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Psychiatrie-Skandal in Neuseeland: Mädchen eingewiesen und gefesselt


Fatale Verwechslung in Neuseeland
Psychiatrie-Skandal: Elfjährige eingewiesen und gefesselt

Von t-online, lp

Aktualisiert am 04.04.2025 - 18:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine medizinische Spritze (Symbolbild): In einer Psychiatrie hat eine Elfjährige Medikamente gespritzt bekommen. Sie wurde mit einer älteren Patientin verwechselt.Vergrößern des Bildes
Eine medizinische Spritze (Symbolbild): In einer Psychiatrie hat eine Elfjährige Medikamente gespritzt bekommen. Sie wurde mit einer älteren Patientin verwechselt. (Quelle: Jochen Tack/imago-images-bilder)
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Polizisten in Neuseeland halten eine Elfjährige für eine vermisste Frau aus der Psychiatrie. Für das Mädchen und seine Familie beginnt ein Albtraum.

Ein Polizei- und Gesundheitsskandal erschüttert Neuseeland. Am 9. März wurde ein elfjähriges Mädchen von der Polizei festgenommen und in die Psychiatrie eingeliefert. Der Grund: Die Beamten hielten das Mädchen fälschlicherweise für eine 20-jährige vermisste Krankenhauspatientin. Auch in der Klinik schien zunächst niemand zu merken, dass es sich bei der Patientin noch um ein Kind handelt. Das berichten mehrere neuseeländische Medien.

Dem Kind seien etwa Handschellen angelegt und Medikamente angeboten worden. Als das Mädchen die Medizin ablehnte, wurde es fixiert und bekam antipsychotische Medikamente gespritzt. Erst als die Eltern ihr Kind Stunden später als vermisst meldeten, fiel die Verwechslung auf.

Mädchen bekommt Medikamente für Erwachsene verabreicht

Ein jetzt veröffentlichter Untersuchungsbericht der neuseeländischen Gesundheitsbehörde fällt ein vernichtendes Urteil über das Vorgehen von Polizei und Klinikpersonal. Das neuseeländische Portal "1News" zitiert aus dem Bericht, dass "mehrere Versäumnisse" zu der "Not und dem Trauma" des Mädchens geführt hätten. Das Klinikpersonal war demnach davon ausgegangen, dass bei der Elfjährigen eine psychische Erkrankung vorliegt. Sie sei deshalb auf die psychiatrische Intensivstation verlegt worden. Dort habe das Mädchen zwei Dosen eines Medikaments erhalten, das Kinder nur äußerst selten verabreicht werde.

Premierminister zeigt sich schockiert von der Verwechslung

Der Bericht nimmt die Mitarbeiter der Psychiatrie aber auch in Schutz: Sie seien überlastet gewesen und hätten über permanenten Zeitdruck geklagt. Zudem sei die Elfjährige Autistin und habe das Personal daher nicht auf die offensichtliche Verwechslung aufmerksam machen können. Außerdem habe sie keine Papiere bei sich getragen.

Die neuseeländische Gesundheitsbehörde versprach, Konsequenzen aus den Fehlern zu ziehen: Künftig sollen alle Patienten mit unklarer Identität erst einmal gründlich medizinisch untersucht werden. Auch die Polizei hat sich nach eigenen Angaben inzwischen bei der Familie entschuldigt. Mittlerweile hat der Verwechslungsskandal auch die Spitzenpolitik Neuseelands erreicht: Premierminister Christopher Luxon sagte: "Das ist unglaublich belastend und beunruhigend."

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