterien, Keramik und Glas von Bedeutung sind, werden auf rund 500.000 Tonnen geschätzt. Titanvorkommen konzentrieren sich vor allem auf den Nordwesten und die Mitte des Landes, während Lithium in der Zentral-, Ost- und Südostukraine zu finden ist. Der Anteil der Graphitreserven macht rund 20 Prozent der weltweiten Vorkommen aus.

Kontrolle über Ressourcen in Kriegszeiten

Der anhaltende Krieg hat erhebliche Auswirkungen auf die Kontrolle und Förderung dieser Rohstoffe. Russland kontrolliert etwa 20 Prozent des ukrainischen Territoriums, darunter bedeutende Kohlevorkommen im Osten des Landes, die einst die Stahlindustrie versorgten. Laut Schätzungen der Denkfabrik "We Build Ukraine" und des Nationalen Instituts für Strategische Studien befinden sich etwa 40 Prozent der Metallressourcen in russisch besetzten Gebieten.

Darüber hinaus wurden mindestens zwei ukrainische Lithiumlagerstätten, eine in Donezk und eine in Saporischschja, von Russland besetzt. Die Regierung in Kiew kontrolliert hingegen weiterhin bedeutende Lithiumvorkommen in der Region Kyrowohrad.

Zukunft der Bergbauindustrie

Trotz der Herausforderungen arbeitet die ukrainische Regierung an Projekten zur Gewinnung kritischer Materialien in Kooperation mit westlichen Partnern. Das Wirtschaftsministerium sieht ein Investitionspotenzial von 12 bis 15 Milliarden US-Dollar bis 2033. Der Staatliche Geologische Dienst der Ukraine plant, rund 100 Standorte für den Rohstoffabbau zu lizenzieren und gemeinsam zu erschließen.

Allerdings bestehen laut Investoren weiterhin erhebliche Hürden für wirtschaftliche Engagements in der Ukraine. Dazu gehören komplexe Regulierungsverfahren, der erschwerte Zugang zu geologischen Daten sowie Herausforderungen beim Erwerb von Grundstücken. Zudem würden die Entwicklung und kommerzielle Nutzung der Rohstoffvorkommen mehrere Jahre in Anspruch nehmen und erforderten erhebliche Anfangsinvestitionen.

Die USA und die Ukraine könnten durch ein gemeinsames Rohstoffabkommen ihre strategische Zusammenarbeit vertiefen. Gleichzeitig würde die Ukraine eine wirtschaftliche Perspektive für ihre bedeutenden Ressourcen erhalten, während westliche Partner den Zugang zu kritischen Mineralien sichern könnten.

Transparenzhinweis
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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